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Deutscher Pavillon Shanghai Expo 2010

Wichtig für die Stadt von morgen sind Vielfalt und Gleichgewicht – nicht Gleichheit.

Im Deutschen Pavillon in Shanghai präsentiert sich die Bundesrepublik als vielseitige, ideenreiche Nation, als ein innovatives und zukunftsorientiertes Land, das gleichzeitig großen Wert darauf legt, Wurzeln zu erhalten und Traditionen zu bewahren. Wichtig für die Stadt von morgen sind Vielfalt und Gleichgewicht – nicht Gleichheit. Erst durch ihr Zusammenspiel entstehen ihre besondere Lebensqualität und Lebensenergie. Darum gilt es, diese Vielschichtigkeit zu bewahren – ohne dabei auf Innovation und Technik zu verzichten. Dieses ganz eigene, individuelle Gesicht Deutschlands will die Bundesrepublik glaubhaft und nachhaltig umsetzen. Der deutsche Beitrag zum Thema der EXPO 2010 "Better City, Better Life" lautet daher: balancity – eine Stadt in Balance zwischen Erneuerung und Bewahren, zwischen Innovation und Tradition, zwischen Urbanität und Natur, zwischen Gemeinschaft und Individuum, zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Globalisierung und nationaler Identität. Dieser Kerngedanke ist überall im Deutschen Pavillon zu finden und für den Besucher erlebbar. Das Kunstwort aus "Balance" und "City" greift damit das EXPO-Thema "Better City, Better Life" auf.

balancity

Der Grundgedanke von balancity spiegelt sich bereits in der Architektur wider. Eine Stadt ist ein gebautes Sinnbild für die Balance von Vielfalt und Dichte, gebildet aus unterschiedlichen historischen Schichten, Räumen, Funktionen und Atmosphären.

Der Wandel der Industrie von der Produktion zur Dienstleistung hat in vielen Städten große Fabrik- und Lagerflächen dem öffentlichen Leben freigegeben, die zu attraktiven Park- und Wohnanlagen umgewandelt worden sind. Der Naturraum, die Landschaft hält Einzug in die Stadt. Die historisch gewachsenen Antipoden Stadt und Landschaft verzahnen sich im zeitgenössischen europäischen Städtebau zu einem Organismus des Miteinanders.

Das entstehende Bewusstsein für nachhaltige, energieeffiziente Lebenskonzepte führt zu einer Integration der Natur in städtische Räume und Architekturkonzeptionen. Die Architektur des Deutschen Pavillons ist wie ein dynamischer, urbaner Organismus, eine begehbare dreidimensionale Skulptur gedacht und spiegelt die Vielfalt des Lebens in der Stadt und der Landschaft in Deutschland wider.

Die Pavillonstruktur

Der Pavillon gliedert sich in zwei Bestandteile: Landschaft und Baukörper. Eine Terrassenlandschaft erstreckt sich vom Erdgeschoss bis zum dritten Obergeschoss. Darüber scheinen vier silberfarbene Ausstellungskörper zu schweben. Sie bilden ein Dach, das die Besucher, die durch Isometrie Terrassenlandschaft © Architektur Schmidhuber + Kaindl / Ausstellung Milla & Partner die Landschaft wandern, vor Sonne und Regen schützt. Zwischen den Ausstellungskörpern und der Landschaft entsteht ein räumliches Spiel von innen und außen, Licht und Schatten, Enge und Weite.

Die Terrassenlandschaft

Die Infrastruktur des Pavillons, die Besucherinformation, der Souvenirshop, das Restaurant, die Servicebereiche und die Büros sind in die begehbare Terrassenlandschaft eingebettet. Sie bilden einen T-förmigen Grundriss, der mit seiner Längsseite an die Erschließungsstraße angrenzt. Der gesamte Servicebereich des Pavillons ist in diesem rückwärtigen Bereich angeordnet. Der kurze Schenkel des T-förmigen Grundrisses teilt die Erdgeschossfläche in die Landschaft und einen urbanen, städtischen Bereich. Hier liegen Veranstaltungsplatz mit Bühne und Fläche für temporäre Ausstellungen und Events, Souvenirshop und deutsches Restaurant.

Die Erlebnistour durch balancity beginnt für die Besucher mit der Terrassenlandschaft im Erdgeschoss. Wie ein Labyrinth schlängelt sich der Weg als Wartebereich in Richtung Einlass. Dabei entstehen unterschiedliche Raumsituationen, Tunnel, Plätze und Höfe. Er endet auf einer Terrasse im ersten Obergeschoss, die einen Ausblick auf die Landschaft und den urbanen Platz des Pavillons eröffnet. Über einen Tunnel betritt der Besucher die städtischen Erlebnisräume von balancity.

