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Chinas Provinzen - ShanxiFläche: 150000 Quadratkilometer Verwaltungsgliederung und wichtige Städte Allgemeines Shanxi befindet sich westlich der Nordchinesischen Ebene und östlich vom Mittellauf des Gelben Flusses. Da die Provinz im Westen des Taihang-Gebirges liegt, wird sie Shanxi (wörtlich: westlich des Gebirges) genannt. Sie ist eine der Wiegen der antiken Kultur Chinas, daher reich an historischen Sehenswürdigkeiten.
Topographie Mit ihren Gebirgen, Hoch- und Hügelland sowie Becken weist die Provinz eine vielfältige Oberflächengestalt auf. Der Großteil der Provinz liegt mehr als 1000 Meter über dem Meeresspiegel, wobei die Gebirge etwa 67,5 % der Fläche einnehmen, die von Nordosten nach Südwesten abfällt. Die Provinz ist der Ostteil des Lößplateaus. Der Boden hier ist größtenteils von einer dicken Lößschicht bedeckt, die in Jahrtausenden vom Mongolischen Hochplateau mit dem Wind herbei getragen wurde. Topographisch lässt sich die Provinz in drei Teile einteilen: 1. Das Mittel-Shanxi-Becken: Es entstand durch Verwerfungen, die sich in Nord-Süd-Richtung hinziehen. Es umfasst die Flußtäler des Datong, Xinzhou, Taiyuan, Linfen und Yuncheng, die allmählich von 1000 Meter auf 250 Meter abfallen. Diese Täler sind das wichtigste Agrargebiet und das Handelszentrum der Provinz. 2. Das Gebirgsland von Ost-Shanxi: Hier dominiert das Taihangshan, daneben erstrecken sich von Norden nach Süden die Gebirge Hengshan, Wutaishan, Taiyueshan und Zhongtiaoshan, alle über 1500 Meter hoch. Zwischen ihnen liegen das Changzhi-, Pingding-, Jincheng- und Shouyang-Becken. Das Taihangshan bildet eine natürliche geographische Grenzlinie zwischen dem Shanxi-Plateau und der Nordchinesischen Ebene. Der Beitaiding im Wutaishan ist mit der Höhe von 3058 Metern der höchste Gipfel in Nordchina. 3. Das Tafelland von West-Shanxi: In dieser Gegend, die das Lüliangshan beherrscht, ist die Erosion am stärksten, so dass der Boden aus sehr dicken Lößschichten in zahllose tiefe Steilhangtäler zerschnitten ist. Der Westen und Süden der Provinz werden durch den Gelben Fluß begrenzt. An diesem Abschnitt des Gelben Flusses liegen der berühmte Hukou-Wasserfall und die Longmen-Stromschnellen, die reiche Wasserkraftreserven besitzen. An der Sanmenxia-Schlucht im Süden der Provinz wurde ein Stausee mit einem Fassungsvermögen von 35,4 Milliarden Kubikmetern angelegt, der Wasser reguliert und zugleich mit einer installierten Leistung von 250000 Kilowatt Strom erzeugt. Zu den Nebenflüssen des Gelben Flusses gehören der Fenhe, Sushui und Qinhe. Der Sangganhe, Hutuohe und Zhanghe in Ost-Shanxi sind obere Quellflüsse des Haihe. Die meisten Flüsse tragen große Mengen Schlamm mit sich. Klima Shanxi weist Kontinentalklima auf. Im Vergleich mit Gegenden gleicher Breite in der Nordchinesischen Ebene bleibt die Temperatur der Provinz verhältnismäßig niedrig wegen der relativ großen Höhe ist das Klima ziemlich trocken. Im Winter herrscht Frost, im Sommer aber keine glühende Hitze. Die Jahresdurchschnittstemperatur steigt von Norden nach Süden von 5 °C auf 15 °C. Die absolute Niedrigsttemperatur war -44,8 °C, gemessen am 15. Januar 1958 bei Wutaishan, die absolute Höchsttemperatur war 42,7 °C, gemessen am 21. Juni 1966 bei Yuncheng. Die frostfreie Periode im Jahr dauert von Norden nach Süden 4 - 7 Monate an. Im Großteil der Provinz beträgt der durchschnittliche Jahresniederschlag 350 - 700 Millimeter und nimmt von Nordwesten nach Südosten zu. 60 % der Niederschläge konzentrieren sich im Sommer. Landwirtschaft Die Landwirtschaft hat in der Provinz eine lange Tradition. Unter den Provinzen Nordchinas sind die Bodenressourcen Shanxis jedoch nicht ausreichend benutzt. Das Ackerland nimmt nicht einmal ein Drittel der erschließbaren Bodenfläche ein. Die Erosion auf dem Lößplateau, die Sandstürme im Nordteil der Provinz und die Dürre in weiten Gebieten gefährden ernst die landwirtschaftliche Produktion. Die Erträge waren infolgedessen niedrig. Obwohl man dagegen viel getan hat, ist das Problem bei weitem nicht gelöst. In der Provinz werden allgemein in zwei Jahren drei Ernsten eingebracht, im Südteil zwei Ernten in einem Jahr, und nördlich des Yanmenguan kann jährlich nur einmal geerntet werden. