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Provinzen in China - Beijing / PekingPeking (Beijing) ist die Hauptstadt der Volksrepublik China und zugleich ihr politsches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Es ist auch eine der kulturhistorisch bedeutsamsten Städte auf der Welt. as Stadtzentrum Beijings liegt auf 39°56´ nördlicher Breite und auf 116°20´ östlicher Länge, 43,71 Meter über dem Meeresspiegel (Messpunkt Qianmen). Die Stadt befindet sich am nördlichsten Rand der Nordchinesischen Ebene und ist der Knotenpunkt zwischen Nordostchina und Nordchina. Die Gebirgsgruppe nicht weit nordwestlich der Stadt ist die erste Stufe von der chinesischen Ebene zum Plateau der Inneren Mongolei. Westlich von Beijing liegt das sich lang hinziehende Taihang-Gebirge, südlich die breite Nordchinesische Ebene. Südöstlich liegt in 140 Kilometer Entfernung das Bohai-Meer. Beijing ist eine der alten Hauptstädte und eine der Städte Chinas mit der längsten Geschichte. Schon vor 690000 Jahren lebte der Peking-Mensch in Zhoukoudian, Bezirk Fangshan. Direkt an der Höhle, die der Peking-Mensch und vor 18000 Jahren der Obere Höhlenmensch bewohnt hatten, wurde ein Museum für Paläantropologie eingerichtet. Es ist vorgesehen, dass hier weitere Ausgrabungsarbeiten im Rahmen internationaler Zusammenarbeit durchgeführt werden. Bei Bauarbeiten in der Stadtmitte wurden zwölf Meter unter der Erde Reste einer ca. 20000 Jahre alten altsteinzeitlichen Siedlung entdeckt. Als Hauptstadt des Königreichs Yan (841 - 222 v.Chr.) erscheint Beijing in geschichtlichen Aufzeichnungen. Seit der Jin-Dynastie (1115 - 1234) ist Beijing mit kurzen Unterbrechungen Hauptstadt. Die antiimperialistische und antifeudalistische "4. Mai-Bewegung" von 1919, die "9. Dezember-Bewegung" von 1935 zum Widerstandskrieg gegen Japan und zur Rettung des Vaterlandes und die "5. April-Bewegung" von 1976 gegen die Viererbande mit Maos Witwe Jiang Qing an der Spitze entstanden hier.
Verwaltungsgliederung 13 Bezirke: Dongcheng, Xicheng, Xuanwu und Chongwen innerhalb
der Stadt; Chaoyang, Fengtai, Haidian, Shijingshan und Tongzhou in den
nahen Vororten;
Mentougou, Fangshan, Shunyi und Changping in den fernen Vororten.
Topographie und Klima Peking befindet sich auf einer nur ca. 50 m über dem Meeresspiegel gelegenen Ebene, die im Westen, Norden und Osten von Bergen umgegeben ist und sich nach Südosten hin zum Meer öffnet. In Peking herrscht ein warmes, gemäßigter Klima mit ausgeprägten jahreszeitlichen Schwankungen. Im Winter ist es kalt und trocken, im Frühling windig. Im Sommer regenreich und im Herbst sonnig und mild. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 507.7 mm und fällt überwiegend im Sommer. Die Bodenfläche Beijings sinkt von Nordwesten nach Südosten ab. Im Westen, Norden und Nordosten ziehen sich dicht aneinander Gebirge hin. Im südöstlichen Gebiet befindet sich ein Stück der Tiefebene, die sanft zum Bohai-Meer absinkt. Die kleine Tiefebene Beijings sieht einer Bucht ähnlich. Deshalb nennt man sie die "Beijinger Bucht". Das Gebirgsland macht etwa 62 % der Fläche Beijings aus. Das Gebirgsland im Westen Beijings nennt man allgemein die Westberge, wo es den bekannten Baihuashan (Berg der hundert Blumen), den Lingshan, den Miaofengshan, den Xiangshan (Duftender Berg), den Yuquanshan (Berg der Jadequelle) gibt. Das Gebirgsland im Norden nennt man Jundushan, wovon die Badaling-Bergkette am bekanntesten ist. Das Gebirgsland Beijings erhebt sich im allgemeinen 1000 - 1500 Meter über dem Meeresspiegel, doch einige Gipfel sind über 2000 Meter hoch. Im Westen Beijings fließt der Yongding und im Osten der Chaobai. Außerdem gibt es noch den Nordkanal (Der Nordkanal ist ein