Der Deutsche Pavillon als Raumskulptur

Vier große Ausstellungskörper sind Sinnbild für das Spiel der Kräfte aus Tragen und Belasten, Anlehnen und Stützen. Für sich allein betrachtet befindet sich jeder Körper in einem labilen Gleichgewicht. Erst im Zusammenspiel der Körper miteinander entsteht ein stabiles Gleichgewicht. Das spiegelt die Idee von balancity im architektonischen Sinne wider. Die Körper bilden ein großes Dach über der Landschaft, das den Besuchern Schatten spendet und vor Regen schützt. Es entsteht ein spannungsvoller Wechsel von Innen- und Aussenraum, von Licht und Schatten, von Gebautem und Natürlichem, von Stadt und Landschaft.

Der Weg durch die Ausstellungskörper ist wie eine Promenade angelegt. Der Besucher bewegt sich, wie in einer Stadt üblich, aktiv und passiv durch die Räume: zum Teil zu Fuß, zum Teil auf Fahrsteigen und wird so durch die verschiedenen städtischen Räume von balancity geführt. Dabei gehen zweigeschossige in eingeschossige Räume über, ihre Steigungen und Wendungen moderieren den Besucherfluss.

Abschließender Höhepunkt ist die Energiezentrale, ein vertikaler Theaterraum von zwölf Metern Höhe mit drei kreisförmigen Rängen. Über drei parallel übereinander laufende Treppenanlagen betreten 600 Besucher gleichzeitig den Raum. Im richtigen Timing entfaltet seine Dramaturgie ihre Wirkung: Gemeinsam erlebt das Publikum den ersten großen Eindruck eines imposanten Theaterraums. Das schafft Gemeinschaft für die Show im Anschluss. Danach wird der Besucher über die spiralförmige Treppenanlagen wieder nach unten und auf den Veranstaltungsplatz geführt.

Die Oberflächen und Fassaden

Die Landschaft erinnert an ein geologisches Schichtmodell, ein ausgestochenes Stück Land, auf dessen Oberfläche ein spezielles Gras wächst, das sich über den Zeitraum der EXPO von Grün zu Rot verfärbt und so den Wandel der Jahreszeiten abbildet. Die Seiten legen gleich einem Steinbruch die einzelnen Erdschichten frei, die aus Holzlamellen bestehen. Eine der Erdschichten zeigt in Form von Solarzellen den Energieträger der Zukunft: Silizium.

Über der Landschaft balancieren die Ausstellungskörper wie Wolken. Ihre Fassade ist mit einer transparenten Membran bespannt. Das silbern glänzende Gewebe reduziert die Sonneneinstrahlung und verwandelt sich abends in ein Lichtsegel. Durch die Transparenz der Membran verändert sich je nach Tageszeit und Witterung das Erscheinungsbild des Pavillons; mal sieht er aus wie ein opaker Kristall, mal lässt die Fassade wie eine durchsichtige Gaze das Innere des Pavillons durchscheinen.

Die Protagonisten Jens und Yanyan

Auf dem Weg durch den Deutschen Pavillon begleiten den Besucher zwei Protagonisten, ein junger Deutscher und eine junge Chinesin. Jens hat als Student ein Jahr an der Universität in China verbracht und zeigt nun Yanyan, einer Architektur-Studentin, die er dort kennen gelernt hat, Deutschland – sein Land und seine Lebenswelt. Gemeinsam mit den beiden jungen Menschen, die zunächst multimedial auftreten, gilt es, nach und nach balancity zu entdecken. Auf dem Weg durch die "Stadt im Gleichgewicht" erläutern Jens und Yanyan den Besuchern Ideen und Lösungen zu urbanen Herausforderungen. Sie zeigen Innovationen und Konzepte "Made in Germany", die einen Beitrag zum EXPO-Thema "Better City, Better Life" beisteuern.

Die Landschaft

Die Pavillon-Besucher kommen in einer begehbaren Terrassenlandschaft an. Am Wegesrand stehen riesige, dreidimensionale Postkarten, die Jens an Yanyan geschrieben hat. Deutsche Landschaften und Sehenswürdigkeiten wie die Sächsische Schweiz, das Brandenburger Tor oder das Schloss Neuschwanstein repräsentieren ihr jeweiliges Bundesland und geben erste Einblicke in das Leben in Deutschland. Auf diesem Bundesländerparcours gelangt der Besucher hinein in die Stadt. Wer möchte, kann sich vor den Postkarten fotografieren lassen. So wird selbst das Warten auf den Einlass zu einer spannenden Entdeckungsreise.

