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Taiji-Qigong - Schritt 28: Qi im Ren- und Du-Meridian regulieren
Hinweis (siehe Schritt 23).
Theorie:
Dieser Schritt verlangt völlig innere Konzentration, das heißt, das Yi
(Wille) wird mit den Händen unterstützt, das Qi (Lebenskraft) wird
vom Yi geführt, um den Geist, um Atmung und Energie entlang den Meridianen
zu regulieren. Mit der Konzentration wird glatter Durchfluß im Ren-
und Du-Meridian des kleinen Kreises von Qi geschaffen, um die Gleichgewichtsfunktion
zwischen den zwei Meridianen zu regulieren, zu bessern und zu stärken.

Der Ren- und der Du-Meridian gehören zu der Gruppe von acht
Extra-Meridianen. Das alte Wort "Ren" hatte die gleiche Bedeutung wie das Wort für "Schwangerschaft", ist also eng verbunden mit der Fortpflanzung. Weil Ren alle Yin-Meridiane des
Körpers kontrolliert, ist der Ren-Meridian so auch als der "Ozean aller Yin" bezeichnet. Er kommt aus Dantian, tritt durch Huiyin (Ren 1) auf, steigt entlang
der Mittellinie auf der Vorderseite hinauf, läuft rund um die Lippen
und erreicht die Zone unter den Augen. "Du" bedeutet "Guoverneur" und "Kommandeur". Der Du-Meridian beherrscht nämlich all die Yang des Körpers und ist auch als
der "Ozean von allen Yang" bekannt. Er stammt aus Dantian, tritt durch Huiyin (Ren 1) auf, steigt entlang
der Mittellinie des Rückens hinauf und bewegt sich entlang der Innenseite
des Rückgrats bis zum Gehirn. Er läuft dann rund um den Mund und verbindet
sich mit dem Ren-Meridian, um einen "kleinen Kreis von Qi" zu bilden, und dies ist daher auch als "Verbindung des Ren- und des Du-Meridianes" bekannt.

Der erste Punkt des Ren-Meridians ist Huiyin (R. 1); Chengjian (R. 24)
ist der Endpunkt.
Der erste Punkt des Du-Meridians ist Changqiang (D. 1); Yinjiao
(D. 28) ist der Endpunkt.


Methode:
1. Im Anschluß an die letzte Bewegung drehen sich die beiden Handflächen
nach unten, die Finger strecken sich nach außen (Abb. 28-1). Dann drehen
sich die Handflächen nach oben, mit Konzentration zeigen die Finger
nun gegen Huiyin (Ren 1). Für Leute, die schwach an Yin und zu reich
an Yang sind, wird das Qi von Huiyin nach oben entlang der Mittellinie
(Ren-Meridian) an der Vorderachse, durch den Mund und die Augen bis
zu Baihui (Du 20) (Abb. 28-2) gelenkt. Nun halten sich die beiden Arme
gemeinsam mit Konzentration in die Höhe über dem Baihui (Du 20), die
Handflächen richten sich nach unten, dabei Einatmung (Abb. 28-2). Dann
wird der Körper mit Qi gefüllt, während die beiden Hände nach und nach
sinken, aber die Konzentration läuft von Baijui (Du 20) entlang der
Mittellinie des Rückens durch Mingmen (Du 4) zu Huiyin (Ren 1), begleitet
von Ausatmung (Abb. 28-3). Diese Übung trägt zur Steigerung von Yin
und Senkung von Yang bei und ist für die Überfunktion von Leber-Yang
sowie für Leute, die beispielsweise an erhöhtem
Blutdruck leiden, geeignet.



2. Für Leute, die schwach an Yang und zu reich an Yin sind,
wird das Qi von Huiyin entlang der Mittellinie des Rückens (Du-Meridian)
durch Mingmen (Du 4) nach oben bis zu Baihui (Du 20) gelenkt, die beiden
Arme werden gemeinsam mit Konzentration über dem Baihui (Du 20) gehoben,
die Handflächen richten sich nach unten. Die Bewegung ist wie oben, aber
die Konzentration ist anders. Dann läuft die Konzentration durch die
Augen und den Mund und sinkt langsam entlang der Mittellinie an der Vorderseite,
begleitet von Ausatmung (Abb. 28-4). Huiyin (Ren 1) wird mit Qi gefüllt.
Diese Methode der Übung bezweckt, Yang zu steigern und Yin zu senken,
und ist für diejenigen geeignet, die schwach an Yang und überreich an
Yin sind. Diese Menschen leiden an Hypothyreose, haben ein Kältegefühl
im Körper und sind schwach an Yang, mit schwachdem Metabolismus verbunden,
oder haben andere chronische Krankheiten.

