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Huanghe-FlussDer Huanghe-Fluss ist die Wiege der chinesischen Zivilisation. Der Huanghe (chinesisch: 黄河), in Deutschland als Gelber Fluss bezeichnet, der zweitlängster Strom Chinas und der fünftlängster der Welt, entspringt am nördlichen Fuß des Bayan-Har-Gebirges (chinesisch: 巴颜喀拉山脉) in der Provinz Qinghai (chinesisch: 青海), fließt ostwärts durch Qinghai, Sichuan (chinesisch: 四川), Gansu (chinesisch: 甘肃), Ningxia (chinesisch: 宁夏), die Innere Mongolei (chinesisch: 內蒙古), Shanxi (chinesisch: 山西), Shaanxi (chinesisch: 陕西), Henan (chinesisch: 河南) sowie Shandong (chinesisch: 山东) und mündet ins Bohai-Meer (chinesisch: 渤海).
Der Huanghe hat eine Gesamtlänge von 5464 Kilometern. Auf sein Einzugsgebiet im Norden Chinas hat er das Schriftzeichen "几" (wie viel, einige) geschrieben. In seinem Einzugsgebiet nährte er die Vorfahren der chinesischen Nation, welche die Huanghe-Zivilisation — eine der ältesten Zivilisationen der Welt, geschaffen hatten. Im Quellgebiet des Huanghe gibt es viele schneebedeckte Gipfel und zahlreiche Gebirgsbecken, die mit Flüsschen, Quellen und Seen übersät sind. Sie speisen die Quelle des Huanghe. Darunter gelten der Yoigilangleb- und der Kar-Fluss als echte Quellflüsse des Huanghe. Zusammen mit einigen anderen Flüsschen fließen sie in den Xingxuhai-See — die "erste Tankstelle" des Huanghe. Hier nimmt er mehr Flüsschen auf, wodurch sich seine Wassermenge rasch vergrößert. Danach durchfließt er den Ngoring- und Gyaring-See und verbreitet sich dank der nochmaligen Wasserergänzung stark. Der Oberlauf des Huanghe erstreckt sich von seiner Quelle im Weideland von Qinghai bis zu Hekouzhen in der Inneren Mongolei. Sein Quellfluß ist kristallklar und fließt gemächlich zur Grenze zwischen Qinghai und Gansu. Der Mittellauf des Huanghe reicht von Hekouzhen bis Mengjin in Henan. In diesem Abschnitt fließen der Huanghe und einige seiner Nebenflüsse durch das Lößplateau, eine der auffälligsten Bodenformen, die man in China finden kann. Der Fluß hat hier Lößschicht auf Lößschicht geschichtet. Die Lößerde besteht aus feinen Sandkörnchen, der Boden ist daher sehr locker. Während der Huanghe das Lößplateau durchfließt, zerteilt er es zu unzähligen tiefen Senken und Schluchten. So kommt es durch Regenwasser zur Wegspülung riesiger Mengen von Löß, die durch zahlreiche Nebenflüsse und Bäche in den Huanghe geschwemmt werden und dessen Wasser gelb trüben, was ihm den Namen "Gelber Fluss" eingetragen hat.
Der Huanghe führt jährlich mehr als 1,6 Milliarden Tonnen Lößmasse aus seinem Mittellauf zu seinem Unterlauf mit sich. Wenn man diese Erdmasse in Schlammblöcke von jeweils einen Kubikmeter unterteilte, könnte man damit eine Mauer errichten, die entlang des Äquators die Erde mehr als 20-mal umkreisen kann. Jedes Jahr lagert der Huanghe den mitgeführten Schlamm im Flussbett seines Unterlaufs ab. Auf Grund dieser Sedimentation wurde das Flussbett immer höher, wodurch häufig Überschwemmungen auftraten. Um einen Deichbruch zu verhüten, errichteten die Regierungen verschiedener Dynastien am Unterlauf des Flusses Deiche. Je höher das Flussbett, desto höher ist der Deich. Jetzt ist die Höhe des Flussbettes an seinem Unterlauf einige Meter höher als die des angrenzenden Bodens, stellenweise sogar mehr als 10 Meter. So ist ein "Strom über der Erdoberfläche" entstanden. Außer der Ablagerung im Unterlauf wird ein Großteil von Lößmassen zur Mündung mitgebracht, wo sich in der Provinz Shandong die Stadt Dongying befindet. Die Anschwemmung an der Mündung vergrößert sich jedes Jahr. Über kurz oder lang wird die Bohai-Bucht, in die der Huanghe mündet, mit Schlamm gefüllt und verlanden. Der Huanghe ist der "Mutterfluss" Chinas und die Wiege der chinesischen Zivilisation. Vom Neolithikum (ca. 10 000—ca. 4000 v. Chr.) an war das Einzugsgebiet des Huanghe das Zentrum für die Entwicklung alter Kulturen geworden. Suiren, Fuxi und Shennong sind drei legendäre Vorfahren der chinesischen Nation. Sie legten durch ihre Erfindungen das Fundament für die Entwicklung der chinesischen Zivilisation. Die Shang-Dynastie (ca. 1600—1046 v. Chr.) und die Zhou-Dynastie (ca. 1046—256 v. Chr.) schufen im Einzugsgebiet des Huanghe die Frühform der chinesischen Kultur. Danach gründeten die Qin-Dynastie (221—206 v. Chr.), die Westliche Han-Dynastie (206 v. Chr.—25 n. Chr.), die Östliche Han-Dynasie (25—220), der Staat Wei [220—265, einer der Drei Reiche (220—280)], die Westliche Jin-Dynastie (265—316), die Sui-Dynastie (581—618), die Tang-Dynastie (618—907) und die Nördliche Song-Dynastie (960—1127) ihre Hauptstädte jeweils im Einzugsgebiet des Huanghe. Daraus ist zu erkennen, dass das Einzugsgebiet des Huanghe in einem ziemlich langen Abschnitt der Geschichte das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Chinas ist. Unter den zahlreichen Naturlandschaften des Huanghe ist der Hukou-Wasserfall an seinem Mittellauf die bekannteste. Er befindet sich im Kreis Jixian, Provinz Shanxi. An dieser Stelle verengt sich das Flussbett plötzlich stark. Das tosende Flusswasser stürzt donnernd herab. Das Gefalle beträgt hier 30 Meter.
Bayanbulak: Schwanensee eingefasst von Schneebergen Lesezeichen, Weitersagen und Empfehlen
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