Teil des Großen Kanals. Er fängt in Tongxian in Beijing an und mündet in den Yongding in der Vorstadt von Tianjin) und die Flüsse Juma und Juhe. Alle diese Wasserläufe gehören zum Wassersystem des Haihe. Das Stadtgebiet Beijing liegt auf dem Rücken des alluvialen Fächers des Yongding. Klima Beijing hat ein typisches gemäßigtes kontinentales Monsunklima und vier klar voneinander unterschiedliche Jahreszeiten. Der Frühling ist kurz, wobei die Temperatur schnell ansteigt und ihr Unterschied zwischen Tag und Nacht groß ist. Es herrscht überwiegend Trockenheit, denn von März bis Mai fallen durchschnittlich nur 30 - 70 Millimeter Niederschläge. Durch Sandstürme ist diese Jahreszeit die windigste des ganzen Jahres. Alle 5 - 6 Tage kommt starker Wind auf, während es in der übrigen Zeit warm und sonnig ist. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Sandstürme verringert, da die Begrünungsmaßnahmen in Wüstengebieten nordwestlich von Beijing allmählich ihre Wirkung zeigen. Etwa 75 % der Niederschläge fallen im Sommer, vor allem im Juli und August. Die größte Tages-Niederschlagsmenge wurde am 31. Juli 1959 mit 244,2 Millimetern registriert. Im Juli ist es recht heiß, die Temperatur beträgt durchschnittlich 26,1 °C, als Höchsttemperatur wurde am 24. Juli 1999 42,2 °C gemessen. Im Herbst sind die Tage meist sonnig und windstill. Durch die Luftverschmutzung ist Beijings Himmel leider auch im Herbst nicht mehr so klar und blau wie früher. Im Zentrum kann man am Tage nur selten die Berge rings um die Stadt zu Gesicht bekommen und in der Nacht nur wenige Sterne am Himmel ausmachen, was früher selbstverständliche gewesen ist. Die Regierung hat daher im Jahr 1998 beschlossen, strengere Regelungen für Autoabgase in die Tat umzusetze. Darüber hinaus darf Kohle mit hohem Schwefelgehalt nicht mehr verbrannt werden. Der Herbst als Beijings goldene Zeit des Jahres soll bald seine Faszination wieder erlangen. Der Winter ist sehr lang, er dauert vier bis fünf Monate. Im Januar ist es am kältesten, die Temperatur beträgt dann durchschnittlich -4,7 °C, als absolute Tiefsttemperatur wurde am 22. Februar 1966 -27,4 °C gemessen. Die Luft ist sehr trocken, da die Niederschläge, hauptsächlich in Form von Schnee, mit nur 2 % des Jahresniederschlages sehr gering sind. Sehr oft bläst ein kalter Nordwestwind, was oft einen Temperatursturz zur Folge hat. Weil Beijing auf drei Seiten von Gebirgsketten umgeben ist, hat es für das trockene und regenarme Nordchina relativ viel Gesamtniederschlag - im Jahr durchschnittlich 636,8 Millimeter. Aus meteorologischen Aufzeichnungen seit dem Jahre 1841 geht hervor, dass die Jahresdurchschnittstemperatur in Beijing etwa 11,8 °C beträgt. 180 - 200 Tage des Jahres sind frostfrei. Fläche und BevölkerungDas heutige Peking hat eine Fläche von 16.808 qkm, zuzüglich Stadtvierteln von 1.040 qkm. Ende 2001 hatte Peking 11,22 Mio. Einwohner, also durchschnittlich 668 Einwohner pro qkm. Geschichte Archäologischen Funden zufolge wurde die Gegend von Peking schon vor 700.000 Jahren von Menschen (den Peking-Menschen) bewohnt. Später wurde sie von Reitervölkern zur permanenten Siedlung ausgebaut und wurde im Jahr 1045 v. Chr. zum ersten Mal die Hauptstadt des Fürstentums Yan. In den folgenden Jahrhunderten war Peking immer eine der strategisch bedeutsamen Städten Nordchinas und zugleich Hauptstadt der regionalen Macht. In 1279 gründeten die Mongolen im heutigen Norden von Peking die Yuan-Dynastie (1279-1368). Der für Peking bedeutsamstende Hauptstadtgründer war jedoch Yongle, der dritte Herrscher der auf die Yuan Dynastie folgenden Ming-Dynastie (1368-1644). Er verlegte die Hauptstadt vom weiter südlich gelegenen Nanjing ("südliche