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Chinas Provinzen - Autonomes Gebiet Innere MongoleiFläche: 1,1 Mill. Quadratkilometer Das Autonome Gebiet Innere Mongolei liegt in den Gebieten an der Nordgrenze Chinas, erstreckt sich in einem schmalen Streifen von Nordosten nach Südwesten und grenzt an Russland und der Mongolischen Republik. Die Bevölkerung setzt sich aus Mongolen, Han, hui, Mandschuren, Dahuren, Koreanern, Ewenki und Oroqen zusammen. Das Autonome Gebiet Innere Mongolei entstand am 1. Mai 1947. Dazu gehörte nur der Ostteil des heutigen Autonomen Gebiets, die von der Kommunistischen Partei beherrscht wurde. Danach wurden nach der Gründung der Volksrepublik nacheinander die von der mongolischen Nationalität bewohnten Gegenden in Suiyuan, Rehe, Chahar, Gansu und Ningxia der Inneren Mongolei unterstellt. In den 70er Jahren bei der Kulturrevolution wurden die drei Bünde Ju Du, Jiren und Hulun Buir im Ostteil der Inneren Mongolei den Provinzen Liaoning, Jilin und Heilongjiang einverleibt und der Westteil vom Bund Bayannur Gansu und Ningxia. Im Juli 1979 wurde der alte Status wiederhergestellt. Verwaltungsgliederung und wichtige Städte
5 Städte auf Bezirksebene: Hohhot, Baotou, Chifeng, Tongliao und Wuhai
Geographie und Klima Die Innere Mongolei ist eine der autonomen Regionen der Volksrepublik China. Sie liegt im Norden China's, an Rußland und die Mongolische Republik grenzend. Die Grenze zu Rußland und der Mongolischen Republik erstreckt sich über 4200 km. Die West-Ost-Entfernung mißt 2400 km, die Nord-Süd-Entfernung 1700 km. Die Innere Mongolei umfaßt eine Fläche von 1,183 Mio. qkm und entspricht damit 12,3% der Gesamtfläche China's. Das Autonome Gebiet ist durch seine topographische Höhenlage gekennzeichnet. Es liegt größtenteils auf der innermongolischen Hochebene welche, mit 1000 Höhenmetern, nach dem Qinghai-Tibet-Plateau die zweithöchste Hochebene Chinas ist. Außer dem Hochland reizen hier noch zahlreiche kleine Berge, Hügellandschaften, Ebenen, Wüsten, Flüsse und Seen. Bedingt durch seine geographische Lage und Topographie hat die Innere Mongolei ein unbeständiges Monsunklima der gemäßigten Zone. Im Frühling steigen die Temperaturen nach oft extrem kalten Wintern drastisch an und es herrscht oft ein starker Wind. Die Niederschläge fallen hauptsächlich im relativ kurzen Sommer. Im Herbst sinken die Temperaturen merklich, frühe Frosteinfälle sind nicht selten. Der Winter zeichnet sich durch seine Kälte und Länge aus. Der Jahresniederschlag beträgt 100-500 mm. Die Hauptstadt ist Hohot, andere wichtige Stätdte sind Baotou und Hailar. Topographie Die Innere Mongolei, die vom Großen Hinggan-Gebirge und Yinshan schräg durchzogen wird, dehnt sich über den größeren Teil des Plateaus der Inneren Mongolei aus. Das Gebiet kann der Bodengestaltung nach in folgende Teile gegliedert werden: 1. Das Große Hinggan-Gebirge, das sich über den Nordostteil der Inneren Mongolei erstreckt, hat eine Höhe von 1000 bis 2000 Meter und ist waldreich. 2. Das Hulun-Buir-Plateau, etwa 1000 Meter hoch, ist westlich des Großen Hinggan-Gebirges gelegen und besitzt weite, zum Weiden günstige Grassteppen. 3. Das Plateau im Nordteil der Inneren Mongolei hat eine ausgedehnte Fläche, ist auch etwa 1000 Meter hoch und dient als ausgezeichnetes natürliches Weideland. Hier gibt es viele Wüstengebiete, insbesondere in seinem Westteil. 4. Die Songliao-Ebene östlich des Großen Hinggan-Gebirges schließt sich an die Nordchinesische Ebene an. 5. Die Hetao-Ebene zwischen den Yinshan-Gebirge und dem Gelben Fluß ist von Kanälen durchzogen und von Feldern bedeckt, wird deshalb als "Kornkammer längs der Großen Mauer" bezeichnet. 6. Das Ordos-Plateau, etwa 1200 Meter hoch, erstreckt sich südlich des Gelben Flusses und ist mit Salzseen übersät. Hier auf dem Plateau liegen die Hobq- und Mu-Us-Wüste.
