Die chinesische Küche verfügt über vielfältige Zutaten. Für ihre Zubereitung
gibt es wiederum verschiedene Methoden, die uns auf den vorherigen
Seiten schon des öfters begegneten. Selbst auf der Grundlage derselben
Zutaten verwendet man von Gegend zu Gegend auch unterschiedliche Koch-
und Zubereitungsarten. Hier sollen nun die wichtigsten Koch- und Zubereitungsmethoden
kurz erklärt werden:
1. Zha-, Liu-, Peng-, Bao-, Chao- und Bian-Braten:
Zha-Braten ist eine Kochart mit viel Öl über starker
Flamme. Es gibt drei Arten der Zha-Methode:
Trockenes und reines
Braten (gan zha und qing zha): Beim trockenen Braten werden die rohen
Zutaten mit trockenem Stärkemehl überzogen
und dann in einer Pfanne mit Speiseöl über starker Flamme so
lange gebraten,
bis sie innen zart und außen knusprig sind. Beim reinen Braten
werden sie nicht mit Stärkemehl überzogen, sondern direkt mit viel
Öl über
starker Flamme in der Pfanne gebraten, bis sie knusprig sind.
Mürbes und weiches Braten (su zha und ruan zha): Für mürbes
Braten werden die rohen Zutaten zuerst gargedämpft oder gargekocht,
dann
mit aufgelöstem Stärkemehl überzogen und schließlich in heißem
Öl (über
220 °C) so lange gebraten, bis sie goldgelb und mürbe sind. Beim
weichen Braten werden die rohen Zutaten direkt in dem über 220
°C erhitzten
Öl
gebraten.
Braten von in Reispapier oder dünnen
Blättchen aus gewürztem, festen Bohnenquark eingewickelten Zutaten (zhibao zha oder cui
zha): Die Zutaten
werden in Reispapier oder dünne Blättchen aus gewürztem festen
Bohnenquark eingewickelt. Das Öl in einer Pfanne auf etwa 70
° - 100 °C erhitzen,
die eingewickelten Zutaten hineingeben und so lange braten, bis
sie goldgelb sind.
Liu-Braten: Dies ist eine zweistufige Zubereitungstechnik.
Zunächst werden die rohen Zutaten in warmem Öl gebraten, bis sie
ganz gar
sind, und griffbereit gestellt. Dann wird das Öl im zweiten
Arbeitsgang in
einer anderen Pfanne erhitzt und eine Mischung aus aufgelöstem
Stärkemehl und gewürzter Soße darin aufgekocht, bis sie eingedickt
ist. Diese
Sauce wird über das Gebratene gegossen und die Speise dann
zu Tisch gegeben.
Dadurch erhalten die Zutaten eine knusprige Konsistenz und
eine frische Farbe.
Peng-Braten (Frittieren unter Zugabe von Sauce):
Die Kochmethode ist ähnlich wie die des Liu-Bratens. Die Zutaten zuerst
frittieren,
bis sie
gar sind. Dann die Gewürzmischung ohne das aufgelöste Stärkemehl
hinzugeben. Der Kochvorgang muß kurz und die Kochbewegung
schnell sein. Dadurch
ist die Speise außen knusprig und innen gar, während die
dünnflüssige und
wohlschmeckende Sauce darübergegossen wird.
Bao-Braten (Bei größter Hitze schnell braten): Die
Zutaten in heißem Öl (180 ° - 220 °C) schnell braten. Wenn sie durchgebraten
sind, das
übriggebliebene Öl abgießen. Die vorher vorbereitete Gewürzmischung
zugeben, unter Rühren schnell weiterbraten und den ganzen
Pfanneninhalt
sogleich
servieren. So bekommt das Gericht größtes Aroma und Zartheit.
Chao- und Bian-Braten: Die zutaten werden vor dem
Braten in Würfel, Schnitzel, Streifen oder Scheiben geschnitten
und dann
in heißem
Öl (180 ° - 220 °C) über starkem Feuer unter schnellem
Rühren gebraten. Sobald
der Pfanneninhalt gar ist, wird er sogleich herausgenommen
und serviert. Die Kochzeit darf nur sehr kurz sein, damit
alles frisch
und knusprig
bleibt. Diese Methode hat viele Abwandlungen:
Einfaches Braten (sheng chao): Die rohen Zutaten unter
Rühren braten.
Das Halbgare- oder Gare-Braten (shou chao): Die Zutaten
zuvor gar oder halbgar kochen und dann unter Rühren braten.
Weiches Braten (ruan chao): Die Zutaten mit Teig überziehen,
dann unter Rühren braten und würzen.
Zutaten ohne Teig braten (gan chao): Entspricht der
Methode des weichen Bratens, allerdings sind die Zutaten
hier nicht
mit Teig
überzogen.
Bian-Braten ist identisch mit dem einfachen Braten.