Der Stadtrand

Der Weg des Besuchers steigt langsam an und führt ihn auf eine Rampe. Hier zeigen in den Boden eingelassene Luftaufnahmen besondere und typische Stadtrandstrukturen Deutschlands. Exponate in Vitrinen und interaktiven Stelen erlauben tiefere Einblicke. Vorgestellt werden besonders nachhaltige Versorgungseinrichtungen und Erholungsräume für die Bewohner deutscher Städte. Die ausgewählten Beispiele stehen für eine ökologische und nachhaltige Entwicklung moderner deutscher Städte. So unterstreicht der Solarpark Brandis / Waldpolenz als eines der größten Solarkraftwerke der Welt Deutschlands Vorreiterrolle als Erzeuger erneuerbarer Energien, während der Schwarzwald für die perfekte Balance zwischen stadtnaher Erholung und nachhaltig betriebener Forstwirtschaft steht.

Der Tunnel

Durch eine pulsierende Lichtschleuse betreten die Besucher einen Fahrsteig. Über einen Tunnel mit multimedialer Inszenierung werden sie mitten in das Bilder- und Geräuschemeer einer Stadt hinein gezogen: Züge, Autos und Busse, Fußgänger und Skater ziehen an den Besuchern vorbei. So macht der Tunnel die Vielfalt der Mobilität in Deutschland spürbar und lässt den Besucher in die dynamische Stadtatmosphäre von balancity eintauchen.

Der Hafen

Das Ende des Tunnels öffnet sich zu einem tiefblauen Unterwasserraum mit Wassergeräuschen, Luftblasen, Spiegelungen und Reflexionen. Auf einer Rolltreppe durchstoßen die Besucher scheinbar die Wasseroberfläche und betreten ein beeindruckendes zukunftsweisendes Stadtbild: Typische Hafengeräusche und ein spektakuläres Panorama von nachhaltigen Vorzeigebauten wie der Elbphilharmonie, dem Science Center oder dem Unilever-Gebäude empfangen die Besucher. Hier geht es nicht nur um Erneuern, sondern auch um Bewahren; es geht darum, auf alten Wurzeln Neues zu bauen.

Das Planungsbüro

Aus einer städtischen Skyline entfaltet sich ein neuer, großer Raum mit überdimensional großen Plänen, Modellen und Skizzen, die aus den Wänden und dem Boden ragen. Thema sind hier innovative und nachhaltige Stadtentwicklung und städtische Infrastruktur als ein lebendiger Prozess. Als Beispiele dienen u.a. die HafenCity Hamburg als Europas größtes innerstädtisches Projekt nachhaltiger Stadtentwicklung, die Solarsiedlung am Schlierberg in Freiburg mit ihren Plusenergiehäusern oder der Umbau von Großwohnsiedlungen, der demonstriert, wie man durch gezielten Rückbau und planvolle Landschaftsarchitektur veraltete Plattenbausiedlungen revitalisieren kann.

Auch soziale Nachhaltigkeit wird in diesem Raum thematisiert: Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser zeigt wie Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen miteinander in Dialog treten und voneinander profitieren können. die Hamburger HafenCity mit blauem Himmel, Möwengeschrei und Menschen.

Der Garten

Der Besucher betritt den Garten von balancity, der Energie, Kraft und Lebensfreude ausstrahlt. Der Raum ist eine Inszenierung aus Bildern, Geräuschen und dreidimensionalen Objekten, die die Bedeutung von privaten Grünflächen und Momenten der Erholung inmitten der modernen und pulsierenden Metropolen erlebbar machen. Riechstationen mit Blumen-, aber auch Grillduft versetzen die Gäste von balancity in deutsche Gärten. Thematisiert werden Formen typisch deutschen Grüns wie etwa der Schreber- oder der Schulgarten, aber auch nachhaltige Integrationsprojekte wie die Interkulturellen Gärten. Kinder können von hieraus den nächsten Raum über eine große Rutsche erreichen.

Das Depot

Ein großer Raum, in dem warme Holztöne dominieren, empfängt jetzt den Besucher auf seinem weiteren Weg. Hochregalartige Strukturen bis zur Decke sind gefüllt mit innovativen Design-Produkten, mit Dingen, die zu einem besseren Leben in der Stadt beitragen. Präsentiert wird die Vielfalt der deutschen Design- und Ingenieursleistungen. Die Palette reicht vom Messerset TWIN Profection der Zwilling J.A. Henckels AG, über das Kinderholzlaufrad LIKEaBIKE der Firma Kokua bis hin zu der mikroprozessorgesteuerten Beinprothese C-LEG von der Otto Bock Healthcare GmbH. Auch für die kleinen Besucher gibt es viel zu entdecken: Innovative Spielzeugkreationen bekannter deutscher Hersteller lassen Kinderherzen höher schlagen - von Playmobil über fischertechnik bis hin zum Kosmos Experimentierkasten. Im Anschluss daran betreten die Menschen eine hoch technisierte Produktionshalle, die Fabrik.

