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Chinas Provinzen - Taiwan

Fläche: 35989 Quadratkilometer
Bevölkerungszahl: 22,28 Millionen
Hauptstadt: Taibei

Taiwan liegt vor der Südostküste des chinesischen Festlandes, durch die etwa 100 Kilometer breite Taiwan-Straße von der Provinz Fujian getrennt. Schon in der Südlichen Song-Dynastie (1127 - 1279) gehörte die Inselgruppe Penghu zur Präfektur Fujian, und in der Yuan-Dynastie (1271 - 1368) wurde in Penghu eine Verwaltungsbehörde ins Leben gerufen, der auch die Insel Taiwan unterstand. In der Ming-Dynastie (1368 - 1644) fielen Holländer in Taiwan ein. Ende der Ming-Dynastie vertrieb der General Qi Jiguang die Aggressoren. 1885 wurde die Provinz Taiwan gegründet. 1895 wurde Taiwan von Japan mit Gewalt annektiert. Nach dem Sieg über Japan im Jahr 1945 wurde Taiwan wieder ein Teil Chinas.

Vor mehr als tausend Jahren erschlossen Umsiedler aus den Provinzen Fujian und Guangdong zusammen mit Angehörigen des Stamms Gaoshan die Insel. Zur Provinz gehören außer der Insel Taiwan die Penghu-Inselgruppe und viele kleine benachbarte Inseln. Der Anteil der Han-Nationalität beträgt über 97 %. Es sind zumeist Nachkommen der Einwanderer aus den Provinzen Fujian und Guangdong. Die größte nationale Minderheit ist die Gaoshan-Nationalität, Nachfahren der Ureinwohner der Insel.

Topographie

Die Insel Taiwan ist mit einer Fläche von 35788 Quadratkilometern die größte Insel Chinas. Sie misst von Norden nach Süden 394 Kilometer, ihre größte Breite beträgt von Westen nach Osten 144 Kilometer. Das Gebirgsland nimmt zwei Drittel der ganzen Insel ein und heißt Taiwanshan, das aus dem Bergzügen Hai´anshan, Zhongyangshan und Yüshan besteht. Die höchste Erhebung ist der Gipfel Yüshan mit einer Höhe von 3997 Metern. Zwischen den Bergen gibt es oft tiefe Schluchten, manche über tausend Meter tief, die von Wasserläufen eingeschnitten wurden. Die bergige Ostküste. Sie ist sehr steil und kann bis zu tausend Meter hoch sein. Die Tiefebenen von Taiwan liegen zum großen Teil an der Westküste. In Taiwan gibt es 20 Flüsse mit einer Länge von jeweils mehr als 50 Kilometern. Der Choshui Hsi ist der längste Fluß. Seen gibt es nur wenige; der Ruyuetan in der Mitte Taiwans ist der größte natürliche See.

Geographie und Klima

Die Provinz Taiwan liegt suedöstlich des chinesischen Festlandes. Mit der Hauptinsel, den umstehenden Inseln und den Pescadoren-Inseln (Fischerei-Inseln), die in Chinesisch Penghu heißen, umfaßt Taiwan eine Gesamtfläche von 360.000 qkm. Die Nord-Süd-Entfernung der Hauptinsel mißt 394 km, die Ost-West-Entfernung 144 km. Die zentrale Bergkette bedeckt 75% der Landmasse und verläuft entlang der Ostküste von Nord nach Süd. Mehr als 60 Gipfel steigen über 3000 m hoch an. Der Yu Shan (Jadeberg) ist mit 3950 m die höchste und am dichtesten bewaldete Erhebung. Etwa ein Viertel des Landes besteht aus an der Küste gelegenen Schwemmebenen.

Der Wendekreis des Krebses verläuft durch Taiwan. Daher herrscht im Norden subtropisches, im Süden tropisches Klima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei über 22°C (die Hochgebirge ausgenommen), der jährliche Niederschlag beträgt 2000 mm.