2. Jian, Tie- und Ta-Braten:
Die Zutaten werden zuerst in
Scheiben geschnitten und dann in wenig Öl über mittlerer
Hitze langsam
braten, bis sie goldgelb
sind. Sofort die vorher gemischten Gewürze hineingeben
und die Pfanne hin und her schwenken, so dass die Zutaten gleichmäßig
verteilt und
erhitzt werden. Wurden die Zutaten vorher mit einer
Teighülle überzogen und werden
sie nun langsam gebraten, bis sie auf beiden Seiten
goldgelb sind, heißt das Jian-Braten.
Werden die Zutaten nur auf
einer
Seite goldgelb
gebraten,
wird das Tie-Braten genannt. Beim Ta-Braten werden
die Zutaten mit einer Teighülle überzogen und auf beiden Seiten über
mäßigem Feuer
in wenig
Öl gebraten, bis sie goldgelb sind. Nach dem Zufügen
von Gewürzen und Sauce weiterbraten, bis alles eingedickt ist,
und servieren.
3. Âo (langsames Kochen), Hui (in der Sauce garen lassen),
Men (Dünsten), Shao (Schmoren), Pa (Schmoren und Andicken)
und Ju
(Eintunken und
Schmoren).
Ao und Hui: Bei diesen beiden Koch-Methoden werden die
Zutaten vorher in Scheiben, Stücke, Würfel, Schnitzel
oder Streifen
geschnitten. Die Zutaten im Öl ein Weilchen rühren, sogleich
Brühe und die
Gewürze hinzugeben
und den Pfanneninhalt garen lassen. Bei der Ao-Methode
wird nur eine
Zutat ausgewählt, und es gibt kein Andicken. Bei der
Hui-Kochart hingegen werden viele Zutaten in einen Topf
gegeben. Wenn
der ganze Pfanneninhalt
durchgegart ist, wird dieses Gericht mit aufgelöstem
Stärkemehl angedickt und sofort zu Tisch gegeben.
Men und Shao: Alle
Zutaten in Stücke schneiden, braten und dann Gewürze und Brühe hinzugeben.
Bei der Men-Methode
lässt
man alles
über schwacher
Flamme brodeln, bis die Zutaten weich und voll
durchgegart sind. Beim Shao-Schmoren dagegen werden alle Zutaten
über schwacher Flamme zum
Brodeln gebracht, und dann lässt man sie über starker
Flamme kochen, bis die
Flüssigkeit dicker geworden ist.
Pa und Ju: Beim
Pa-Kochen werden die Mittel zum Andicken erst dann hinzugefügt, wenn
die Zutaten serviert
werden. Deswegen
ist ihre
Flüssigkeit auch
etwas dicker. Bei der Ju-Methode wählt man oft
Zutaten mit Knochen aus, die in Reiswein und Sojasoße eingetaucht
und
ein Weilchen
gebraten werden.
Danach werden die Zutaten mit der im Rezept angegebenen
Flüssigkeit gedünstet.
4. Cuan (in klarer Brühe sieden), Shuan (für kurze
Zeit in siedende Brühe tunken), Zhu (kochen), Dun
(längere Zeit bei
schwacher
Hitze kochen),
Wie (langsames Schmoren) und Wo (Schmoren über
schwachem Feuer):
Cuan und Shuan: Bei diesen beiden Kochmethoden
werden die Zutaten in dünne Scheiben geschnitten.
Bei der
Cuan-Methode werden
sie in klarer
frischer Brühe gesotten. Die Shuan-Kochweise
belässt die
Zutaten besonders frisch und zart, da die verschiedenen
Zutaten von
den Essenden nach
und nach selbst in den Topf (z.B. beim Mongolischen
Feuertopf) gegeben und
für kurze Zeit gegart werden. Sie werden dann
mit den Eßstäbchen herausgefischt, in eine gewürzte
Sauce getunkt
und gegessen.
Zum Schluß wird auch die
Suppe gegessen.
Zhu und Dun: Bei
der Zhu-Kochart lässt man die Zutaten in Wasser oder Brühe über starker
Flamme
so lange
kochen, bis
das Gericht
gar und
weich und die Brühe stark reduziert ist.
Daher braucht man in diesem Fall also
nicht anzudicken. Bei der Dun-Methode lassen
sich zwei Arten unterscheiden: Zur ersten
Art gehört
es, dass
die Zutaten
mit Gewürzen und Brühe
zusammen in einen Topf gegeben werden.
Diesen Topf, dessen Öffnung mit Papier
überspannt ist, stellt man zwei bis drei
Stunden in einen mit Wasser gefüllten Kochtopf und
lässt die Zutaten
darin
gardämpfen.
Bei
der zweiten Art lässt man alle Zutaten
im Wasser sieden und gibt dann
die Gewürze
hinein. Danach werden sie über schwachem
Feuer so lange geschmort, bis sie gar und weich sind.