Hauptstadt") zurück nach Peking ("nördliche Hauptstadt"). Anfang des 15. Jahrhunderts veranlasste er den Bau des gigantischen Kaiserpalastes und zahlloser anderer Bauwerke, die bis heute erhalten sind. Zwar wurde Peking immer wieder aus- und umgebaut, doch in seiner Grundstruktur blieb es auch über die nachfolgende Qing-Dynastie (1644-1911) und die Republikzeit (1911-1949) weitgehend gleich. Erst nach Gründung der Volksrepublik China in 1949 begann die radikale Änderung der Grundstruktur als Peking in eine moderne Metropole verwandelt wurde. Landwirtschaft Die Landwirtschaft beliefert hauptsächlich die Stadt. Ihre Anbaufläche beträgt etwa 400000 Hektar. In den nahen Vororten werden Gemüse und Fleisch, Eier und Milch produziert, in den fernen Vororten Getreide und Baumwolle, während in den Berggebieten Obst einen wichtigen Platz einnimmt. Die Kastanien, Walnüsse, Pfirsiche und Birnen sind im ganzen Land bekannt, wobei Kastanien und Walnüsse in großer Menge exportiert werden. Die Peking-Enten, deren Fleisch sehr schmackhaft ist, sind weltberühmt. Industrie Die moderne Industrie Beijings entwickelte sich sehr spät. Sie fing mit dem Mentougou-Kohlenbergwerk, gegründet im Jahre 1872 erst an. Im Jahre 1949 betrug der Jahresproduktionswert der Industrie nur 170 Millionen Yuan. Bis zum Jahre 1998 wurde er auf 201 Milliarden Yuan gesteigert. Damit ist Beijing heute eine wichtige Industriestadt. Die bedeutendsten Branchen sind die Automobilindustrie, petrochemische Industrie, elektronische Industrie, Apparate- und Instrumentenbau- und Leichtindustrie. Die Yanshan-Petrochemie-Gesellschaft ist ein umfassendes und modernes Unternehmen, das mehrere Anlagen aus Deutschland importiert hat. Die Eisen- und Stahlgesellschaft der Hauptstadt ist eine große Unternehmensgruppe. Allerdings darf sie ihre Produktion nicht mehr erweitern, da sie einer der stärksten Umweltbelaster ist. Beijings spezielle kunstgewerbliche Produkte wie Jadeschnitzereien, Cloisonné und Teppiche genießen einen guten Ruf auf dem internationalen Markt. Verzichtet wurde inzwischen auf die traditionelle Elfenbeinschnitzerei. Dafür werden andere Materialien wie Rinderknochen verwendet in der Hoffnung, dass diese alte Kunst nicht verloren geht. Kultur Als eine alte Hauptstadt mit einer langen kulturellen Tradition ist Beijing das wissenschaftliche und kulturelle Zentrum Chinas. Beijing verfügt über 49 Hochschulen und Institute, von denen die meisten heute sehr gut ausgestattet sind, darunter sind 22 Hochschulen und Institute führend im Landesmaßstab. Die bekanntesten von ihnen sind die Peking-Universität, die Qinghua-Universität, die Pädagogische Universität von Beijing, die Chinesische Volksuniversität und die Zentrale Nationalitäten-Universität. Beijing ist auch das Zentrum der wissenschaftlichen Forschungsarbeit des Staates. Die Chinesische Akademie der Wissenschaften und die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften wurden hier gegründet. Beide Akademien verfügen über eine Reihe von Forschungsinstituten. Außerdem gibt es in Beijing die Chinesische Akademie der Agrarwissenschaften, die Chinesische Akademie der medizinischen Wissenschaften sowie viele wissenschaftliche Forschungsabteilungen, die verschiedenen zentralen Organen unterstehen. Die Anzahl der Zeitungen und Zeitschriften, die in Beijing publiziert werden, ist die größte im ganzen Land. Beijings Rundfunkanstalten und Fernsehprogramme stehen an erster Stelle. Schriftsteller und Künstler, Kultur- und Kunstwissenschaften sind in Beijing zahlreich vertreten, und es gibt viele Museen sowie Ausstellungshallen und Bibliotheken. Die Beijing-Bibliothek ist die größte Bibliothek Chinas. VerkehrDie Infrastruktur Peking's ist