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Pflanzen hier sind Mais, Weizen, Sorghum, Hirse, Nackthafer, Wassereis, Baumwolle und Ölpflanzen. Birnen und Datteln werden auch angebaut. Im Nordwestteil der Provinz gibt es Weideland, wo die Viehzucht gut entwickelt ist. Industrie Shanxi ist sehr reich an Kohlevorkommen. Mit mehr als 58000 Quadratkilometern machen die Kohlenreviere 37 % der Provinzfläche aus. Die Kohlevorräte, soweit sie bereits bekannt sind, betragen 200 Milliarden Tonnen, also ein Drittel der Gesamtvorräte des Landes. Die hier nicht tief liegende Kohle gibt es in guter Qualität und verschiedenen Arten. Wichtige Kohlenbergwerke befinden sich in Datong, Yangquan, Taiyuan, Fenxi, Lu´an, Jincheng, Xuangang und Huozhou. Rohkohle wird in mehr als 20 Provinzen, regierungsunmittelbare Städte und autonome Gebiete geliefert sowie auch exportiert. Ferner besitzt die Provinz Kupfer, Aluminium, Schwefel und Binnenseesalz. Die Produktion von Kränen, Bergbaumaschinen, Stahlwalzwerken und Textilmaschinen spielt eine wichtige Rolle. Die Textilindustrie, Lebensmittelindustrie, Papierherstellung und chemische Industrie haben sich in der letzten Zeit schnell entwickelt. Markenprodukte sind u.a. Fenjiu-Schnaps aus dem Kreis Fenyang, Speiseessig aus Qingxu und Keramik aus Changzhi. Im Jahr 1998 betrug das Bruttoinlandsprodukt von Shanxi 160 Milliarden Yuan. Verkehr In Shanxi ist die Eisenbahn der wichtigste Verkehrsträger. Die Eisenbahnlinie Beijing - Baotou, Beijing - Taiyuan, Xinxiang - Taiyuan, Datong - Qinhuangdao, Datong - Puzhou, Taiyuan - Jiaozu, Datong - Kelan, Taiyuan - Zhenchengdi und Shijiazhuang - Taiyuan bilden die Verkehrsadern der Provinz und die Verbindungen zu den anderen Provinzen. Die Straßen haben eine Länge von über 30000 Kilometern. Zu dem Straßennetz gehören u.a. die Autobahn Taiyuan - Shijiazhuang, Taiyuan - Xinzhou, N109, N307, N207, N108 und N309. Mehrere Brücken überspannen nun den Gelben Fluß und verbinden Shanxi mit Nachbarprovinzen. Von Taiyuan aus erreicht man mit Flugzeug Beijing, Xi´an, Yan´an, Changzhi und Datong. Die Autobahn Beijing - Datong ist innerhalb von der Provinz im September 2000 fertiggestellt und dem Betrieb übergeben. Sehenswürdigkeiten Shanxi ist durch Kulturrelikte weit und breit bekannt. Etwa 70 % der erhaltenen Gebäude aus Kolzkonstruktion, die vor der Yuan-Dynastie (1271 - 1368) gebaut wurden, befinden sich in der Provinz. Zahlreiche traditionelle Bauten stehen heute für Besucher bereit. Die bekanntesten sind u.a. die Tempelanlagen in Wutaishan, der Wohnhof der Familie Qiao in der Vorstadt von Taiyuan, die alte Stadt von Pingyao, die Wandmalerei vom taoistischen Yongle-Tempel in der Nähe von Ruicheng, die Holzpagode im Kreis Yingxian und das Hängende Kloster im Kreis Hunyuan. Die Yungang-Grotten bei Datong sind weltberühmt. Durch einen Kohletransport zweihundert Meter davor wurde die ganze Anlage schwer verschmutzt. Eine Umleitungsstraße ist daher gebaut und dem Verkehr freigegeben, die die berühmte Sehenswürdigkeit von der Schädigung endgültig befreit. Die Provinzhauptstadt Taiyuan hat eine Bevölkerung von 2,93 Millionen Menschen. Sie befindet sich in der Mitte der Provinz und verfügt über relativ gut entwickelte Industriezweige wie Kohleindustrie, Eisen- und Stahlindustrie, Schwermaschinenbau, chemische Industrie und Energiewirtschaft. Taiyuan hat eine Geschichte von etwa tausend Jahren und viel Sehenswürdigkeiten. Das in Nord-Shanxi liegende Datong ist eine neuentwickelte Industriestadt, in der die Kohleindustrie im Vordergrund steht. Die fein gemeißelten Buddhastatuen in den Grotten von Yungang, ein Vorort der Stadt, haben eine Geschichte von mehr als 1000 Jahren und sind im In- und Ausland berühmt.
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