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WohlfahrtswesenIm Jahr 1996 führte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nation (UNICEF) in Zusammenarbeit mit den Ländern und Regionen im Einzugsgebiet des Mekong, der in China Lancang-Fluss genannt wird, ein internationales Projekt durch. Es war auf die Vorbeugung und die Kontrolle von Aids gerichtet und sollte in der Region für eine intensive Kooperation beim Umgang mit Aids-Kranken sorgen. Man nannte es kurz das "Mekong-Projekt". Es bezog sich auf Thailand, Vietnam, Myanmar, Laos, Kampuchea und die chinesische Provinz Yunnan. 1997 wurde das Projekt in Xishuangbanna in Yunnan gestartet. Bei buddhistischen Veranstaltungen wurden den Gläubigen Maßnahmen zur Aidsvorbeugung erläutert. Das war ein wichtiger Punkt zur Durchführung des Mekong-Projektes in Xishuangbanna. In Xishuangbanna sind Angehörige von mehr als zehn Nationalitäten beheimatet. Die Dai, die Hani und die Han stellen die Mehrheit. Die Dai zählen fast 300000 Menschen, was etwa 1/3 der Bevölkerung des ganzen Bezirks ausmacht. Die meisten Dai sind Buddhisten. In diesem Bezirk gibt es mehr als 560 buddhistische Tempel mit über 6000 Mönchen und Nonnen. In fast jedem Dorf findet man einen buddhistischen Tempel. Die Zahl aller buddhistischen Gläubigen einschließlich der Dai und Angehörigen anderer Nationalitäten erreicht 300000. Im Allgemeinen gehen Jungen aus der Dai-Nationalität im Alter von sieben oder acht Jahren zum Lernen ins Kloster. Nach dem Lernaufenthalt im Kloster kehren die meisten von ihnen in die irdische Welt zurück; nur wenige bleiben weiter im Kloster. Der unter den Dai tief verwurzelte Buddhismus macht die buddhistischen Mönche zu allseits respektierten Persönlichkeiten. Die Dai wenden sich häufig mit ihren Fragen und Problemen an die Mönche, denn diese verstehen ihre Sorgen. Darum folgen die Gläubigen auch den Empfehlungen der Mönche, wenn diese vorbeugende Maßnahmen gegen Aids propagieren. Viele buddhistische Klöster veranstalten sogar Kurse zum Schutz vor Aids, was eine große Rolle bei der Aufklärung spielt. Anfangs waren viele Mönche der Meinung, es könnte sich negativ auf die Entwicklung des Buddhismus auswirken, wenn die Mönche die Aids-Vorbeugung propagierten. Doch als ihnen nach Schulungen bewusst wurde, dass Aids nur schwer zu heilen ist und die Gesundheit der Betroffenen schwer gefährdet, sahen sie es als ihre Pflicht an, die Gläubigen vor der gefährlichen Krankheit zu bewahren. Sie begannen zu studieren, wie der Kampf gegen Aids mit der buddhistischen Lehre zu vereinbaren sei. Gemäß dieser Lehre übernehmen die Mönche fünf Verpflichtungen: nicht töten, nicht stehlen, nichts Obszönes tun, nicht lügen und keine berauschenden Getränke genießen. Die Pflicht "nichts Obszönes zu tun" kann als Verbot riskanten Geschlechtsverkehrs gedeutet werden. "Keine berauschenden Getränke genießen" bedeutet nicht nur Verzicht auf Alkohol, sondern Verbot von Drogen und anderen süchtig machenden Betäubungsmitteln. Häufig wechselnder Geschlechtsverkehr und Drogensucht sind ja die hauptsächlichen Wege der Weiterverbreitung von Aids. Die Mönche haben erkannt, dass die Propagierung vorbeugender Maßnahmen gegen Aids indirekt also zu ihren religiösen Pflichten zu zählen ist. Bei religiösen Veranstaltungen aller Art erklären nun die Mönche den teilnehmenden Gläubigen gemäß ihrer religiösen Doktrinen, wie man sich gegen Aids schützen müsse. Selbst beim Almosensammeln, wenn die Mönche von Haus zu Haus ziehen, propagieren manche präventive Maßnahmen gegen Aids und vermitteln den Einwohnern ihr Wissen über die gefährliche Krankheit. Die Mönche in Xishuangbanna haben bei ihrem Kampf gegen Aids große Erfolge erzielt. Ihre Arbeit wird nicht nur von Persönlichkeiten ihres religiösen Kreises, sondern von Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten gelobt. Zahlreiche Regierungsbeamte, Ärzte, Vertreter internationaler Organisationen und Persönlichkeiten religiöser Kreise, die mit dem Mekong-Projekt befasst sind, zollen der Aufklärungsarbeit der buddhistischen Mönche höchste Anerkennung und bezeichnen sie als vorbildlich. Chinesische Christen kümmern sich wie Anhänger anderer Glaubensrichtungen auch sehr aktiv um das Wohl der Bevölkerung. Die Amity-Stiftung ist eine nichtstaatliche Organisation, die auf Initiative chinesischer Christen 1985 gegründet wurde. Persönlichkeiten aus allen Schichten der Bevölkerung und auch ausländische Christen unterstützen diese Organisation, die sich um die Wohltätigkeit und die Hilfeleistung für die Gesellschaft kümmert. Ihre besondere Aufmerksamkeit widmet sie der medizinischen Betreuung, der Gesundheitsvorsorge, der Bildung, dem Wohlfahrtswesens sowie der ländlichen Arbeit. Zur Zeit liegt der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in den Armutsgebieten und in den von nationalen Minderheiten bewohnten Gebieten in der Mitte und im Westen Chinas. Sie kooperiert eng mit den lokalen Regierungen verschiedener Ebenen und mit Vertretern der Volksmassen, wodurch die Verbindungen zwischen den religiösen Gemeinschaften und der Gesellschaft insgesamt gestärkt werden. In China ist Wohltätigkeit ein Bestandteil der Lehre aller Religionen. Das gilt nicht nur für den Buddhismus und die christlichen Kirchen, sondern auch für den Taoismus und den Islam. Die Gemeinschaften aller Religionen organisieren Katastrophenhilfen, die Armutsbekämpfung, finanzielle Unterstützungen für Kinder ärmerer Familien beim Schulbesuch, medizinische Betreuung, den Bau von Altersheimen, Baumbepflanzungen oder den Straßen- und Brückenbau, Schutz bedrohter Tierarten.
Glaubensfreiheit
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