hochentwickelt. Ende 2001 betrug die Gesamtlänge der Straßen 13.891 km. Sechs Autobahnen verbinden Peking mit allen Regionen China's. Die 555 Buslinien tragen jährlich 4,5 Milliarden Gäste zum Ziel. Peking ist einer der größten Eisenbahnknotenpunkte China's mit zahlreichen Zugverbindungen zu allen wichtigen Städten. Durch mehrmalige Geschwindigkeitserhöhungen und Einführung neuer Techniken zur Dienstleistungsverbesserung stieg die Zahl der Fahrgäste ständig an und erreichte in 2001 47,5 Mio. Die drei U-Bahnlinien, die schon in Betrieb genommen sind, und die weiteren Linien im Bau sowie in Planung (von denen vier bevor der Olympiade 2008 in Betrieb genommen werden sollen) werden ein effizientes Stadtgleisverkehrsnetz bilden. Der Pekinger Flughafen (Beijing Capital Airport), der etwa 25 km nordöstlich der Stadt liegt, wird von über 200 Fluglinien angeflogen, die die meisten Länder und Regionen der Erde anfliegen. Mit jährlich über 21,69 Mio. Passagieren zählt der Pekinger Flughafen zum betriebsamsten Flughafen in Asien. Beijing ist einer der Hauptverkehrsknotenpunkte des ganzen Landes. Es ist der Ausgangspunkt der Eisenbahnlinien Beijing - Harbin, Beijing - Shanghai, Beijing - Guangzhou und Beijing - Baotou, die Beijing mit den meisten Gebieten des Landes verknüpfen. Internationale Züge fahren nach Pyongyang, Ulan-Bator, Hanoi und Moskau, und über Ürümqi erreicht man mit dem Zug Alma-Ata, Hauptstadt von Kasachstan, über Harbin Vladivostok und Chabarovsk in Russland. Es gibt außerdem 847 Fernstreckenbuslinien, die auch in weit entfernte Provinzen wie Fujian und Hubei führen. Beijing ist auch das Luftverkehrszentrum Chinas. Luftlinien führen zu allen größeren Städte des Inlandes. Internationale Luftverbindungen bestehen mit zahlreichen Städten der Welt. In den letzten Jahren hat sich der Stadtverkehr sehr schnell entwickelt. Im Jahre 1949 gab es nur 164 Omnibusse und Straßenbahnen, 1997 dagegen 8983 Omnibusse, Trolleybusse und U-Bahn-Waggons, was eine Steigerung um das 54,77fache bedeutet. Dazu noch über 60000 Taxen. Die Länge der Straßen betrug im Jahre 1949 nur 215 Kilometer, im Jahre 1997 hingegen 20000 Kilometer, also fast hundertmal so viel wie 1949. Die erste U-Bahnstrecke Chinas, die vom Stadtzentrum in westliche Richtung führt, hat eine Länge von 23,6 Kilometern. Sie ist in östlicher Richtung ausgebaut worden und verbindet die östliche und westliche Vorstadt mit dem Stadtzentrum. Eine andere U-Bahnstrecke rund um die Stadt hat eine Länge von 16,1 Kilometern. Mit dem Bau einer dritten U-Bahnstrecke in Süd-Nord-Richtung wurde schon begonnen. Sie wird voraussichtlich im Jahr 2003 fertiggestellt und kann dann täglich eine halbe Million Menschen befördern. Rings um die Stadt gibt es vier Ringstraßen. Eine fünfte Ringstraße ist für Fernverkehr und eine sechste von 188 Kilometern als eine Umgehungsautobahn gebaut. Nach der Fertigstellung dieser Straßen wird der Stadtverkehr wesentlich erleichtert. Die Autobahn zum Flughafen sowie die Autobahnen Beijing - Luohe (ein Teil der Autobahn Beijing - Guangzhou), Beijing - Badaling (ein Teil der Autobahn Beijing - Datong) und Beijing - Tianjin sind Hauptverkehrsadern der Stadt. Die Autobahn Beijing - Shenyang mit einer Länge von 655 Kilometern und die Autobahn Beijing - Shanghai mit einer Länge von 1278 Kilometern wurden im Jahr 2000 dem Verkehr übergeben. Zu den wichtigsten Verkehrsadern gehören ferner die Nationalstraßen N101 bis N111, die vom Stadtzentrum aus in alle Richtungen führen. In der letzten Zeit hat die Zahl der privaten Autos stark zugenommen. Es gibt insgesamt 1,3 Millionen PKW und LKW, die den Verkehr bereits überlasten. Der Flughafen der Hauptstadt ist in der Lage, jährlich bis