In der Inneren Mongolei leben mehr als 23 Mio. Einwohner. Davon stellen die Han-Chinesen mit 18.8 Mio. die Mehrheit und die Mongolen mit 4 Mio. eine Minderheit dar. Die restliche Bevölkerung setzt sich aus 47 weiteren Nationalitäten zusammen, vor allem den Hui und den Mandschu. Die ländliche Bevölkerung macht gut die Hälfte der Gesamtbevölkerung aus, mit 11,87 Mio. im Ackerbau und 1,91 Mio. in der Viehzucht tätig. GeschichteDie heutige Innere Mongolei war ursprünglich der Lebensraum von verschiedenden nomadischen Hirtenstämmen, unter anderen Tataren, Kitanen, Mongloen und Dschürtschäten (ein altmandschurisches Volk). Im 12. Jh. vereinte Temujin, der spätere Dschingis Khan, die mongolischen Stämme der inner- und der aussermongolischen Hochebene, schuf ein mächtiges Reich und gründete die Yuan Dynastie (1279-1368). Seit der Ming-Zeit blieb die innere Mongolei in enger Beziehung zur sinozentrischen Macht. In der Qing-Dynastie wurde es in gewöhnliche chinesische Provinzen unterteilt. 1947 wurde die Innere Mongolei zu einem Autonomen Gebiet China´s erklärt. VerkehrDurch die Innere Mongolei verlaufen vierzehn Haupteisenbahnlinien. Hinzu kommen zwölf Nebenlinien und fünf lokale Eisenbahnstrecken. Die Gesamtschienenstrecke beträgt 7083 km. Durch die Linien über Manzhouli und Erlianhot kann man Rußland und die Mongolische Republik erreichen. Die Gesamtlänge der Landstraßen beträgt 66500 km (2002). Über 95% der Gemeinden sind per Landstraße erreichbar. Es gibt sieben Zivilflughäfen, mit zwanzig inländischen und zwei internationalen Fluglinien. WirtschaftDie Innere Mongolei ist reich an Rohstoffen und Bodenschätzen, insbesonders Schwarzmetall, Buntmetall, Kohle, Erdöl, Naturgas und Feldfrüchte. Die dementsprechenden Industrien, wie z.B. Eisen und Stahl, Kohle, Energie, Chemie, Textilien und Nahrungsmittelverarbeitung sind deshalb gut entwickelt In den letzten fünfzehn Jahren entwickelte sich die Wirtschaft in der Inneren Mongolei rapide. Der Jahreswachstum liegt bei über 9%. Das Einkommen der Einwohner ist auch sichtbar gestiegen. Nach Öffnung der Grenzen erlebte der Grenzhandel zu Rußland und der Mongolischen Republik einen starken Aufschwungung und trieb die Entwicklung der Inneren Mongolei weiter voran. Landwirtschaft Die Innere Mongolei besitzt eine Grassteppenfläche von mehr als 1,3 Milliarden Mu und bildet so ein wichtiges Viehzuchtzentrum Chinas, bekannt wegen seiner Sanhe-Rinder und -Pferde sowie Feinwollschafe. Außer Weizen, Hafer, Hirse, Sorghum, Mais, Kartoffeln und Reis werden in großem Maße Industriepflanzen angebaut, darunter Sojabohnen, Leinsamen, Raps, Rizinus und Zuckerrüben. Der Holzvorrat im Großen Hinggan-Gebirge macht ein Sechstel des Vorrates des ganzen Landes aus. Um die Erosion zu verhindern, darf in den meisten Wäldern kein Holz mehr gefällt werden. Industrie An mehr als 500 Stätten gibt es insgesamt über Sorten Mineralien. Die Vorkommen an seltenen Erden, Niobium und natürlichem Soda sind die größten im ganzen Land und die Kohlvorkommen die