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Xi'An - Die große Moschee

In Xian leben heute insgesamt 60000 Moslems, die meisten davon nordwestlich des Trommelturms. In diesem Viertel gibt es mehrere Gebetsstätten der Mohammedaner: Moscheen. Die Moschee in der Huajuc-Straße ist die größte, deshalb nennt man sie die große Moschee. Sie zählt zu den vier größten Moscheen Chinas. Statt prunkvoller Gewölbe und hochemporragender Minaretts sieht man in dieser Moschee alle Bauten im typischen chinesischen Baustil.

Anfangs des siebten Jahrhunderts gründete Mohammed in Arabien den Islam. Ende desselben Jahrhunderts brachten arabische und persische Kaufleute, die in China, besonders in der Hauptstadt Changan, einen langen Aufenthalt hatten, die Lehre des Mohammeds nach China. Viele Araber, die teils über die alte Seidenstraße, teils über das Meer China erreicht hatten, blieben in China und heirateten Chinesen. Ihre Nachkommen bildeten die chinesischen Moslems. Mitte des achten Jahrhunderts kamen viele Araber mit Hilfstruppen nach China, um den chinesischen Kaiser zu helfen, den Aufstand des Militärgouverneurs An Lushan niederzuschlagen. Nach dem Krieg blieben viele von ihnen in China und heirateten chinesische Frauen. Sie hielten an ihren Glaube aber immer fest. Im Jahr 762 n. Chr. wurde in Changan auf kaiserliches Edikt hin eine Moschee errichtet. Aber von dieser Moschee kann man heute keine Spur mehr finden. Anfang des 13. Jahrhunderts, als Tschinggis Khan durch seine Eroberungszüge nach Westen ein Weltreich schuf, wurden viele Moslems in den von ihm eroberten Gebieten gezwungen, in die Armee einzutreten. Sie kamen später nach China und blieben da. Der Islam verbreitete sich durch sie in ganz China. Sie bildeten sich in der Yuan-Zeit zur Hui-Nationalität. Anfang des 16. Jahrhunderts wendeten sich die nationalen Minderheiten in Xingjiang, Gansu, Ningxia und Qinghai zum Islam. Sie waren Hui, Uiguren, Kasachen, Usbeken, Tadschiken, Tataren, Kirgisen, Dongxiang, Sala und Baoan. Die meisten Moslems in Xian gehören heute zur Hui-Nationalität. Derzeit leben insgesamt 17 Millionen Moslems in China.

Eine Erinnerungsstele am Eingang vermerkt das Jahr 742 als Gründungsjahr, aber nach der Bauweise sollte sie aus der Ming-Zeit stammen. Viele meinen auch, dass sie Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut wurde.

Im Gegensatz zu buddhistischen und daoistischen Tempeln zeigt eine Moschee in China immer in Richtung Osten, weil Mekka westlich von China liegt. Die große Moschee besteht aus vier Höfen. Sie ist 250 m lang und 50 m breit und nimmt eine Fläche von 12000 qm ein. Alle Hauptbauten reihen sich auf einer Ost-West-Achse. Auf den beiden Seiten stehen die Häuser symmetrisch. Der traditionelle chinesische Baustil und die mohammedanische Gebetsstätte finden sich hier in einer schönen Harmonie.

Im Vorhof ragt ein prächtiger hölzener Ehrenbogen empor. Er ist neun m hoch und wurde ungefähr Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. Mit der Dou-Gong-Konstruktion hat das Dach mit grasierten Ziegeln einen weiten Vorsprung und geschwungene Traulen. Am Bogen sind fünf chinesische Schriftzeichen eingraviert, sie bedeuten: aufs kaiserliche Edikt errichtet. Dieser 360 Jahre alte Ehrenbogen ist heute noch ganz gut erhalten.

Ein Fünf-Zimmer-Haus bildet die Grenze zwischen dem ersten und dem zweiten Hof. Die Zimmer in der Mitte dienen als Durchgang zum weiteren Hof, in den Zimmern auf der südlichen Seite ist der Sitz der islamischen Gesellschaft der Provinz Shaanxi.