Wie und Wo: Die
beiden Kochweisen ähneln der des Dun-Schmorens. Man benutzt die Wie-Methode
für
Zutaten, die schwer
weich und mürbe werden,
wobei
solche Zutaten über starkem Feuer so
lange
gekocht werden, bis sie weich geworden
sind. Bei der
Wo-Art werden die
Zutaten über
schwachem
Feuer
drei bis vier Stunden geschmort, bis
sie gar geworden sind.
5. Zheng (Dämpfen):
Zuerst die Zutaten in
ein Eßgeschirr geben sowie Brühe und Gewürze
hinzufügen.
Dann
wird dieses Gericht
im Eßgeschirr
in einem Dampfkochtopf (statt Bambusdämpfkorb)
gedämpft. Erfordert das Gericht keine weichen,
sondern nur
frische und zarte Zutaten,
wird über
starkem Feuer gedämpft. Sobald das Gericht
gargedämpft ist, wird es serviert. Wenn
andererseits das
Gericht weich und
mürbe sein
soll, dämpft man die
Zutaten über schwachem Feuer gar.
6. Lu (Schmoren in Soße), Jiang (Einkochen
in Sojabohnentunke), Xun (Räuchern) und
Kao (Grillen):
Lu und Jiang sind ähnliche Methoden.
Die Zutaten werden in der Soße über schwachem
Feuer geschmort,
wodurch
sie weich
und mürbe
werden
und die
Soße allmählich in die Zutaten eindringt.
Die Soße wird vorher aus Sojasoße, Reiswein,
Zucker,
Salz,
Fünf-Gewürze-Pulver, süßgegorener roter
Reispaste, Ingwer, Porree, Hühnerbrühe
und Wasser hergestellt.
Im
Unterschied
zu Lu sind die bei Jiang verwendeten
Zutaten
vorher in Salz, Sojasoße und
Sojabohnenpaste eingelegt worden. Danach
werden sie in der Soße so
lange über schwachem Feuer geschmort,
bis die Brühe fast vollständig eingedickt
ist.
Xun und Kao: Die
Zutaten werden zuerst gargedämpft oder gargebraten. Danach
werden sie geräuchert.
Als Brennstoff
können Sägemehl,
Erdnussschalen usw. dienen. Bei
der Kao-Methode werden die zu grillenden Zutaten
zuerst mariniert und danach direkt
in einem kleinen Ofen gargeröstet.
7. Ban (Vermischen), Qiang (Kochsalate)
und Yan (Marinieren):
Ban: Die rohen und abgekochten Zutaten
werden kleingeschnitten (Schnitzel
oder Würfel),
mit Sojasoße, Essig und
Sesamöl gewürzt und vermischt.
Nach persönlichem Gusto fügt man
der Speise auch feingehackten Knoblauch,
Ingwersaft,
Sesampaste, Zucker oder Blütenpfefferpulver
hinzu.
Qiang: Die
rohen Zutaten werden in Schnitzel oder Stückchen geschnitten
und ein Weilchen
in heißem
Wasser blanchiert
oder in Öl gebraten.
Vor dem Abkühlen gibt man
ihnen das
chinesische Blütenpfeffer-Öl
zu und mischt alles gut.
Yan: Zum Marinieren
kann man Salz, Reisweintrester oder
Reiswein benutzen.
Beim Salz-Marinieren
werden die rohen
Zutaten mit
Salz bestreut, mit
Salzwasser beträufelt oder
kurz in Salzwasser eingelegt. Man
lässt sie
so lange ziehen,
bis die Flüssigkeit
austritt. Dann
werden
sie gewürzt
und serviert. Beim Reisweintrester-Marinieren
müssen die Zutaten zuerst
in Salz eingelegt und dann in
Reisweintrester mariniert
werden. Handelt
es sich um frische und
lebende Zutaten, werden sie zuerst
so lange in Reiswein
eingelegt,
bis sie gestorben
sind.
Dann werden
sie
mit Salz
oder anderen Beigaben gewürzt.
8. Basi (in heißem Öl kandieren),
Mizhi (Honigsirup) und Guashuang
(Zuckerguß):
Beim Basi werden die Zutaten
zunächst gargebraten oder
gargekocht. In
einem Wok wird dann
ein wenig Öl erhitzt
und Zucker sowie
etwas Wasser
hinzugefügt. Wenn sich
diese Mischung aufgelöst hat, wälzt
man das Gebratene
oder Gekochte
darin, bis
die Zuckerlösung
Fäden
zieht, und serviert es
dann.
Mizhi: Die
Zutaten werden zuvor gargekocht oder
gargedämpft. In einem Wok werden
sie sodann mit
Zucker, Honig
und aufgelöstem Stärkemehl
zusammen erhitzt,
bis alles eingekocht ist.
Guashuang: Die
Hauptzutaten werden zuvor in warmem
Öl gargebraten.
Sie werden dann in eine
Lösung
aus Zucker,
Wasser oder
Öl hineingegeben
und gut verrührt. Nach
dem Herausnehmen
werden sie in weißem
Zucker gewälzt
und aufgetragen.
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