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Xi'An - das BronzegespannIm Jahr 1978 entdeckte man 20 m westlich vom Grabhügel des Kaisers eine große
Grube mit Gespannen als Grabbeigaben. Bei der späteren Probeausgrabung
auf einer kleinen Fläche kamen zwei Bronzegespanne aus dieser 7,8 m tiefen
Grube zutage. Sie sind die frühesten, größten und technisch fortgeschrittensten
Bronzegespanne, die in China bekannt sind.
Die beiden Gespanne in etwa halber Lebensgröße sind äußerst prächtig hergestellt. Sie sind mit zahllosen Silber- und Goldelementen verziert, z.B. am Gespann Nr. zwei sind 1720 Schmuckstücke, die aus 3033 Gramm Gold und 4342 Gramm Silber bestehen. Die Untersuchungen ergaben, dass ihre Herstellung Arbeitsverfahren wie Gießen, Löten, Nieten, Einlegen, Schnitzen, Stanzen, Feilen und Schleifen erforderte. An ihnen wurden Anschlusstechniken wie Druckknopfanschluß und Gelenkanschluß angewandt. Bei jedem Arbeitsverfahren wurde eine sehr hohe Perfektion erreicht. Der Zaun ist zum Beispiel aus abwechselnd silbernen und goldenen Röhrchen durch Löten zusammengesetzt, aber am Zaun ist kaum eine Lötnaht zu erkennen. Die Zügel, bei denen die Gelenkanschlusstechnik angewandt wurde, sind heute noch beweglich. Die meisten Bauteile werden im Gussverfahren, das am deutlichsten den damaligen technischen Stand aufweist, hergestellt. Bei dem Schirm, der als Nageldeckel dient, sind die dünnsten Partien nur 2 mm, die dicksten Partien 4 mm dick. Die Zusammensetzung der Legierung ist so gut wie heute gemacht. Durch Regulieren der Gehalte von Kupfer, Zinn und Blei konnte man Bronzebauteile mit verschiedenen Härten bekommen. Die Gespanne sind wirklich zwei wunderbare Kunstwerke: ein starkes und kräftiges Pferd mit glänzenden Silber- und Goldschmuckwaren steht da, nach vorne starrend, die Nüstern ein bisschen geöffnend, die Ohren spitzend. Wahrscheinlich wartet es gerade auf einen Befehl, sich in vollen Galopp zu setzen. Die beiden Kutscher sehen sowohl stolz als auch vorsichtig aus. Wie die Tonfiguren sind die zwei Gespanne auch naturgetreu
bis ins Detail dargestellt. Die Wagen, Pferde und Wagenlenker sehen lebendig
aus, weil ihre Proportionen gut stimmen und alle Details dem anatomischen
Gesetz entsprechen. Gesicht, kurzer Bart, Wimper, Handlinien, Haare und
Nägel des Kutschers werden ganz lebensecht wiedergegeben. Viele Teile,
die eigentlich aus Bambus, Holz oder Leder sein sollten, wurden aus Metall
naturgetreu nachgebildet, wie die aus ganz dünnen Bronzedrähten geflochtenen
Troddeln am Pferdekopf, sie sehen genau wie Wolle oder Jutefasern aus.
Im Gegensatz zu diesem Stil ist die Bemalung am Wagenkasten vom romantischen
Stil geprägt. Auf der weißen Grundfarbe an der Außen- und Innenseite
sind Tiger, Drachen- und Phönixmuster auf eine übertriebene Weise bunt
bemalt. Unten am Rand ist der Kasten mit bunten stilisierten Ornamenten
verziert. Das Gespann hinten ist der sogenannte angenehme Wagen mit vier Pferden. Ein solches Gespann stand als Personenwagen kaiserlichen Familienangehörigen und Adligen zur Verfügung. Die Pferde haben eine unterschiedliche Größe von 65 bis 75 cm. Der Wagenlenker hat eine Größe von 51 cm. Mit den Pferden hat das ganze Gespann eine Länge von 328,4 cm und eine Höhe von 104,2 cm. Dieses Gespann hat einen schön verzierten und bemalten Wagenkasten, der in zwei Räume unterteilt ist. Im vorderen Raum sitzt der Wagenlenker auf den Fersen, einen hohen Hut auf dem Kopf, Zügel in der Hand, ein Schwert an der Seite. Der geschlossene Hinterraum hat einen Dachdeckel in Form eines Schildkrötenpanzers, darin kann man auf den gut gepolsterten Boden liegen oder bequem auf der Bank sitzen. Vorne und auf beiden Seiten ist der Wagenkasten je mit einem Fenster versehen. Durch hochtechnisch durchbohrte rhombusfomige Löcher kann man von innen nach außen gucken, aber nicht von außen nach innen. Der Streitwagen und der Personenwagen gehören als Geleitwagen zur kaiserlichen Wagenkolonne. Der Streitwagen dient als Wachtwagen auf der Reise, der Personenwagen ist für Frauen oder Minister als kaiserliches Geleit. Der Wagen des Kaisers soll ganz vergoldet und mit sechs Pferden bespannt sein und sich möglicherweise auch in jener 3035 qm großen Grube befinden, in der die beiden Bronzegespanne ausgegraben worden sind, weil man durch Untersuchungen festgestellt hat, dass es in jener Grube mindestens noch sechs metallene Gespanne gibt. Historischen Aufzeichnungen zufolge hatte der Kaiser damals
zwei Wagenkolonnen zur Verfügung, die eine bestand aus 81 Wagen, der
andere aus 36. Vielleicht steht in der Nähe des Grabes eine ganze Kolonne
mit 81 Wagen unter der Erde zur Bereitschaft. Dieser Text wurde von Zeng Qi (曾琦) zur Verfügung gestellt
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