In der Mitte des zweiten Hofs steht ein steinerner Ehrenbogen mit vier Säulen aus der Ming-Zeit. Hinter ihm auf den beiden Seiten stehen zwei Stelen mit Drachenornamenten. Die eine stammt aus dem Jahr 1606, die andere aus dem Jahr 1763. An den beiden Stelen kann man etwas über die Renovierungstätigkeiten in mehrere Dynastien lesen. Auf ihren Rückseiten sind die Handschriften von den bekannten Kalligraphen Mi Di und Dong Qichang zu sehen, sie sind auch kostbare Kunstwerke der chinesischen Kalligraphie.

Das Haus, das den zweiten und den dritten Hof trennt, zeigt einen schlichten Stil. Der älteste Bau in dieser Anlage kommt aus der Song-Zeit. In der Ming-Zeit war hier der Haupteingang der Moschee, heute dient das Haus als Durchgang zum dritten Hof. Obwohl man es mehrmals renovierte, kann man daran noch klare Spuren des Baustils der Song-Zeit erkennen.
In dem Haus, das als Durchgang zum dritten Hof dient, sind einige kostbare Stelen aufbewahrt. Die wichtigste davon ist die sogenannte Mondstele aus dem Jahr 1732. An dieser Stele ist ein von dem Imam Xiaoximing verfasster Text in arabischer Sprache eingraviert. In dem Text wird erklärt, wie man nach dem arabischen Mondkalender das Datum feststellen kann. Die Mohammedaner nennen den September nach ihrem Mondkalender den Fastenmonat. In der Fastenzeit dürfen sie tagsüber weder essen noch trinken. Erst am Abend oder in der Nacht können sie etwas zu sich nehmen. Nach der an der Stele dargestellten Methode können die Moslems rechnen, wann das Fasten beginnt und wann der Bairam ist.
In der Mitte des dritten Hofs steht ein zweistöckiger okogonaler Turm mit acht Dachkanten, die in einem Knauf auslaufen. Dieser Turm im traditionellen chinesischen Baustil dient als Minarett, von dem man die Gebetsstunden ausruft.

Auf den beiden Seiten im dritten Hof befinden sich ein Empfangsraum, ein Raum, in dem ein Koran in Handschrift und ein Wandbild mit einem Plan von Mekka aufbewahrt sind und Waschräume. Nach den islamischen Regeln muß sich ein Mohammedaner waschen, bevor er in die Gebetshalle geht.

Der vierte Hof ist der Hauptteil der Moschee. In der Mitte des Hofs steht der sogenannte Phönix-Pavillon. Er besteht aus drei Teilen: einem sechseckigen Hauptpavillon und zwei dreieckigen Nebenpavillons. Da der Pavillon wie ein fliegender Phönix aussieht, nennt man ihn den Phönix-Pavillon. Er ist von steinernen Balustraden mit feingeschnitzen Reliefs umschlossen. Hinter dem Pavillon sind zwei Becken mit dem Namen „Zierapfel-Becken“. Der Pavillon zeigt den Baustil der Qing-Zeit, schätzungsweise wurde er im Jahr 1765 erbaut.
Am Ende des Hofs ist die Gebetshalle. Da sie sich am Ende der Hauptachse befindet, nennt man sie auch die Himmelshalle. Dieser wichtigste Bau mit einem Dach aus grasierten Dachziegeln hat eine Fläche von 1300 qm und kann 1000 Gläubige zum Beten aufnehmen. An der Kasettendecke sind über 600 bunt bemalte Bilder, die die Eigenart der islamischen Malkunst in China verkörpern. An den hölzernen Wänden sind Texte aus dem Koran in arabischer Sprache geschnitzt.

Wie die Mohammedaner in allen Ländern gehen die Moslems in Xian auch täglich fünfmal zum Beten. Am Eingang der Gebetshalle kann man die Uhren, die die fünf Gebetszeiten zeigen, sehen.

Dieser Text wurde von Zeng Qi (曾琦) zur Verfügung gestellt

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(Worte, die häufiger genannt wurden, werden größer geschrieben als jene, die seltener genannt wurden.)



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