Shanghai - Wirtschaft
Die Stadt ist seit langem eines der führenden Zentren der
Textilherstellung in der Volksrepublik China. Weitere bedeutende Produktionszweige
sind unter anderem die Herstellung von chemischen und pharmazeutischen
Erzeugnissen, Fahrzeugen (vor allem Schiffe), Maschinen, Stahl, Papier
und Druckereierzeugnissen. Darüber hinaus werden in großem
Umfang elektrotechnische und elektronische Anlagen und Geräte wie
zum Beispiel Computer, Radios und Kameras angefertigt. In Shanghai findet
auch die Weltausstellung (Expo) 2010 statt.
Mit Beginn der chinesischen Wirtschaftsreformen Anfang der 1980er Jahre
wurde Shanghai zunächst von den südlichen Provinzen, wie zum
Beispiel Guangdong überflügelt. Mit Beginn der 1990er Jahre
ist von der chinesischen Regierung unter Jiang Zemin heftig in Shanghai
investiert worden, mit dem Ziel ein neues Wirtschaftszentrum in Ostasien
zu gründen.
Shanghai und Hongkong sind Rivalen um den Rang der größten
Wirtschaftsmetropole in China. Hongkong hat hier den Vorteil der längeren
Erfahrung, besonders im Bankwesen. Shanghai hat engere Verbindungen zum
chinesischen Hinterland und zur Zentralregierung in Peking. Gleichzeitig
steht in Shanghai mehr Raum für Neuinvestitionen zur Verfügung,
während in Hongkong der Platz eher begrenzt ist.
1990 wurde in Shanghai die Shanghai Stock Exchange gegründet, sie
stellt heute die wichtigste Börse auf dem chinesischen Festland
dar. Seit 1991 ist das Wirtschaftswachstum in Shanghai zweistellig. Damit
ist die Stadt die einzige Region in China, die dies erreicht. Das jährliche
Wirtschaftswachstum in Shanghai beträgt zurzeit etwa zwölf
Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2004 betrug 89,76 Milliarden
US-Dollar. Das BIP pro Kopf lag bei über 6.000 US-Dollar und war
nach Hongkong und Macao das dritthöchste des Landes.
1984 wurde in Anting von Volkswagen als Joint-Venture die erste Autofabrik
mit „westlichen“ Fahrzeugen gebaut. Shanghai Volkswagen hatte
einen Marktanteil von circa 60 Prozent in China, der aufgrund zunehmender
Konkurrenz stetig sinkt. Die hohen Importzölle auf Autos aus dem
Ausland machen diese jedoch noch teurer. Nach dem WTO-Beitritt der Volksrepublik
China anlässlich der APEC-Konferenz 2001 wurden stufenweise die
Importzölle gesenkt.
Als Zentrum riesiger Ölraffinerien, Chemiefrabriken und Schmelzhütten
hat Shanghai unter großer Umweltverschmutzung in Form schwefelhaltiger
Rauchwolken zu leiden, die die Betriebe unablässig ausstoßen.
Ungefähr vier Millionen Tonnen ungefilterter Industrie- und Haushaltsabwässer
ergießen sich täglich in den Huangpu, die wichtigste Trinkwasserquelle
der Stadt, und der Suzhou-Kanal ist nur noch eine schwarze, übelriechende
Kloake. Ein Problem ist auch die Arbeitslosigkeit, die in Shanghai höher
als in anderen Großstädten des Landes ist.
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