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Taoistische TempelDie Stätten, an denen Taoisten wohnen, ihren Göttern opfern und religiöse Zeremonien praktizieren, werden "taoistische Tempel" genannt. Die meisten liegen in der Umgebung bekannter Berge und großer Flüsse. Heute gibt es in China über 1500 taoistische Tempel, viele von ihnen sind als wertvolle Kulturdenkmäler und touristische Sehenswürdigkeiten landesweit bekannt. In der Mitte des 12. Jahrhunderts entstand die Sekte der vollkommenen Wahrheit. Sie reformierte das Tempelsystem, um dem Gebot der strengen Enthaltsamkeit zu entsprechen. Aus diesem grund wurden das Shifang (zehn Himmelsrichtungen)- und das Zisun (Nachkommenschaft)-System eingeführt. Der Zisun-Tempel wird auch kleiner Tempel genannt. Er ist Privateigentum. Es besteht deshalb keine Pflicht, Gläubige aus allen Himmelsrichtungen darin aufzunehmen. Der anerkannte Lehrmeister ist zugleich Abt und Hausherr des Tempels. Er ist für religiöse Angelegenheiten und wie für den Grundbesitz des Tempels zuständig. Nach dem Tod des Lehrmeisters wird einer seiner Schüler Nachfolger. Schüler, die vom Lehrer eines kleinen Tempels aufgenommen werden wollen, sollten die Mönchsweihe im Shifang-Tempel empfangen haben, denn die Lehrer der kleinen Tempel haben nicht das Recht, selbst Mönchsweihen vorzunehmen. Das Shifang-System wurde dem Conglin-System im Buddhismus nachgestaltet. Jeder Tempel ist Besitz einer bestimmten Sekte. Nach Erfüllung einiger Formalitäten haben alle Taoisten das Recht, sich in einem Tempel aufzuhalten. Ein Shifang-Tempel nimmt keine Schüler auf, sondern veranstaltet nur Mönchsweihen für die von kleineren Tempeln empfohlenen Schüler. In den Shifang-Tempeln herrscht ein klar strukturiertes Verwaltungssystem. So haben alle Shifang-Tempel einen Abt für die Verwaltung geistlicher Angelegenheiten und eine Aufsichtsperson für alle westlichen Belange. Dieser unterstehen acht Sachbearbeiter, die vor allem für den Empfang, die Hallen, die Buchhaltung, die Wohnstuben und den Speicherraum sowie Verpflegung zuständig sind. Außerdem gibt es noch andere, die diesen Sachbearbeitern bei ihrer Tätigkeit helfen sollen. In der Vergangenheit gab es strenge Verbote und Gebote für das Tun in den Tempeln. Wer gegen die Vorschriften verstieß, wurde bestraft, in schweren Fällen sogar manchmal hingerichtet. In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts hat man dann die gesetzwidrigen Vorschriften beseitigt und so die Macht der taoistischen Mönche beschnitten. Gegenwärtig ist das Conglin-System in einigen taoistischen Tempeln noch erhalten geblieben. Die zahlreichen Ämter, die es außer dem Abt, dem Aufsichtspersonal und einigen wichtigen Sachbearbeitern noch gab, wurden aufgehoben. An ihrer Stelle wurden einige neue Abteilungen geschaffen, beispielsweise eine Empfangsabteilung, eine Sicherheitsabteilung und ein Arbeitsbüro. Die taoistischen Tempel stehen unter Verwaltung einer demokratischen Kommission (oder Gruppe), die von den taoistischen Gläubigen regelmäßig gewählt wird. Wichtige Angelegenheiten des Tempels werden nach kollektiver Diskussion geregelt; das Aufsichtspersonal ist für die Organisation und Durchführung der Beschlüsse verantwortlich. Im Vergleich zu der Vergangenheit hat sich die religiöse Praxis der Taoisten sehr vereinfacht. Meisten werden nur morgens und abends Gebete vorgelesen. Am ersten und am 15. Tag des ersten Monats nach dem chinesischen Mondkalender lesen sie alle Gebete vor, an allen anderen Tagen nur immer einige aus dem umfangsreichen Gebetskanonen. Zu wichtigen Festtagen wird eine taoistische Zeremonie abgehalten, die aber nur einen Tag dauert. Die Teilnahme daran ist den taoistischen Gläubigen freigestellt. Neben ihrer Arbeit beschäftigen sich viele Gläubige gern mit Übungen zur körperlichen Stärkung oder erforschen die taoistische Lehre. Ein wichtiger Bestandteil des religiösen Lebens in den taoistischen Tempeln sind die taoistischen Rituale. Dabei werden Altäre eingerichtet, um Göttern zu opfern. Man bittet da entweder um Glück oder betet für die Seelen Verstorbener. Man betet nicht nur für das eigene Glück, sondern auch für das anderer oder sogar des ganzen Staates. Taoistische Riten werden in der Regel in taoistischen Tempeln abgehalten, manchmal aber auch bei den Familien der Gläubigen selbst. Wer daran teilnimmt, sollte sich durch eine Waschung reinigen, auf Fleischspeisen und Alkohol verzichtet haben und sich sauber kleiden. Zu wichtigen Festen wird stets um Glück gebeten; die Gläubigen brauchen sich dazu nur anzumelden. Beim Totenfest wird eine große Zeremonie veranstaltet, um die Seele des Verstorbenen zu erlösen. Dann können die Gläubigen bitten, für ihre verstorbenen Blutsverwandten Ahnentafeln aufzustellen. Auf Anfrage von Gläubigen können besondere Zeremonien in taoistischen Tempeln veranstaltet werden. Es gibt gegenwärtig einige bekannte taoistische Tempel, in denen tagtäglich Zeremonien abgehalten werden. Das zeigt, dass der Taoismus weiterhin einen großen Einfluss auf die Menschen ausübt und noch viele Anhänger hat.
Die taoistische
Überzeugung
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