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Xi'An - Die Große WildganspagodeDie Große Wildganspagode, eine der bekanntesten buddhistischen Pagoden in China, erhebt sich am südlichen Abschluß der Wildganspagode-Straße außerhalb des Friedentors im Komplex des Cien-Tempels in der südlichen Vorstadt. Heute steht sie in unserem Stadtwappen und ist das Wahrzeichen der Stadt Xian. Der Cien-Tempel Da der Cien-Tempel mit Unterstützung des Kaiserhofs umgebaut wurde, war sein Umfang in der Tang-Zeit ziemlich ansehnlich. Damals nahm er mit einer Fläche von etwa 23 Hektar fast eine ganze Hälfte des Jinchang-Stadtviertels ein und zählte zu den größten Tempeln der Tang-Zeit. Die Tempelanlage bestand aus dreizehn Höfen und 1897 Räumen, in denen ungefähr dreihundert Mönche lebten. Überlieferungen zufolge soll es hier viele schöne Wandmalereien von berühmten Malern aus der Tang-Zeit gegeben haben, etwa von Wu Daozi, Yan Liben, Zheng Qian, Wang Wei. In den Kriegswirren am Ende der Tang-Zeit wurde der Tempel bis auf die Große Wildganspagode zu einem Trümmerfeld. Man hat ihn zwar später mehrmals wieder aufgebaut, aber er hat niemals den Umfang der Tang-Zeit erreicht. Die heutige Tempelanlage umfasst nur ein Siebtel der tang-zeitlichen. Die heutige Tempelanlage Die Hauptgebetshalle ist den drei Buddha-Gestalten geweiht. Die Gestalt in der Mitte ist der Fashen-Buddha (der Dharma-Buddha, er verkörpert, dass Buddha das ganze Universum erfüllt). Die Gestalt im Westen ist der Baoshen-Buddha (der tritt erst in die Erscheinung, wenn er über einen langen Zeitraum allen Lebewesen der Welt zur Erlösung verholfen hat). Die Gestalt im Osten ist der Yingshen-Buddha (er erscheint in der Sakyamuni-Gestalt, um alle Menschen zu erlösen). Auf der östlichen Seite steht sein Jünger Jia Je. Auf der anderen Seite steht sein Jünger Ahnan, der ihn als sein Vetter fünfundzwanzig Jahre bediente. Die beiden zählen zu den zehn besten Jüngern von Sakyamuni. An den beiden Seitenwänden sitzen achtzehn Arhats. Die Arhats sind die wichtigsten Jünger von Buddha und die Heiligen, die zu ihren Lebzeiten zur Erlösung gelangten. Im Hinayana-Buddhismus haben die Arhats die höchste Stelle, die man erreichen kann. In der Dharma-Halle wird der Amitabna verehrt. Die Kupferfigur stammt aus der Ming-Zeit. Der freundliche Amitabha, der Buddha des unermesslichen Lichts, thront im Paradies im Westen, belohnt gute Taten und erlegt denen, die Böses begehen, nur eine lange Wartezeit auf, schließt sie aber nicht vom Paradies aus. Wenn jemand mit seinem Namen betet, wird er nach seinem Tod von der Gottheit im Paradies empfangen. Deshalb gilt er auch als Empfangsgott. An der östlichen Wand hängen die Abreibungen von drei Stelen aus der Song-Zeit. Die in der Mitte zeigt den wandernden Mönch Xuangzang mit einem großen Bücherrucksack auf dem Rücken einer Schriftrolle in der linken Hand, einer Fliegenklatsche in der rechten Hand, einem Bündel am Bauch und Strohsandalen an den Füßen, über dem Rucksack hängt eine Lampe, die Xuanzangs beschwerlichen Weg erhellt. Beiderseits sind seine zwei besten Jünger, Yuance und Kuiji. Im östlichen Gärtchen stehen sechs kleine Pagoden. Sie sind die Gräber der Äbte aus der Qing-Zeit. Xuanzang Nach seiner Rückkehr von Indien übersetzte er zuerst im Hongfu-Tempel seine mitgebrachten Sutras. Der Kaiser Li Shiming und der Kronprinz Li Zhi ließen im Cien-Tempel einen Übersetzungshof für ihn bauen, damit er das Amt des Abtes im Cien-Tempel antrat. An dem