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Chinas Provinzen - GansuFläche: 390000 Quadratkilometer Gansu in Nordwestchina weist eine schmale und längliche Form auf. Es bekam seinen Namen von den Anfangsschriftzeichen der Ortsnamen zweier alter Städte, Ganzhou (heute Zangye) und Suzhou (heute Jiuquan). In Gansu leben neben Han - die Hauptvolksgruppe - noch viele nationale Minderheiten wie Hui, Tibeter, Dongxiang, Yugur, Baoan, Mongolen, Kasachen, Tu, Sala und Mandschuren. Verwaltungsgliederung und wichtige Städte 5 Städte auf Bezirksebene: Lanzhou, Tianshui, Jinchang, Jiayuguan
und Baiyin
Topographie Die Provinz erstreckt sich dort, wo das Lößplateau, das Plateau der Inneren Mongolei und das Qinghai-Tibet-Plateau aneinanderstoßen. Sie ist allgemein 1000 bis 3000 Meter hoch. Den Ostteil der Provinz, ein gewelltes Plateau, durchfließen der Gelbe Fluß und dessen Nebenflüsse Weihe und Taohe, wodurch diese Gegend reich an Wasserkraftreserven ist. Das Einzugsgebiet des Bailongjiang im Süden der Provinz weist dank des feuchtwarmen Klimas eine üppige Vegetation auf. Das Qilianshan-Gebirge im Grenzgebiet von Gansu und Qinghai hat allgemein eine Höhe von mehr als 4000 Metern. Zwischen den Gebirgen Qilianshan, Longshoushan und Helishan und westlich des Wushaoling verläuft der 1200 Kilometer lange Hexi-Korridor, den der Heihe und der Shule durchfließen. Die Hexi-Korridor besteht wegen seines trockenen Klimas vorwiegend aus Halbwüsten und Wüsten. Allerdings gibt es infolge der Ansammlung von Schmelzwasser aus dem Qilianshan, dessen Gletscher die Wasserquellen speisen, eine ganze Reihe von Oasen, mit Ackerbau und Viehzucht. Der Hexi-Korridor ist seit jeher ein bedeutender Verkehrsweg von Mittelchina nach Xinjiang und Mittelasien. Auch die Eisenbahn Lanzhou-Xinjiang durchfährt ihn.
Entlang des Gelben Flusses haben sich mehrere Becken und Schluchten herausgebildet. Die wichtigsten davon sind das Lanzhou- und das Jingyuan-Becken sowie die Liujiaxia-, die Yanguoxia-, die Daxia- und die Hongshanxia-Schlucht. Die Schluchten haben zumeist ausgezeichnete Voraussetzungen für die Anlage von Stauseen. Es wurden schon mehrere Stauseen gebaut, die sowohl Bewässerungsfunktionen haben als auch Strom erzeugen. Geographie und Klima Die Provinz Gansu liegt im Nordwesten der VR China. Der Huang He Fluß fließt durch den südlichen Teil der Provinz. Sie grenzt im Osten an die Provinz Shaanxi, im Nordosten an das Autonome Gebiet Ningxia der Hui-Nationalität, im Westen an Qinghai und Xinjiang und im Norden an das Autonome Gebiet Innere Mongolei und sowie die Mongolische Republik . Die Gesamtfläche der Provinz beträgt 390.000 qkm. Es befindet sich zwischen dem Qinghai-Tibet-Plateau, dem Mongolei-Plateau und den Lößplateaus. Ein Hauptteil der Provinz liegt ca. 1000m über dem Meeresspiegel. Auch ein Teil der Wüste Gobi befindet sich in Gansu. In Gansu herrscht gemäßigtes Monsunklima, das durch einen langen, kalten Winter und einen kurzen, warmen Sommer gekennzeichnet ist. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt zwischen 300 bis 860 mm und fällt vorwiegend im Sommer. Die Hauptstadt ist Lanzhou, weitere wichtige Städten sind Tianshui, Yumen, Jiayuguan, Dunhuang, Pingliang und Jinchang. BevölkerungGansu hat eine Bevölkerung von ca. 25,6 Mio. (2002). Mit einer Bevölkerungsdichte von 65,7/qkm zählt Gansu zu den d¨¹nn besiedelten Provinzen China's. 92% der Einwohner sind Han-Chinesen. Die Hui-Minorität hat hier eine sehr hohe Konzentration. Die restliche Bevölkerung besteht aus Angehörigen anderer Nationalitäten wie Tibetern, Dongxiang, Tu, Mandschuren, etc. GeschichteIn der vorgeschichtlichen Zeit war das Klima in Gansu warm und feucht. Mehrere Flüssen zogen hier durch. In dieser Zeit war Gansu eine Wiege der antiken Landwirtschaft. In der westlichen Zhou-Dynastie lebten hier Vorfahren der späteren Qin, die sich allmählich in die Nachbarländer verbreiteten und schließlich ganz China vereinigten. In der Qin-Zeit (221v.Chr. - 207 v.Chr.) wurde Gansu als eine Präfektur dem Reich unterstellt. Ein Teil der großen Mauer wurde in seinem Territorium gebaut und stellte damit die nördwestliche Grenze des mächtigen Reiches dar. In den nachkommenden Dynastien erlebte das Gebiet zahlreiche Kriege und Herrschaften. Mit dem Aufblühen des Seidenhandels durch die Seidenstraße in der Sui- und Tang-Dynastie erreichte Gansu seine Blütenzeit. Die bis heute erhaltenen Dunhuang-Grotten wurden auch zu dieser Zeit fertiggestellt. In der mongolischen Yuan-Dynastie (1271-1368) wurden das heutige Gansu und manche Gebiete seiner Nachbarländer in eine eigenständige Provinz zusammengefasst. In der Ming- und Qing-Zeit verlor Gansu allmählich an Bedeutung für Wirtschaft und Handel, als das Wirtschaftszentrum China's sich zu den Küstenprovinzen verlagerte und sich der Seeverkehr schneller entwickelte. Im August 1949 wurde Gansu eine Provinz der Volksrepublik China. VerkehrIn der Provinzhauptstadt Lanzhou kreuzen sich vier wichtige Eisenbahnlinien: Lanzhou-Xinjiang, Baotou-Lanzhou, Lanzhou-Lianyungang und Lanzhou-Xining, die jeweils Gansu mit dem Westen, Norden und Osten China's verbinden. Die eurasische Kontinentalbrücke, die sich von der Hafenstadt Lianyungang bis nach Rotterdam erstreckt, hat die Provinz Gansu zu einem internationalen Durchgang gemacht. Gansu hat 72 Landstraßen sowie Provinzstraßen, deren befahrbare Länge 35 000 km beträgt. Die Autobahnen Tianshui-Beidao und Lanzhou-Zhongchuan-Flughafen sind dem Verkehr freigegeben worden. Mit Lanzhou als Zentrum hat die Provinz Gansu über zwanzig Fluglinien die Beijing, Shanghai, Guangzhou und Urümqi und Hongkong sowie Ziele innerhalb der Provinz anfliegen. Landwirtschaft Die Provinz besitzt 3,48 Millionen Hektar Ackerland. Der Großteil davon liegt auf dem Lößplateau. Es werden hier vorwiegend Weizen, Hirse, Mais, Hochlandgerste und Kartoffeln angebaut. Daneben gibt es auch Baumwolle, Zuckerrüben und Tabak. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist auch die Zucht von Yaks, Pferden und Schafen. Die Melonen und andere Obstsorten aus der Provinz sind landesweit bekannt. Industrie Gansu ist reich an Erdöl, Kohle, Eisen und Buntmetallen, vor allem an Nickel und Kupfer. Jianchang im Kreis Yongchang im Hexi-Korridor ist das größte Nickelzentrum. Auch die Petrochemie- und die Wolltextil-Industrie sowie die Energiewirtschaft sind von großer Bedeutung. Das Wasserkraftwerk in der Liujiaxia-Schlucht ist eines der größten seiner Art. 1998 betrug das Bruttoinlandsprodukt der Provinz 87 Milliarden Yuan. WirtschaftLandwirtschaft spielt in der Wirtschaft der Provinz Gansu eine wichtige Rolle. Wichtige Feldfrüchte sind Weizen, Mais, Kartoffeln, Samenleim, Rapssamen, Zuckerrüben, Hanf, Arzneikräuter und Baumwolle. Pferde, Rinder, Esel, Maultiere, Kamele und Hausgeflügel werden in großen Mengen gezüchtet. Dank seiner reichen Ressourcen sind die Schwerindustrien wie z.B. Kohle, Erdöl, Strom, Hütten und Chemie sehr entwickelt. Leichtindustrien