Die Fabrik

Die Fabrik ist ein Raum, der ständig in Bewegung ist. Die Besucher werden über Fahrsteige befördert; ein Kreisförderer an der Decke transportiert schemenhafte Objekte, die zunächst nicht zu erkennen sind. Erst wenn sie die interaktiven Scanner-Stationen durchfahren, wird deutlich, was sich dahinter verbirgt. Der Besucher kann die Objekte per Gestensteuerung durchleuchten und Informationen in Form von Filmen dazu abrufen. Die Objekte stehen für Innovationen, Produkte und Verfahren deutscher Unternehmen und Institutionen zum EXPOThema "Better City, Better Life" - zukunftsweisende Schlüsseltechnologien wie die organische Photovoltaik, Offshore-Windenergie oder emissonsfreie Mobilität. Ein weiterer Bereich der Fabrik enthält innovative Materialentwicklungen aus Deutschland zum "Begreifen": organische Materialien wie Pappelflaum und künstliche Spinnenseide oder Hightech-Produkte wie schadstoffneutralisierende Dachsteine und textilbewehrter Beton können berührt, ertastet und gerochen werden.

Der Park

Im deutlichen Wechsel zur betriebsamen Fabrik folgt ein Stadtraum mit Tageslichtatmosphäre, der Ruhe und Heiterkeit ausstrahlt. Aus einer umgekehrten Blumenwiese hängen Schauglocken mit 360°-Panoramen von oben herab und lassen die Besucher im wahrsten Sinne des Wortes in öffentliche Grünanlagen deutscher Städte eintauchen. Parks aus ganz Deutschland sind hier vertreten, darunter der Englische Garten in München, die Wilhelma in Stuttgart, der Landschaftspark Aqua Magica in Bad Oeynhausen oder der Bibelgarten St. Johanniskloster in Schleswig. Am Ende des Raumes lassen sich außerdem besondere Geschichten im Inneren von Traumkugeln entdecken.

Das Atelier

Die Reise durch die Stadt führt die Besucher nun vom Tageslicht in das Atelier. In diesem Raum geben unterschiedliche Kabinette Einblick in Projekte deutscher Künstler, in Gebäude der Kreativität und in Werkstätten, die zur kulturellen Balance der Stadt und ihrer Bewohner beitragen. Nicht nur Themen wie Gunter Demnigs "Stolpersteine", die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern und das Bild deutscher Städte verändert haben, sondern auch die RUHR.2010, Kulturhauptstadt Europas im EXPO-Jahr, ein Bücherturm, an dem wichtige Werke deutscher Autoren zu hören sind oder bunte Masken der schwäbisch-alemannischen Faßnacht zeigen die Lebendigkeit und Vielfalt deutscher Kultur. An vielen dieser Stationen können sich die Besucher auch selbst einbringen, kreativ sein und so zur Lebendigkeit des Raumes beitragen.

Der Stadtplatz

Der Stadtplatz ist das Zentrum von balancity; er ist der Ort, an dem sich die Stadtbewohner begegnen – mit Raum für gemeinsame Erlebnisse, Kommunikation und freie Meinungsäußerung. Hier treffen die unterschiedlichsten Kulturen und Generationen aufeinander, entstehen Blickkontakte und gemeinsame Aktivitäten. Und er ist die Bühne für Kunst und Kultur.

Dieser Raum geht den Besuchern ins Ohr. Auf einer geschwungenen Leinwand ist "Tonfänger" Konrad Küchenmeister bei der Arbeit zu sehen. Auf der Suche nach den Tönen der Stadt nimmt er, ausgerüstet mit Mikrofon und großem Lautsprecher, die Besucher mit auf eine Reise durch deutsche Städte. Auf Stadtplätzen und bei Veranstaltungen wie Open-Air-Konzerten, Stadtfesten oder einem Stadtmarathon nimmt er Musik, Schauspiel und Gesang, aber auch das Lachen von Kindern, lautstarke Demonstranten, bellende Hunde und das Klacken von Skateboards auf. Seine gesammelten Klänge fügen sich wie die Instrumente eines Orchesters zu einer mitreißenden musikalischen Stadtsymphonie mit starken Bildern. Die Stadt mit ihren Menschen und deren Begegnungen wird zu einer vielfältigen, lebendigen und pulsierenden Metropole, in der das Leben Spaß macht.

