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Grundlegende Fußbewegungen im Taijiquan (chin. 太极拳 verkürzend Tai Chi oder chinesisches Schattenboxen)

Die grundlegenden Fußbewegungen des Taijiquan variieren je nach den technischen Besonderheiten der Basisübungen sehr viel. Hier eine Beschreibung von zwei typischen Fußbewegungen:

(1) Übungen des Wechsels von leeren und festen Schritten
Die Beinstellung ist wichtig für eine korrekte Körperhaltung und die Gewährleistung stabiler und fester Bewegungen und einer normalen Atmung für maximale Kraft.

Das Taijiquan erfordert eine klare Unterscheidung zwischen Leere und Festigkeit und zwischen Leichtigkeit und Stabilität, wenn die Beine vorrücken, sich zurückziehen, sich wenden oder die Schritte sich ändern. Das Bein, das das meiste Gewicht trägt, ist das solide und feste Bein, während das andere das Leere ist. Nur wenn klar zwischen dem leeren und dem festen Bein unterschieden wird, können die Bewegungen fest und flexibel ausfallen und die Füße frei und leicht vorwärtsgehen, sich wenden oder rückwärtsgehen.
Der rechte Fuß vorn und der linke Fuß hinten bilden den rechten Bogenschritt. Beim diesem Schritt wird das Gleichgewicht auf das hintere linke Bein verlagert, während die rechte Ferse auf dem Boden aufsitzt und die Zehenspitzen nach oben gerichtet sind. Dann wird das Gleichgewicht auf das rechte vordere Bein mit der Sohle des rechten Fußes auf dem Boden verlagert. Von dieser Stellung aus wird der linke Fuß langsam gehoben und einen Schritt nach vorn bewegt, wobei die Ferse zuerst auf den Boden aufgesetzt wird. Das Gleichgewicht nun langsam nach vorn verlagern und dann den ganzen Fuß auf den Boden setzen, das rechte Bein natürlich strecken und das linke Bein am Knie beugen, um einen linken Bogenschritt zu bilden. Dann das Gleichgewicht nach hinten verlagern, wobei das rechte Bein das Körpergewicht trägt und die linke Zehenspitze sich nach oben richtet. Anschließend das Gleichgewicht nach vorn verlagern, während das linke Bein das Körpergewicht trägt. Schließlich den rechten Fuß heben und einen Schritt nach vorn bewegen, wobei die rechte Ferse zuerst auf den Boden aufgesetzt wird und die Zehenspitze nach oben gerichtet ist. Die Übung wiederholen (Abb. 4-12, 4-13 und 4-14).

Zu beachten ist: Diese Fußbewegungsübungen zielen vor allem darauf ab, die Schwierigkeiten des Wechsels von der Leere zur Festigkeit und umgekehrt zu meistern. Bei den Übungen muß man sicherstellen, dass das Gleichgewicht gehalten wird und der Oberkörper aufrecht ist.

(2) Gleichgewichtsübungen

1) Auf voneinander getrennten Füßen stehen. Sich konzentrieren und geradeaus blicken (Abb. 4-15).

2) Hände vor dem Bauch kreuzen und vor die Brust legen, die Handflächen nach innen gerichtet. Gleichzeitig das rechte Knie langsam heben, das linke Bein leicht beugen und natürlich stehen, um das Körpergewicht zu stützen. Auf die Hände sehen (Abb. 4-16).

3) Die beiden Hände aufwärts bis Schulterhöhe heben und beiderseits Kreisbewegungen vollführen, wobei die Handflächen schräg nach außen gerichtet sind. Langsam mit dem rechten Fuß nach vorne rechts treten, wobei die Kraft in der Ferse sitzt. Auf die rechte Hand sehen (Abb. 4-17).

4) Den ganzen Fuß des rechten Beins auf den Boden setzen, die Hände natürlich an den Seiten sinken lassen. Auf voneinander getrennten Füßen stehen. Dann die Hände vor dem Bauch kreuzen und vor die Brust legen, die Handflächen nach innen gerichtet. Gleichzeitig das linke Knie langsam anheben, das rechte Bein leicht anwinkeln und aufrecht stehen, um das Körpergewicht zu stützen. Auf die Hände blicken (Abb. 4-18).

5) Die beiden Hände aufwärts bis Schulterhöhe heben und beiderseits Kreisbewegungen vollführen, wobei die Handflächen schräg nach außen gerichtet sind. Mit dem linken Fuß langsam nach vorne links treten, wobei die Kraft in der Ferse sitzt. Auf die linke Hand schauen (Abb. 4-19).

6) Das linke Bein mit dem ganzen Fuß auf den Boden setzen, beide Hände natürlich an den Seiten sinken lassen. Auf voneinander getrennten Füßen stehen. Die Übung wiederholen.
Zu beachten ist: Den Körper aufrecht halten und nicht hin und her schwanken. Das Gleichgewicht halten. Langsam mit dem Fuß treten und den Fuß ebenso langsam aufsetzen. Die ganze Bewegung soll weich und langsam und mit einer gleichmäßigen Geschwindigkeit vor sich gehen.

Anfänger verlieren oft ihr Gleichgewicht und schwanken, wenn sie auf einem bein stehen. Das ist darauf zurückzuführen, dass das Bein nicht kräftig genug ist. Folgende Punkte sind zu beachten:

a. Das Gleichgewicht langsam verlagern
Der allgemeine grund für den Verlust des Gleichgewichts liegt darin, das Gleichgewichtszentrum nicht zu beherrschen. Es gilt, Gleichgewicht langsam zu verlagern. Wenn zum Beispiel das Körpergewicht auf dem linken Bein ruht, soll man das rechte Bein nicht plötzlich anheben. Es ist wichtig, den linken Fuß fest auf den Boden zu setzen, das Gleichgewicht langsam auf das linke Bein zu verlagern und die linke Hüfte sinken zu lassen, bevor man das rechte Bein langsam anhebt.

b. Das Gleichgewicht zwischen den oberen Gliedmaßen
Während man die Fußbewegungen ausführt, sollen die Arme das Gleichgewicht halten. Der Bogen und die Höhe der Hände sollen gleich sein, wenn sie offen sind. Die Hände sollen sich getrennt voneinander nach oben oder unten in einem Bogen bewegen. Das hilft, den Körper im Gleichgewicht zu halten. Die Hände und Füße sollen sich koordiniert in die jeweilige Richtung und koordiniert in der Geschwindigkeit bewegen, um zwischen Händen und Füßen, Ellbogen und Knien sowie Schultern und Hüften eine Einheit zustande zu bringen.

C. Aufrecht und bequem stehen

Anfänger neigen oft fehlerhaft den Oberkörper oder lehnen sich rückwärts, um das Gleichgewicht zu halten, wenn sie auf einem Bein stehen.

Je mehr sie das tun, desto schwieriger ist es für sie, das Gleichgewicht zu finden. Weil sie fürchten, hinzufallen, stören sie die natürliche und bequeme Haltung ihres Oberkörpers. Um dies zu berichtigen, muß man den Kopf und den Oberkörper aufrecht und entspannt halten. Nur auf diese Weise wird das zu unterstützende Bein relativ fest sein.

d. Das Kniegelenk des zu unterstützenden Beins leicht angewinkelt halten. Das trägt zur Senkung des Körpergewichts-Mittelpunkts bei und dient als Stoßdämpfer und Ausgleich. Es ist eine wichtige Maßnahme für die Stabilisierung des Gleichgewichts.

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