wie Nahrungsmittel, Textilien und Papierherstellung gewinnen als Ergänzung des Industriesystems immer mehr an Bedeutung. In 2002 erreichte das BIP von Gansu 11,61 Mrd. RMB. Sehenswürdigkeiten Der Paß Jiayuguang ist das westliche Ende der Großen Mauer, obwohl weiter westlich noch Überreste von Feuer- und Signaltürmen existieren. Die Große Mauer, gebaut vorwiegend in der Han-Dynastie aus Lehm und Ästen, erstreckt sich in ost-westlicher Richtung. Die Mogao-Grotten bei Dunhuang, die Maijishan-Grotten im Kreis Tianshui und die Grotten des Bingling-Tempels sind großartige Schätze buddhistischer Kunst. Das Kloster Labrang im Kreis Xiahe ist eines der sechs großen Klöster der Gelben Sekte des tibetischen Lamaismus. Die Provinzhauptstadt Lanzhou liegt in Mittel-Gansu am Südufer des Gelben Flusses. Sie ist eine Industriestadt mit Ölraffinerien, Chemieindustrie, Maschinenbau,Buntmetall-Verarbeitung und Wolltextil-Industrie als Schwerpunkten. Zugleich ist Lanzhou ein Verkehrs- und Kulturzentrum Westchinas. Die Stadt Jiayuguan liegt an der Bahnlinie Lanzhou - Ürümqi im Westteil des Hexi-Korridors und ist eine neuentwickelte Industriestadt. Der Paß bei der Stadt ist der westliche Endpunkt der Großen Mauer. Westwärts sieht man nur noch Wachtürme von dieser gigantischen Verteidigungsanlage. Die Stadt Tianshui ist eine historische Stadt. In der Geschichte war sie das politische und wirtschaftliche Zentrum der Provinz und ein wichtiger Durchgangsweg. Im Südosten der Stadt befinden sich die berühmten Grotten von Maijishan. Dunhuang Dunhuang liegt am westlichen Ende des Hexi-Korridors und ist die bekannteste kulturhistorische Stadt auf der Seidenstraße. In Dunhuang stößt man auf zahlreiche Sehenswürdigkeiten, von denen die Mogao-Grotten die bekanntesten sind. Mogao-Grotten Die Mogao-Grotten liegt 25 km südöstlich von der Stadt Dunhung. Unzählbare Höhlen befinden sich an der östlichen Klippe des Mingsha-Berges und verteilen sich auf eine Strecke von mehr als 1,6 km. Die Bauarbeiten an den Mogao-Grotten begannen im Jahr 698. Zur Regierungszeit der Tang-Kaiserin Wu Zetian gab es schon mehr als 1000 Grotten. Die nachkommenden Dynastien, bis hin zur mongolischen Yuan Dynastie, haben immer wieder neue Grotte gemeißelt. Heute sind noch 492 Grotten erhalten. Mehr als 45 000 qm Wandmalereien und 2415 farbigen Statuen, die das Leben, die Kunst und die Geschichte der verschiedenen Dynastien und die Welt des Buddhismus darstellen, ziehen jeden Besucher in ihren Bann. 1987 wurden die Grotten als Weltkulturerbe unter den Schutz der UNESO gestellt. Ruinen von Jadetor- und Yuangguan-Paß Der in der Wüste Gobi gelegene Jadetorpaß wurde in der Regierungszeit des Han-Kaisers Wudi errichtet und war die einzige begehbare Stelle der nördlichen Seidenstraßenroute. Nördlich von diesem Paß diente ein Weg als Handelspfad vom damaligen Reich der Mitte zu den Ländern im Westen. Die heutigen Ruinen sind etwa 10m hoch und 633 qm groß. Südlich vom Jadetor-Paß liegt ein anderer wichtiger Paß der Seidenstraße aus der Han-Periode, der Yuangguan-Paß Beide Pässe bildeten in alter Zeit die nordwestliche Grenze des chinesischen Reiches. Jiayu-Paß Der Jiayu-Paß liegt an der engsten Strecke des Hexi-Korridors und war früher ein strategisch wichtiger Ort. Die Große Mauer findet hier ihren westlichen Ausgangspunkt. Der Jiayu-Paß diente lange als Verkehrsknotenpunkt der Seidenstraße. Sein mächtiges Tor ist heute noch zu sehen.
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