Tag, als der Mönch Xuanzang seinen Wohnsitz in den Cien-Tempel verlegte, zeigte der Kaiserhof mit einer beispiellos feierlichen Zeremonie seine Ehre. 1500 Pferdewagen wurden eingesetzt. Alle Mönche der Stadt Changan folgten ihm mit Weihrauchbehältern und Blumen in der Hand und lasen Gebetstexte vor. Hohe Zivil- und Militärbeamte sowie die Garde des Kronprinzen begleiteten ihn. Der Kaiser bestieg mit seinen Prinz und Frauen den Torturm und folgte ihm mit den Augen, als er am Hauptstadttor vorbeiging. Einige Hunderttausende Menschen standen Spalier, um seinen Umzug anzuschauen. Der Kaiser wählte ein paar hundert Gelehrte und Mönche zur Mitarbeit aus. Ab 648 übersetzte er im Cien-Tempel mit zahlreichen Mitarbeitern die Sutras. Innerhalb von zwölf Jahren wurden insgesamt 1335 Bände ins Chinesische übertragen. Seine Verdienste bei der Übersetzung und Verbreitung des Buddhismus wurden in dem von Kaiser Taizong verfasst Prolog zur Sutraübersetzung von Mönch Tripitaka der großen Tang-Dynastie und in den vom Kronprinz Li Zhi verfassten Notizen zum Prolog sehr hoch geschätzt. Die beiden Texte wurden von dem berühmten Kalligraphen Chu Suiliang aus der Tang-Zeit niedergeschrieben und von bekannten Meistern in zwei Steintafeln eingraviert, die heute noch auf den beiden Seiten des südlichen Pagodeeingangs eingemauert sind. Durch eine Predigten im Cien-Tempel gründete er eine wichtige buddhistische Schule, die Cien-Schule. Im Jahr 625 schlug der Mönch Xuanzang in einem Thronbericht an den Kaiser Gaozong vor, im Tempelkomplex eine Pagode zu bauen, um die von ihm mitgebrachten Sutras aufzubewahren. Der Kaiser stimmte mit großer Freude zu und spendete viele Gegenstände, die die verstorbenen Hoffrauen hinterlassen hatten, für den Pagodebau. Die Große Wildganspagode Die sich nach oben hin stufenweise verjüngende Pagode repräsentiert in typischer Weise den chinesischen traditionellen Baustil. Sie wurde mit Ziegelsteinen gebaut. Um genaue und gerade Fugen zwischen den einzelnen Ziegelschichten zu erzielen, wurden alle sechs Seiten eines jeden Ziegelsteins glatt geschliffen. Ziegelsteine wurden mit Kalkmörtel, dem Reisstärke beigesetzt war, vermauert. An diesem Bauwerk aus Ziegelsteinen kann man die typische Merkmale der chinesischen Holzbauweise erkennen, nämlich die Tragsäulen nachzubilden, die die Fassade gliedern. So wird die Pagode beim ersten und zweiten Stock jeweils in neun Räume aufgeteilt, beim dritten und vierten in sieben Räume und so weiter. Jedes Stockwerk besteht aus einem zentralen Raum mit je einem Bogenfenster in vier Richtungen. Innerhalb der Pagode gibt es eine Wendeltreppe, die bis ganz oben reicht. Die zwei Stelen am südlichen Pagodeeingang Die Herkunft des Namens Eine Legende: Es war einmal ein Kloster, dessen Mönche sich zum Hinayana-Buddhismus bekannten. In dieser Schule war es erlaubt, die Fleischsorten Hirsch, Kalb und Wildgans zu essen. Eines Tages hatten die Mönche große Sorgen, irgendwo Fleisch zu bekommen. Es war gerade der Almosentag von Buddha. Ein Mönch seufzte gegen den Himmel: Buddha würde nicht vergessen, welcher Tag heute ist. Gerade in diesem Augenblick flog eine Schar Wildgänse über das Kloster hinweg, die Leitwildgans stürzte vor den Mönchen auf den Boden hinab. Mit großem Erstaunen kam den Mönchen zum Bewusstsein, dass Buddha in der Wildgansgestalt zur Ermahnung erschien. Von da an aßen die Mönche in diesem Kloster kein Fleisch mehr und ließen sich zum Mahayana-Buddhismus bekehren. Später bauten sie