zweitgrößten. An mehr als 180 Stellen gibt es Kohlevorkommen, darunter sind vier Orte mit einem Vorrat von mehr als 10 Milliarden Tonnen. Die Bodenschätze an Eisen, Chrom, Kupfer, Blei, Zink, Gold, Glimmer, Salz und Glaubersalz besitzen für das ganze Land große Bedeutung. Das in Bayan Obo gelegene Eisenbergwerk und Edelerde-Bergwerk sind sehr bekannt. Heute ist die Innere Mongolei einer der wichtigen Eisen- und Stahl- sowie Kohleproduzenten des Landes. Im Jahr 1998 betrug ihr Bruttoproduktionswert 119 Milliarden Yuan. Verkehr Das Hauptverkehrsmittel ist die Eisenbahn. Die Haupteisenbahnlinien sind die Linien Beijing - Baotou, Baotou - Lanzhou, Jining - Erenhot und Jining - Shuangliao. Über Erenhot erreicht man mit Eisenbahn Ulan-Bator und Moskau. Überall im Gebiet gibt es Landstraßen, so dass nun im wesentlichen alle Banner, Kreise und Gemeinden durch Autoverkehr erreichbar sind. Der Abschnitt des Huanghe in der Inneren Mongolei ist schiffbar. Sehenswürdigkeiten Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen das Kloster Lingjuesi im Banner Tumd Youqi, die Große Moschee bei Hohhot, das Grab von Zhaojun in der Vorstadt von Hohhot und das Grab von Dschingis Khan im Banner Ejin Horo. Hohhot ist eine alte Stadt, liegt nördlich der Großen Mauer. Sie hat 2000000 Einwohner. Die Stadt Baotou gehört zu den wichtigen Eisen- und Stahlindustriezentren Chinas. Die Stadt Wuhai ist eine neuentwickelte Industriestadt und ein wichtiges Kohleindustriezentrum des Landes. SehenswürdigkeitenDie Innere Mongolei besitzt eine einzigartige Kultur, malerische Steppenlandschaften, geheimnisvolle Urwälder im Daxing'anling Gebirge, den Gelben Fluß mit seinen wuchtigen Wogen, die wunderbaren Schluchten des Tönenden Sandes, zahlreiche faszinierende Seen und heiße Quellen sowie viele andere Sehenswürdigkeiten. Dschingis-Khan-Mausoleum Das Mausoleum des Dschingis Khans, der das Reich mit der flächenmäßig gewaltigsten Ausdehnung der Weltgeschichte gründete, liegt mitten auf der Ordos-Prärie, 185 km von Baotou entfernt. Es ist in der Form eines fliegenden Adlers gebaut und besteht aus drei Hallen im Jurtenstil mit gelben Wänden, roten Toren und Fenstern sowie glänzenden Kuppeln. Nadam-FestNadam, was auf Mongolisch "Spiele und Vergnügen" bedeutet, ist der höchste lokale Feiertag. Es findet jährlich im Juli und August statt, wenn das Grasland in voller Blüte steht und das Vieh satt und kräftig ist. Zehntausende Nomaden, in ihre schönsten Trachten geh¨¹llt und in feierlicher Stimmung, kommen aus allen Himmelsrichtungen zusammen, bis es auf dem Festgelände in der Prärie von farbenfroh bekleideten Menschen auf Pferden wimmelt. Ringen ist die Hauptattraktion des Fests. Die Wettkämpfer, in metallbeschlagenen Westen und breiten Hosen, betreten den Ring im traditionellen Adlertanz. Am Ende des Kampfes, nachdem er ihn zu Boden gedrückt hat , reicht der Sieger dem Unterlegenen als Zeichen des Respekts die Hand und hilft ihm wieder auf die Beine.
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