Das Forum

Gegenseitiges Verstehen, miteinander lachen und voneinander lernen, gemeinsam nach Lösungen für die Zukunft suchen - das sind die Grundlagen erfolgreicher Zusammenarbeit. Das Forum in balancity ist das Verbindungsglied zwischen Deutschland und China und steht für Dialog und Austausch. Hier präsentiert sich "Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung". Während der ersten fünf Stationen der Veranstaltungsreihe kam es zwischen 2007 und 2009 in Diskussionen und auf Konferenzen, in Ausstellungen, bei Aufführungen und beim Popfestival und nicht zuletzt auf der Straße zu anregenden Begegnungen und konstruktiven Dialogen, woraus konkrete Projekte hervorgegangen sind. Die EXPO in Shanghai ist die letzte Station. Das Forum präsentiert diese Beispiele, die zeigen, wie Ideen und Impulse einzelner Menschen zur Energie und zur Lebensqualität der Städte beitragen können. Dabei werden konkrete Teilnehmer der Veranstaltungsreihe wie die Musiker Tobias Escher und Li Tianlong (alias "Jazz Boy") oder Dr. Zhang Hui und Prof. Hans-Peter Leimer vorgestellt. Sie erzählen von ihrer ganz persönlichen deutsch-chinesischen Begegnung. Hier wird deutlich, dass "Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung" zu einer Plattform des Austauschs geworden ist – für Fachleute, Künstler und Bürger, für Wissenschaftler, Lehrer und Unternehmer, über Landes -, Kultur- und Sprachgrenzen hinweg.

Im Forum warten die Besucher auf den Einlass zur Show in der Energiezentrale, einem Kegel, der am Ende des Raumes bereits geheimnisvoll und tiefrot pulsiert. Aus seinem Inneren sind Geräusche und Rufe zu hören. Die Spannung steigt.

Die Energiezentrale

Hier entsteht die Energie, die eine Stadt zum Leben braucht. Die Energiezentrale ist das Herz von balancity und das Highlight des Deutschen Pavillons, die Quelle von Kraft und Lebensfreude. Dabei sind es die Besucher selbst, die die Quelle dieser Energie sind. Die Ideen, Gedanken und Impulse der verschiedenen Menschen werden in ein Gleichgewicht gebracht und kreieren eine Stadt in Balance.

Die Besucher betreten einen eindrucksvollen, energiegeladenen Raum, der mit einer spannungsvollen Lichtchoreografie bespielt ist, und verteilen sich auf drei Ränge. Von dort blicken sie auf das zentrale Element: eine Kugel. Sie hat einen Durchmesser von drei Metern, und ihre Oberfläche ist mit rund 400.000 LEDs besetzt. Im Lauf der siebenminütigen Show entstehen auf ihr Bilder, Farben und Formen. Sie stehen für Impulse aus Deutschland zum EXPO-Thema "Better City, Better Life".

Jens und Yanyan, die die Besucher bisher virtuell auf ihrer Reise durch den Pavillon begleitet haben, treten nun live auf. Auf Kickboards jagen sie auf der zweiten Ebene im Kreis herum und laden die Besucher zum Mitmachen ein. Mit Hilfe von Jens und Yanyan stellen sie schnell fest, dass sie die Kugel und den ganzen Raum durch Rufen beeinflussen und zum Leben erwecken können. Die Kugel beginnt zu pendeln. Sie lädt sich mit der Energie des Publikums auf, fliegt höher und höher, wird schneller und schneller. An ihrem höchsten Punkt geht das Pendel in eine Kreisbewegung über.

In den Bildwelten der Kugel, die von Vielfalt und Gegensätzlichkeiten erzählen, bauen die Besucher selbst eine gemeinsame Stadt der Zukunft, in der sich alle wohlfühlen und in der alles seinen Platz hat, eine Stadt, die von Gegensätzen lebt und deren Vielfalt zur Lebensqualität aller beiträgt. Auf der Kugel entsteht ein Stadtbild, in dem sowohl das Erneuern als auch das Bewahren wichtig sind, in dem sich unterschiedliche Kulturen ergänzen und bereichern und verschiedene Generationen sich gegenseitig unterstützen und helfen. Jens und Yanyan zeigen den Besuchern, wie wichtig es ist, selbst etwas für die Stadt der Zukunft zu tun, dass es auf jeden einzelnen ankommt und dass man – im wahrsten Sinne des Wortes – gemeinsam etwas verändern und bewegen kann.

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