Bevölkerung und Verwaltung

2003 hatte Taiwan eine Bevölkerung von ca. 23 Mio. Davon stammen über 70% aus Fujian (Dialekt: "Minnan" bzw. "Taiwanesisch"), ca. 10% aus Guangdong (Dialekt: "Hakka"), ca. 2% sind Ureinwohner (malayo-polynesische Sprachgruppe) und ca. 15% sind Festlandsflüchtlinge bzw. deren Nachkommen.

Taiwan hat fünf Städte, sechzehn Kreise und zwei Sonderstadtkreise. Die Provinzhauptstadt ist Taipeh, weitere wichtige Städte sind Kaohsiung, Keelung, Taichung und Tainan.

Geschichte

In grauer Vorzeit war Taiwan ein Stück des Hauptlandes und ist aufgrund des späteren Landuntergangs, wodurch die heutige Taiwan-Straße entstand, eine Insel geworden.

Die erste dokumentierte Geschichte Taiwans geht auf 230. n.u.Z. zurück. Der König des Königreiches Wu hatte in dieser Zeit zum ersten Mal eine Truppe von 10.000 Offizieren und Soldaten auf die Insel geschickt. In 1387 kamen die Penghu-Inseln unter die Verwaltung der chinesischen Ming-Dynastie.

In 1622 wurden die Penghu-Inseln von der holländischen "Vereinigten Ostindischen Kompanie" besetzt und ein Jahr später auch Südtaiwan. In 1662 wurden die Holländer von dem Ming-Loyalisten Zheng Chenggong aus Taiwan vertrieben. Taiwan begann dann mit der systematischen Sinisierung: Förderung der Einwanderung von Han-Chinesen, Entwicklung der Landwirtschaft und Verwaltung nach han-chinesischem Muster. In 1683 übergab Zheng's Enkel die Regierungsgewalt der Qing-Dynastie. Taiwan wurde Präfektur der Provinz Fujian. 1885 erhielt Taiwan den Status einer eingenständigen Provinz. Der reformorientierte Gouverneur Liu Mingchuan begann mit dem Aufbau einer modernen Infrastruktur (Befestigungsanlagen, Eisenbahn, Schifffahrt, Telegraphenleitungen, Bergbau).

Als Ergebnis von China's Niederlage wurde Taiwan 1895 an Japan abgetreten und zu Ende des zweiten Weltkriegs 1945 an die in China herrschende Kuomintang (KMT) zurückgegeben. Nach der Niederlage im Bürgerkrieg wurde Taiwan das letzte R¨¹ckzugsgebiet der KMT unter Chiang Kai-shek. Mehr als 2 Mio. Flüchtlingewanderten damals vom Festland nach Taiwan aus.

Verkehr

Taiwan hat ein Straßennetz in einer Länge von mehr als 30.000 km wovon die Nord-Süd-Autobahn die Hauptverkehrsader bildet. Die Länge der Eisenbahn beträgt 1129.2 km. Internationale Flughäfen sind Taoyuan und Gaoxiong (Kaohsiung). Der Meeresverkehr von Taiwan ist hochentwickelt und sichert seine wirtschaftlichen Entwicklung. Internationale Häfen sind Gaoxiong, Jilong (Keelung), Taizhong (Taichung), Hualian (Hualien) und Su´ao.

Landwirtschaft

Taiwan hat eine Ackerfläche von 866700 Hektar. Die Naturbedingungen in Taiwan begünstigen Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei. Die hauptsächlichen Agrarprodukte Reis und Zuckerrohr werden größtenteils in den westlichen Ebenen angebaut. Wasserreis kann zweimal im Jahr geerntet werden. Der Zuckergehalt des Zuckerrohrs ist hoch und der Zucker wird in großer Menge exportiert. Andere landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Süßkartoffeln, Erdnüsse, Sojabohnen, Jute und Sisal. Im Nordwestteil der Insel wird Tee angebaut. Schwarzer Tee und Wulong-Tee werden zum größten Teil für den Export produziert. Das ganze Jahr hindurch können auch Bananen, Ananas, Orangen, Mandarinen, Lidschis, Longanen, Zierquitten, Mispel, Mangos und Oliven geerntet werden. Die Insel ist zu 55 % von Wald bedeckt. In den Küstengewässern gibt es ca. 300 Fischarten.