zu 36 Millionen Fluggäste abzufertigen. Wirtschaft Die Pekinger Wirtschaft steigt seit Jahren ständig an. In 2002 stieg das BIP mit 313 Milliarden RMB um 10.2% gegenüber dem Vorjahr an. Das BIP stieg pro Kopf mit 27.746 RMB (ca. 3355 USD) um 8.9%. Anteil am BIP von Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen beträgt jeweils 3.1%, 35.6% bzw. 61.3%. Die wichtigsten Branchen sind Immobilien, Telekommunikation, Verkehrswesen und die Hi-Tech Industrie. Diese Branchen locken auch die größten Investitionen an. Tourismus Die alte Stadt Beijing ist immer noch reich an Kulturdenkmälern, obwohl durch die Umgestaltung der Stadt zahlreiche Sehenswürdigkeiten zerstört wurden. So mussten manchmal Kulturdenkmäler wirtschaftlichen Interessen weichen. Der Abriß der Stadtmauer in den 60er Jahren bleibt eine schmerzhafte Erinnerung, und heute verschwinden immer mehr alte Gassen aus dem Stadtbild. In den vergangenen fünfzig Jahren sind über 2000 Hutongs, die typischen Beijinger Gassen, der Modernisierung der Stadt zum Opfer gefallen. Trotz all dieser Zerstörungen ist Beijing nach wie vor eines der beliebtesten Reiseziele in China. Die Verbotene Stadt, die Große Mauer, der Sommerpalast usw. faszinieren inländische wie ausländische Touristen. Allein im Großraum Beijing hat die Große Mauer eine Länge von über 600 Kilometern, die, weil für die Verteidigung der Hauptstadt strategisch wichtig, massiv gebaut wurde. Einige unrenovierte Stellen sind landschaftlich besonders schön und beliebte Ausflugsziele. Darüber hinaus sind der Himmelstempel, der Lamatempel, die Marco-Polo-Brücke, die Ming-Gräber, die Kulturstraße Liulichang und der Antiquitätenmarkt Panjiayuan Besuche wert. Mehrere Strecken des Kanals rings um die Stadt wurden saniert, so dass Touristen nun von der Stadt aus mit dem Schiff den Sommerpalast erreichen können. Die Zahl der Touristen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Während 1978 nur etwa 187000 ausländische Touristen registriert wurden, kamen 1997 2,299 Millionen nach Beijing. Auch von Chinesen anderer Städte wird Beijing gern besucht. 57,8 Millionen Besucher aus dem Inland registrierte Beijing im Jahr 1998. Sehenswürdigkeiten in Peking / BeijingDer Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) Der Platz des Himmlischen Friedens ist ein beliebter Ausgangspunkt, um sich einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen. Mit 400 000 qm ist er der größte Platz der Welt. Im Süden wird er vom Qianmen begrenzt vor das 1976, nach dem Tod des Großen Vorsitzenden, das Mao-Mausoleum gesetzt wurde. Mitten auf dem Platz erhebt sich eine Stele zum Gedenken an die Märtyrer der Revolution, das Denkmal der Volkshelden mit Inschriften Mao's und des früheren Ministerpräsidenten Zhou Enlai's sowie Reliefs aus der Geschichte der chinesischen Revolution. Flankiert wird der Platz von zwei Monströsen, 1959 im sowjetischen Stil errichteten Repräsentationsbauten, der Großen Halle des Volkes im Westen, in der die Partei und der Volkskongreßtagen, sowie das Chinesische Geschichtsmuseum und das Revolutionsmuseum im Osten. Im Norden steht das bekannte Tor des Himmlischen Friedens (Tian'anmen), das zugleich das Südtor des Kaiserpalastes ist. Der Kaiserpalast/Verbotene Stadt