3. Für solche, die gesund sind und ein Gleichgewicht zwischen
Yin und Yang haben, wird das Qi vom Ren- und Du-Meridian entlang der
Mittellinie, dem Durchgang von Jing Qi, reguliert, der sich in der Linie
zwischen Huiyin und Baihui befindet. Gewöhnlich kann man bei der Übung
das Gefühl haben, dass Qi durch diesen Durchgang durchfließt.
Die obige Steigerung und Senkung werden als einmalig gerechnet
und drei- bis fünfmal wiederholt.
Funktionen:
Dieser Schritt kann die eigene Regulierfunktion der beiden Meridiane
von Ren und Du verstärken und dazu helfen, die Koordinierung von Yin
und Yang im ganzen Körper aufrechtzuerhalten, was ein gesundheitsfördernder
Zustand von "harmonischem
Gleichgewicht von Yin und Yang" und eine "ausgeglichene Kontrolle von Geist und Seele" darstellt. Deshalb hat dieser Schritt gute therapeutische Wirkung zur Verhütung
und Heilung von hohem Blutdruck, Neurosen und Beschwerden in den Wechseljahren.
Taiji-Qigong -Selbstbewertung der Wirkungen nach den Bewegungsübungen
Taiji-Qigong - Schritt 1: Anfangsschritt und Atemanpassung
Taiji-Qigong - Schritt 2: Öffnen der Brust
Taiji-Qigong - Schritt 3: Tanzen mit dem Regenbogen
Taiji-Qigong - Schritt 4: Die Wolken mit schwingenden Armen zerteilen
Taiji-Qigong - Schritt 5: Rückrollen des Oberarms in fester Haltung
Taiji-Qigong - Schritt 6: Rudern in der Mitte des Sees
Taiji-Qigong - Schritt 7: Einen Ball vor der Schulter halten
Taiji-Qigong - Schritt 8: Körper drehen, um nach dem Mond zu schauen
Taiji-Qigong - Schritt 9: Hüfte drehen und Handflächen schieben
Taiji-Qigong - Der Schluß-Schritt
Taiji-Qigong - Schritt 10: Reitende Haltung mit Handbewegung in den
Wolken
Taiji-Qigong - Schritt 11: Links und rechts aus dem Meer fischen und
zum Himmel blicken
Taiji-Qigong - Schritt 12: Qi-Regulierung bei Aufwärts- und Abwärts-Bewegungen
Taiji-Qigong - Schritt 13: Von links und von rechts Wellen vorwärtstreiben
und verstärken
Taiji-Qigong - Schritt 14: Die Brust und den bauch mit Qi besänftigen
Taiji-Qigong - Schritt 15: Fliegende Taube bereitet ihre Flügel aus
Taiji-Qigong - Schritt 16: Zwei Drachen schlingen sich um die Säule
Taiji-Qigong - Schritt 17: Den Schwanz des Spatzen von links nach rechts
her fassen
Taiji-Qigong - Schritt 18: Tragen und Füllen mit Qi
Taiji-Qigong - Schritt 19: Handflächen in reitender Haltung schließen
Taiji-Qigong - Schritt 20: Den Arm strecken, gleichzeitig die Faust
zum Angriff heben
Taiji-Qigong - Schritt 21: Die fliegende große Wildgans
Taiji-Qigong - Schritt 22: Das sich drehende Schwungrad
Taiji-Qigong - Schritt 23: Die drei Yin-Meridiane des linken und des
rechten Armes (Bewegungsablauf von Brust zu Händen)
Taiji-Qigong - Schritt 24: Die drei Yang-Meridiane des linken und des
rechten Armes (Bewegungsablauf von Händen zu Kopf)
Taiji-Qigong - Schritt 25: Die drei Yang-Meridiane des linken und des
rechten Beines (Bewegungsablauf von Kopf zu Füssen)
Taiji-Qigong - Schritt 26: Die drei Yin-Meridiane des linken und des
rechten Beines (Bewegungsablauf von Füssen zu Kopf)
Taiji-Qigong - Schritt 27: Einen Ball, auf der Stelle tretend, aufspringen
lassen
Taiji-Qigong - Schritt 28: Qi im Ren- und Du-Meridian regulieren
Taiji-Qigong - Der Schluss-Schritt
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