Industrie

Taiwan besitzt über 100 Arten von Bodenschätzen und ist vor allem reich an Kohle. Erdöl und Erdgas finden sich überwiegend im Westen der Insel. In den Bergen von Taibei und Ilan werden Gold, Silber und Kupfer gefördert. An der südwestlichen Küste wird Salz aus dem Meer gewonnen. Taiwans wichtigste Industriezweige sind die Produktion von Kunstfasern, Zucker und synthetischem Kautschuk, die Energiewirtschaft, die Zement-, Stahl- und Eisenproduktion, der Schiffbau, die Erdölindustrie und die Lebensmittelverarbeitung. Die Computertechnik Taiwans hat sich in der ganzen Welt einen Namen gemacht. Ein großer Teil der international verwendeten Computerteile und Chips kommt aus Taiwan.

Wirtschaft

Mit der Einwanderung der Han-Chinesen wurden neue Techniken, besonders in der Land- und Forstwirtschaft, nach Taiwan gebracht, die zur ersten Entwicklung Taiwans erheblich beitrugen.

Nach dem Rückzug der KMT nach Taiwan in 1949 hat sich die Wirtschaft Taiwan's, mit Unterstützung der Vereinigten Staaten, schnell erholt. Danach begann die Industralisierung der Industrien für Lebenshaltung. Bis 1960 war die wirtschaftliche Entwicklung Taiwans aufgrund der Sättigung des Innenmarktes sehr beschränkt. Die exportorientierten Industrien, vor allem Textilien und elektronische Hausgeräte, haben sich seither rasant entwickelt mit den USA und Europa als Hauptzielländer. Seit der Blüte der asiatischen Wirtschaft in der Mitte der 80er Jahre hat sich Taiwan auch schrittweise auf Asien gerichtet. Bis 1995 machte das Exportvolumen nach asiatischen Ländern schon über die Hälfte aller Ausfuhr aus. Der wirtschaftliche Verkehr zwischen Taiwan und dem Hauptland ist wieder aktiv.

Sehenswürdigkeiten

Das Palastmuseum in Taibei ist eines der Hauptziele der Touristen. Die alte Festung Anping und der Tempel von Zheng Chenggong sind weitere Sehenswürdigkeiten. Ein landschaftlich sehr schönes Gebiet ist die Umgebung des Sonne-Mond-Sees.

Kaiserpalast-Museum in Taipeh

Das Kaiserpalast-Museum wurde 1965 dem Kaisepalast in Peking in traditionell chinesischem Baustil nachgebaut. Mehr als 700.000 wertvolle Kulturgegenstände aus der chinesischen Geschichte werden hier ausgestellt.

Sonne-Mond-See

Die vielgestaltige Topographie Taiwan's bietet eine malerische Landschaft. Die bekannteste davon ist der Sonne-Mond-See. Er liegt zwischen dem Yu- und dem Nenggao-Berg und ist der einzige Natursee Taiwan's. Er ist 760 m hoch und hat einen Umfang von 24 km. Eine Insel im See trennt den See in zwei Teile, die Südseite sieht aus wie eine Sonne, die Nordseite wie eine Mondsichel im ersten Viertel.

Ali-Gebirge

Das Ali-Gebirge besteht aus achtzehn Bergen, der höchste Gipfel davon ist der Data mit einer Höhe von 2663 m. Das Gebiet um das Ali-Gebirge ist der bekannteste Naturwaldpark und das beliebteste Reiseziel in Taiwan. Das wechselhafte Wolkenmeer und die über tausend Jahre alten Bäume sollte man nicht verpassen.

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(Worte, die häufiger genannt wurden, werden größer geschrieben als jene, die seltener genannt wurden.)



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