siehe auch: Die verbotene Stadt (Details) Der SommerpalastWegen der großen Hitze zog sich der Kaiserhof früher im Sommer gerne an den Stadtrand in den Sommerpalast (Yiheyuan) zurück, ein Vergnügen das heute gegen Eintritt jedermann vergönnt ist. Ein großer See, Wandelgänge, historische Bauten, Pavillons und Gärten bieten prächtige Erholung. Im 18. Jahrhundert ließder Kaiser Qianlong die Sommerresidenz zum 60. Geburtstag (1752) seiner Mutter ausbauen. Eine weitere Erneuerung fand in 1888 auf den Befehl der Kaiserinwitwe Cixi statt, die die Rüstungsausgabe für die Modernisierung der kaiserlichen Marineflotte dafür abzweigte. Am Ende des Boxeraufstand wurde es von ausländischen Truppen abgebrannt und verfiel. Erst nach 1949 wurden wichtige Restaurationen vorgenommen. Der HimmelstempelDer Himmelstempel (Tiantan - eigentlich Himmelsaltar) entstand zusammen mit dem Kaiserpalast 1421. Hier beteten die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien jedes Jahr zum Himmel um reiche Ernte. Der Tempel (273ha) ist von einer Mauer (6416m) umgeben und wird von einer zweiten Mauer (3292m) in einen inneren und einen äußeren Himmelstempel unterteilt. Beide Mauern verlaufen im nördlichen Teil halbrund und am südlichen Teil rechteckig, welches nach altchinesischer Vorstellung den Himmel (rund) und die Erde (Quadrat) symbolisiert . Desweiteren ist der nördliche Teil höher als der südliche (Himmel über der Erde). Die Haupthalle - Qiniandian- ein dreistöckiges rundes Bauwerk wurde im Jahr 1420 gebaut . Sie ist im Jahr 1889 abgebrannt, wurde jedoch 1890 wieder aufgebaut. Eines der Wunder dieses Tempels ist die Echomauer. Wenn es sehr ruhig ist und man an einer Stelle leise gegen die Innenseite der Mauer spricht, kann ein anderer, an der gegenüberliegenden Stelle des Kreises, das Gesagte deutlich verstehen. Die Große MauerWer die Große Mauer (Chang Chang) nicht bestiegen hat, der hat China nicht gesehen. Vor 2700 Jahren bauten einzelne Fürstentümer Mauern gegen ihre Nachbarn, die der erste Kaiser (Qinshihuang) vor 2200 Jahren wieder abreißen ließ weil er für sich ein geeintes Reich erkämpft hatte. Nur die nach Norden, gegen die nomadischen Reitervölker gerichteten Mauern, blieben stehen, wurden sogar verstärkt und miteinander verbunden. In den nachkommenden Jahrhunderten erlebte die Mauer unzählige Störungen und wurde erst zur Ming-Zeit (1368-1644) in ihrer jetzigen Länge (ca. 6800 km) und sichtbaren Form restauriert. In der Ming-Dynastie war sie jedoch keine Grenze mehr, sondern ein veritables Hindernis im Gelände, mehr aber noch ein Kommunikationssystem. Auf der Mauer bewegten sich Reiter wesentlich schneller als im Gelände. Zudem dienten die Türme als Unterkunft für Wachmannschaften, als Lager für Vorräte und Munition und auch als Signalstationen. Flaggensignale, Rauchzeichen und Signalfeuer transportierten Botschaften schnell entlang der Mauer und über weitere Türme zu den Festungen, die sich im Hinterland befanden. Am meistbesuchtesten ist das Mauerstück bei Badaling, etwa 90 km nördlich von Peking. Ebenfalls recht lebhaft geht es in Mutianyu etwa 95 km nordöstlich von Peking zu, während es in Simatai, 120 km nordöstlich der Hauptstadt noch etwas ruhiger ist. siehe auch: Die Grosse Mauer (Details) Ming-Gräber (Shisanling)Knapp 50 km nördlich des Pekinger Stadtzentrums befinden sich auf einer Fläche von fast 40 qkm die Mausoleen von 13 der 16 Kaiser der Ming-Dynastie (1368-1644). Die gesamte Anlage ist Unesco Weltkulturerbe. Alle Mausoleen haben trotz ihrer Unterschiede in Größe und Pracht die gleiche Grundstruktur. Das Mausoleum des dritten Ming-Kaisers Yongle, der den Kaiserpalast errichten ließund diese Grabanlage wählte, heißt Changling und sein oberirdischer Teil ist das größte Grab der Anlage. Die einzige zugängliche Gruft ist die des Ming-Kaisers Wanli, der mit 48 Jahren am längsten auf dem Thron saß Bei archäologischen Ausgrabungen zwischen 1956-1958 wurden zahllose Grabbeigaben gefunden, unter anderem die Kaiserkrone von Kaiser Wanli. Diese, aus Goldfäden gewebt und mit kostbaren Edelsteinen geschmückt, zählt zu den wertvollsten Funden.
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