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Der TaoismusDer Taoismus ist eine in China entstandene Religion mit einer über 1800 Jahre alten Geschichte. Nach allgemeiner Ansicht entstand der Taoismus im 2. Jahrhundert. Als wichtigste Kennzeichen für die Entstehung des Taoismus gelten die Gründung der Fünf-Scheffel-Reis-Sekte (Wudou Mi Dao) und der Sekte des höchsten Friedens (Taiping Dao). Die Fünf-Scheffel-Reis-Sekte wurde von Zhang Daoling gegründet und verbreitete sich vor allem in der heutigen Provinz Sichuan. Der Name der Sekte entstand dadurch, dass alle Anhänger dieses Glaubens fünf Scheffel Reis zu entrichten hatten. Die Fünf-Scheffel-Reis-Sekte verehrte Laotse als ihren Glaubensstifter und sah im Daoteking (Kanon des Rechten Weges) ihre heilige Schrift. Nach der Lehre dieser Sekte sollte man Reue über eigene Fehler empfinden und dem Rechten Weg folgen. Erkrankungen versuchte man durch Beschwörungsformeln und Flüchen zu heilen. Jedoch war die Fünf-Scheffel-Reis-Sekte anfangs nur eine primitive Religion. Erst durch die Propagierung der Lehre von den Nachkommen Zhao Daolings bildete sich ein grundlegender Inhalt der Religion heraus. Seit dem 3. Jahrhundert wurde Zhang Daoling von seinen Anhängern als Himmelsreiter verehrt. Allmählich setzte sich für die Fünf-Scheffel-Reis-Sekte der Name Sekte des Himmelsmeisters (Tianshi Dao) durch. In späterer Zeit wurden auch die Nachkommen Zhao Daolings "Himmelsmeister" genannt, was sich dann von Generation zu Generation fortsetzte. Von der Tang-Dynastie (618-907) an wurden sie von den Kaisern mit Titeln oder mit Land belehnt. Die Sekte des höchsten Friedens, die zur gleichen Zeit wie die Fünf-Scheffel-Reis-Sekte entstand, wurde von Zhang Jiao gegründet. Sie war vor allem in der heutigen Provinz Hebei verbreitet. Der Name der Sekte leitete sich aus dem Glauben ihrer Anhänger an Taipingjing (Kanon des höchsten Friedens) ab. Die Sekte zählte zigtausende von Anhängern. Zhang Jiao verkündete, Aufgabe der Sekte des höchsten Friedens sei, den rechten Weg von Himmel und Erde zu praktizieren und das Volk durch Religion zu retten, wodurch das Land gedeihen du das Volk in Frieden leben werde. Im Jahre 184 entfesselte Zhang Jiao dann einen Aufstand, der erst nach mehr als 20 Jahren vom Kaiserhof unterdrückt werden konnte. Danach verschwand diese Sekte. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Taoismus nach einer Umgestaltung vor allem als Religion populär, die als Kernaussage die Unsterblichkeit verhieß. Es entwickelten sich zwei Richtungen. Die eine wurde von Taoisten geführt, die sich von den Herrschern ausnutzen ließen und sie unterstützten. Dadurch verbreitete sich der Taoismus in den oberen sozialen Schichten und wurde vom Kaiserhof abhängig. Die Taoisten beteten für das Glück der Herrscher und suchten für sie nach verschiedenen Elixieren, vor allem nach dem der Unsterblichkeit. Beim einfachen Volk verband sich der Taoismus eng mit Hexerei und allerlei Beschwörungsformeln und wurde sehr populär, weil er versprach, Unglück zu beseitigen, Krankheiten zu heilen und überhaupt alle Übel zu bekämpfen. Der staatsoffizielle Taoismus stand jedoch nicht im Gegensatz zu diesem volkstümlichen. In beiden waren diverse Beschwörungsformeln, die Herstellung von Unsterblichkeitspillen und die Taiji-Meditation von zentraler Bedeutung. In der Tang- und Song-Zeit (618-907, 960-1279) erreichte der Taoismus seinen Höhepunkt. Die Kaiser der Tang propagierten ein Gottesgnadentum. Sie betrachteten sich als Nachkommen des Begründers des Taoismus namens Li Er. Also wurde der Taoismus vom Kaiserhof gefördert und seine Stellung in der Gesellschaft enorm aufgewertet. Als die nationalen Minderheiten im Norden den Kaiserhof der Song-Dynastie stark bedrohten, versuchten die Song-Kaiser Zhen Zong und Hui Zong, die Öffentlichkeit unter Berufung auf ihre göttlichen Kräfte zu beruhigen. Die auf Befehl des Kaisers oder von lokalen Behörden errichteten taoistischen Tempel zogen viele Gläubige an. Diese Tempel waren meist sehr reich und verfügten über große Ländereien. Von einzelnen Gläubigen errichtete taoistische Tempel waren auch in abgelegensten Gebieten zu finden. Während der Ming- und Qing-Dynastie (1368-1644, 1644-1911) war der Verfall des Taoismus nicht aufzuhalten, obwohl einige Kaiser eifrige Anhänger waren. Einige bekannte taoistische Ideologen versuchten immer wieder, den Verfall aufzuhalten, jedoch als eigenständiges Religionssystem schwand der Einfluss des Taoismus auf die Gesellschaft immer weiter. In einigen Gebieten, so am E´mei-Berg in der Provinz Sichuan und am Hengshan-Berg in der Provinz Hunan, machten zahlreiche taoistische Tempel mehr und mehr buddhistische Tempeln Platz. Trotzdem ist der Taoismus nicht völlig verschwunden. Er zählt bei den Chinesen nach wie vor zu ihrer traditionellen Kultur und ist in den Sitten und Gebräuchen der Menschen tief verwurzelt. Nach den Statistiken einiger ausländischer religiöser Organisationen gab es im Jahre 1989 weltweit 65 Länder und Regionen, in denen der Taoismus verbreitet war. Unter seinen Anhängern machten Auslandschinesen die Mehrheit aus, aber etliche taoistische Gläubige waren auch Einheimische. Anhänger des Taoismus haben im Ausland Organisationen für taoistische Forschung und Praxis gegründet. Die meisten dieser Organisationen sind in Asien zu finden. Die Taoisten Chinas haben Verbindungen mit den taoistischen Gemeinschaften und Einrichtungen im Ausland.
Die taoistische
Überzeugung
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