dort, wo die Wildgans fiel, eine Pagode zum Andenken und nannte sie Wildganspagode. Xuanzang lebte in der Nähe des Klosters und sah die Pagode. Nach deren Vorbild entwarf er jene fünfstöckige Pagode, deshalb wurde sie auch Wildganspagode genannt. Eine andere Legende: Die Pagode, die von Xuanzang entworfen wurde, hatte ihr Erdgeschoß in einer Wildgansgestalt, deswegen bekam sie diese Bezeichnung. Die dritte Legende: Auf einer Pilgerreise durch die Wüste stand Xuanzang einmal in der Gefahr zu verdursten. Unter der Führung einer Wildgans fand er schließlich eine Quelle. Um Buddha, der in der Wildgansgestalt zu Hilfe kam, dies zu vergelten, wurde später die Pagode mit der Bezeichnung Wildganspagode gebaut. Nach einigen Jahrzehnten wurde eine andere Pagode im Jianfu-Tempel mit dem gleichen Namen gebaut. Da die Pagode im Cien-Tempel größer war, wurde sie die Große Wildganspagode genannt. Die Beschriftung der Pagodemauern mit Gedichten und Namen Buddhismus Das zentrale Thema des Buddhismus ist die Überwindung des Lebens, welches als Leiden interpretiert wird, um am Ende ins ewige Nirwana einzugehen. Das Leiden besteht bereits in der individuellen Existenz menschlichen Lebens. Dazu sprach Buddha über die Vier Heiligen Wahrheiten: die Tatsache von Leid und Unheil, die Ursache des Leidens (Begierde, Lebenswille), die Überwindung des Leidens, Abtöten der Begierde, das Aufzeigen des „edlen Achtfachen Weges“ zur Aufhebung der Ursache des Leidens. Dieser Weg besteht aus den acht Schritten: rechte Anschauung, rechte Gesinnung, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechtes Leben, rechtes Streben, rechtes Denken, rechtes Sichversenken. Wenn einer den Achtfachen Weg wie Buddha befolgen kann, kann er den Kreislauf der Wiedergeburten durchbrechen und ins Nirwana eingehen, das heißt, er kann im Absoluten aufgehen. Der Buddhismus wurde ungefähr im ersten Jahrhundert n. Chr. über die alte Seidenstraße in China eingeführt. Die früheste Aufzeichnung über den Buddhismus in China ist aus der östlichen Han-Dynastie. Danach sollten zwei buddhistische Wandermönche von Indien über Zentralasien die Hauptstadt Luoyang erreichen und dort unter Kaiser Mingdi im Jahre 65 n. Chr. den ersten buddhistischen Tempel Chinas bauen. In den von Han-Chinesen bewohnten Gebieten setzte sich zuerst der Hinayana-Buddhismus (kleines Fahrzeug) durch, welcher das Idealziel des Lebens in der eigenen Erlösung durch geistige Anstrengung und Askese sah. Für den um die Zeitenwende entstandenen nördlichen Mahayana-Buddhismus (großes Fahrzeug) ist Selbsterlösung ein rein egoistisches, zu niedriges Ziel. Deshalb soll jeder Mensch neben dem eigenen Streben bemüht sein, durch Aufopferung anderen Menschen zu helfen und sich so zur Erlösung zu rühren. Aus dem Gedankengut des Mahayana-Buddhismus gingen die verschiedenen buddhistischen Hauptschulen Chinas hervor: der Meditationsbuddhismus (Chan-Sekte), der Lamaismus, die Tiantai-Schule und die Schule des reinen Landes. In China erlebte der Buddhismus seine Blütezeit in der Tang-Zeit (vom sechsten bis zum neunten Jahrhundert n. Chr.). Danach kamen die buddhistischen Forschungen in China zum Stilstand. Buddhistische Gläubige sind zu finden unter den Han, Mongolen, Tibetern, Mandschuren, Tu und Dai in China. Zur Zeit gibt es in China etwa 3.000 Tempel und Klöster, in denen über 30.000 Mönche und Nonnen leben. Dieser Text wurde von Zeng Qi (曾琦) zur Verfügung gestellt
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