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Xi'An - GlockenturmIn der schachbrettartig angelegten Altstadt erhebt sich der Glockenturm, der den Mittelpunkt der Stadt bildet. Von hier verlaufen vier Straßen je nach Osten, Süden, Westen und Norden und werden die Ost-, Süd-, West- und Nordstraße genannt. Glockenturm und Trommelturm sind typische Bauwerke in einer traditionellen chinesischen Stadt. Ursprünglich waren Glocke und Trommel Schlaginstrumente. Von der Frühlings- und Herbst-Periode an dienten sie zur Angabe eines militärischen Befehls. So entstanden in vielen alten Städten je ein Glockenturm und ein Trommelturm, die als Befehlszentrum dienten. Früher war der Ausdruck „Glockenklang am Morgen und Trommelschlag am Abend“ in Xian sehr üblich, das heißt, am Morgen, wenn die Glocke läutete, wurden die Stadttore geöffnet, am Abend, wenn die Trommel geschlagen wurde, wurde sie geschlossen. Der Glockenturm stammt aus der Ming-Zeit. Damals war Xian nicht mehr die Hauptstadt Chinas, aber der Glockenturm in Xian wurde in so großen Dimensionen gebaut. Das findet man völlig unverständlich. Eine Sage erklärt so: Am Anfang der Ming-Zeit gab es in diesem Gebiet oft Erdbeben. Ein riesiger Drache, der in einem großen Fluß unter Xian lebte, soll diese Erdschütterungen verursacht haben, wenn er sich wälzte. Um die Erdschütterungen zu beseitigen, müsste man diesen Drachen fest drücken. So sei dieser gewaltige Glockenturm in der Altstadt entstanden. Es ist aber auch sehr merkwürdig, dass man seit der Errichtung des Glockenturms kein Erdbeben mehr erlebte. Der Glockenturm wurde im Jahr 1384 errichtet, aber am Anfang stand er in der Guangji-Straße, etwa 1000 m westlich von seinem heutigen Platz, weil jene Stelle auf der Hauptachse der Changan-Stadt in der Song- und Yuan-Zeit war. Nach dem Umbau der Stadtanlage in der Ming-Zeit lag jene Stelle abseits des Stadtmittelpunkts. Im Jahr 1582 wurde der Glockenturm an seinen heutigen Standort verlegt. Der Glockenturm im traditionellen Baustil hat eine Höhe von 36 m und gliedert sich in einen massiven, quadratischen Sockel und ein prächtiges Überbauwerk mit Holzkonstruktion. Der Sockel ist ein quadratischer Torbau aus Ziegelsteinen und ist 8,6 m hoch. Seine Seiten sind 35,5 m breit. Auf seinen vier Seiten hat er vier 6 m hohe Bogeneingänge, die sich innen kreuzen. In der Vergangenheit diente er als Verbindungsdurchgang zwischen den vier Straßen, man ging durch den Torbau durch. Heute sind die Bogeneingänge gesperrt, weil sie dem starken Verkehr nicht mehr entsprachen. Der Überbau, der auf dem Steinsockel aufsitzt, ist ein zweistöckiger quadratischer Turm mit Holzkonstruktion. Er ist 26 m hoch und hat 22 m breite Seiten. Das Holzbauwerk umstehen dicke rote Säulen, die nicht nur zum Gewichttragen, sondern auch als Schmuck dienen und mit grünen Ziegeldächern kontrastieren. Der Raum zwischen diesen roten Holzsäulen und den Wänden bildet einen Rundgang. An den hölzernen Türflügeln auf vier Seiten sind verschiedene schlichte Darstellungen geschnitzt, jede zeigt eine bekannte Geschichte. Die Innenräume sind mit alten Möbeln und Porzellan eingerichtet. Eine Wendeltreppe, die sich im Innern befindet, führt nach oben. Der Glockenturm hat ein gestuftes Dach, das mit grünglasierten Ziegeln bedeckt ist. Die Dachtraufen und Dachkanten sind leicht geschwungen. Die vier Dachkanten laufen in einen 5 m hohen Dachknauf aus, dessen Holzkern mit Kupfer umkleidet und dann in ganz dünner Folie vergoldet ist. Im nordwestlichen Winkel auf dem Steinsockel ist eine 5 Tonnen schwere Eisenglocke aufgestellt. Diese mit den Acht Diagrammen verzierte Glocke wurde im 15. Jahrhundert gegossen. Aber sie ist viel kleiner als jene, die ursprünglich hier hing und Jingyun-Glocke heißt. Eine Volkssage erzählt: Nachdem der Glockenturm an den heutigen Standort verlegt wurde, machte die Jingyun-Glocke keinen Ton mehr. Man konnte nichts machen, als eine neue zu wechseln. Heute ist die Jingyun-Glocke im Stelenwald-Museum ausgestellt. Der Glockenturm ist ein kunstvolles Bauwerk aus der alten Zeit. An ihm kann man die traditionelle Bauweise Chinas kennenlernen. Dieser Text wurde von Zeng Qi (曾琦) zur Verfügung gestellt
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