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Ein Dorf mit vielen Nationalitäten und vielen Religionen

Die nationalen Minderheiten Chinas leben überwiegend in den Grenzgebieten. Das Autonome Gebiet Xinjiang ist sehr groß, es umfasst etwa 1/6 der gesamten Fläche Chinas. Aber nur wenige Menschen leben hier. Der Islam ist die vorherrschende Religion in Xinjiang. In allen Marktflecken und Dörfern gab es Moscheen, zumeist im arabischen Stil.

Im Dorf Kerhot gab es eine Moschee, in der viele Menschen knien beteten. Ein paar hundert Meter von der Moschee entfernt, stand eine Kirche, in der ungefähr zehn Katholiken ein Kirchenlied mit Klavierbegleitung sangen. Das Dorf hat etwas über 1000 Einwohner, die elf Nationalitäten angehörten. Die meisten waren Uiguren, Mongolen, Kasachen, Hui und Han. Viele waren religiös. In einem Kreis mit einem Umfang von 1 km gab es einen buddhistischen Tempel, einen Lamatempel, eine katholische Kirche und sieben Moscheen. Da diese Muslime die Mehrheit ausmachten, spielte islamische Kultur im Dorf eine wichtige Rolle. Die Mongolen, die in diesem Dorf auch stark vertreten waren, hingen überwiegend dem tibetischen Buddhismus an. Die wenigen Han-Chinesen waren Buddhisten oder Katholiken, sofern sie sich überhaupt zu einem Glauben bekannten.

Erstaunlich ist, dass Angehörige so vieler Nationalitäten, die unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehörten, in einem so kleinen Dorf ohne Probleme zusammenlebten. Die Dorfbewohner sind seit langem daran gewöhnt und trotz unterschiedlicher religiöser Überzeugungen und Lebensgewohnheiten harmoniere man sehr gut miteinander. Gegenseitige Besuche seien ganz normal, niemand empfinde das als etwas Besonderes. Wer in Schwierigkeiten geriet, erhielt ganz selbstverständlich Hilfe von anderen.

An einer Hochzeitsfeier eines Anhänger des tibetischen Buddhismus nahmen auch viele Muslime teil. Um ihre religiöse Gewohnheiten zu achten, ließ ein Anhänger des tibetischen Buddhismus einen Imam zum Koranlesen ein. Selbstverständlich ließ er zur Feier Schafe schlachten. Die katholische Kirche stand im Westen des Dorfs und sah sehr neu aus. Alte Leute erzählten, dass eine katholische Kirche bereits vor einhundert Jahren hier stand, aber in den 30er und 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch Krieg zerstört wurde. Die heutige Kirche. Die heutige Kirche wurde Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts errichtet. Die Kirche war nicht sehr groß und fasste wohl nur 40 bis 50 Menschen. Üblicherweise nahmen etwa 30 Gläubige am Gottesdienst teil.

Die in der Nähe der Kirche lebenden Bewohner waren in der Mehrzahl aber Anhänger anderer Religionen. Doch fühlten sie sich durch die Kirche nicht in ihrem Glauben gestört. In Gesprächen mit den Dorfbewohnern beeindruckt die Religiosität vieler tief. Ein 60-jähriger Mann erzählte, dass er auf dem Wege zur Moschee gern an der Kirche vorbeigehe, aber niemals hineingegangen sei. Konflikte wegen er unterschiedlichen religiösen Überzeugungen kommen sehr selten vor. Im Alltag aber stünden alle in gutem und engem Kontakt miteinander. Alle kannten und respektierten die jeweiligen Sitten und Gebräuche der anderen Nationalitäten und wüssten immer, was erlaubt sei und was nicht gemacht werden dürfe.

Die Verhältnisse im Dorf Kerhot ähneln denen in vielen anderen Dörfern und Städten Chinas. In manchen Gebieten gibt es nur Anhänger einer einzigen Religion, in anderen existieren dagegen mehrere friedlich neben- und miteinander. In einigen Gebieten machen Gläubige die Mehrheit aus, in anderen sind sie in der Minderheit. All das zeigt eine wichtige Besonderheit chinesischer Religionsausübung: es gibt eine friedliche Koexistenz der verschiedenen Religionen.

Ein Dorf mit vielen Nationalitäten und vielen Religionen

Religiöse Stimmen aus Gebirgsgegenden

Tempel und Kirchen in Beijing

Das religiöse Leben der Tibeter

Über das Leben der Muslime

Besuch des Xiyuan-Tempels

Teilnahme am Gottesdienst in China

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