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Chinas Provinzen - FujianFläche: 120000 Quadratkilometer Verwaltungsgliederung und wichtige Städte 9 Städte auf Bezirksebene: Fuhou, Putian, Quanzhou, Zhangzhou,
Nanping, Longyan, Ningde, Sanming und Xiamen. Fujian befindet sich an der Küste im südöstlichen Teil Chinas. Es liegt, östlich durch die Taiwan-Straße getrennt, der Provinz Taiwan gegenüber. Die Bevölkerung ist größtenteils in den Küstengebieten konzentriert. Als Heimatort zahlreicher Auslandschinesen ist es gemäß einem Beschluß des Zentralkomitees der KPCh und des Staatsrats von 1979 berechtigt, bei seinen auswärtigen wirtschaftlichen Tätigkeiten eine besondere Politik zu verfolgen und flexible Maßnahmen zu ergreifen.
Topographie Fujian ist höher gelegen als die anderen Provinzen am Meer. Bergland und Hügelland nehmen etwa 90 % der Fläche von Fujian ein, der Boden ist von Nordwesten zur südöstlichen Küste hin abgestuft. Die meisten Gebirgsketten ziehen sich von Nordosten nach Südwesten hin. Die westliche Wuyi-Bergkette verläuft entlang der Grenzlinie zwischen den Provinzen Fujian und Jiangxi. Im mittleren Teil verlaufen viele Gebirge weitgehend parallel, darunter Jiufengshan, Daiyunshan und Bopingling. An der Küste befinden sich mehrere lange, schmale Ebenen, darunter Zhangzhou-Ebene 566 Quadratkilometer, Fuzhou-Ebene 498 Quadratkilometer, Puxian-Ebene 464 Quadratkilometer und Quanzhou-Ebene 345 Quadratkilometer. Die Küstenlinie ist windungsreich und 3300 Kilometer lang, hier befinden sich zahlreiche Inseln und Häfen. Größere Inseln sind Xiamen, Haitan, Dongshan, Jinmen und Mazu. Hier gibt es viele Gebirgsflüsse, Schluchten und Stromschnellen. Die Flussläufe sind kurz, entspringen meistens in der Provinz und haben eigenen Zugang zum Meer. Die Flüsse haben große Wassermengen und tragen wenig Sand und Schlamm. Da die Flussläufe größtenteils ein starkes Gefälle haben, sind sie nicht geeignet für die Schiffahrt, jedoch günstig für die Stromerzeugung. Wichtige von ihnen sind der Minjiang, dessen Einzugsgebiet die Hälfte der Fläche der ganzen Provinz einnimmt. Geographie und Klima Die Provinz Fujian liegt an der Südostküste Chinas. Sie grenzt an die Provinz Zhejiang im Norden, Jiangxi im Westen und Guangdong(Kanton) im Südwesten. Im Osten und Süden grenzt sie an das Ostchinesische Meer, das Südchinesische Meer und die Taiwanstraße. Außerdem gehören einige kleine Inseln in der Taiwanstraße zu Fujian, während weitere vom nur 180 km entfernten Taiwan kontrolliert werden. Die Landesfläche der Provinz beträgt 120 000 qkm, die Meeresfläche 130 000 qkm. Fujian ist bergig und relativ dicht bewaldet. An der Grenze zu Jiangxi liegt der Wuyi-Berg, der mit 2100 m der höchste Punkt der Provinz ist. Mit 60% aufgeforsteter Fläche ist Fujian die am dichtesten bewaldete Provinz China's. Der größte Fluß der Min-Fluß gab der Provinz ihre Abkürzung (Min). Das Klima in Fujian ist warm und niederschlagsreich. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 17-21°C, der Jahresniederschlag bei 1400-2000mm. Größere Städte sind Fuzhou, Xiamen, Quanzhou, Zhangzhou, Nanping, Yongding und Longyan. Bevölkerung und SpracheBis 2003 hatte Fujian eine Bevölkerung von knapp 35 Mio, wovon Han-Chinesen den größten Anteil darstellen. Die größten ethnischen Minderheiten sind die She und die Hui. Unter den Überseechinesen stammen mehr als 10 Mio. aus Fujian, in Taiwan erreicht ihr Anteil mehr als 70%. Die Bewohner dieser Provinz gelten als gerissen, tückisch und risikofreudig. Wegen ihrer Geschichte und bergigen Landschaft ist Fujian einer der linguistisch interessantesten Orte der Welt. Dialekte wechseln von Tal zu Tal. Die Dialekte zählen zur Kategorie der Min-Dialekte, wozu auch Taiwanesisch gehört. Die offizielle Sprache ist jedoch Mandarin und dies wird auch zur Kommunikation von Menschen von verschiedenen Orten verwendet. GeschichteArchäologische Funde zeigen, daß der Norden Fujians vor ca. 8000 Jahren in die Neusteinzeit eintrat, und daß vor ca. 3300 Jahren dort die Bronzezeit herrschte. Die Ureinwohner wurden während der Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) in Richtung Norden verdrängt. In jener Zeit wurde die Region von den Minyue-Königen beherrscht. Die königliche Familie Yue gründete das Reich im 3. Jh. v. Chr, als ihr Stammterritorium vom Königreich Chu eingenommen wurde. Unter der Qin-Dynastie (221v.Chr. - 207 v. Chr.) wurde das Königreich zwar ins Qin-Gebiet eingegliedert, jedoch half König Wuzhu von Minyue, die Han-Dynastie zu errichten, indem er den Han militärisch gegen die Qin beistand. Im Gegenzug wurde den Minyue erlaubt, Festungen zu errichten und ihr Territorium über jenes der heutigen Provinz Fujian hinaus zu vergrößern. Nach dem Tod von König Wuzhu hielt das Königreich die militärische Tradition aufrecht und griff wiederholt seine Nachbarn an. Im Jahre 111 n.Chr. entschied der Han-Kaiser, die potentielle Gefahr zu beseitigen und griff das Königreich zeitgleich zu Land und See an, womit die Minyue ausgelöscht wurden. Seit dem 4. Jahrhundert v.Chr. war Fujian immer wieder das Ziel von Migrationsbewegungen, besonders wenn Dynastien durch Bürgerkriege untergingen. Trotzdem blieb die Region dünn besiedelt und rückständig, und diente lange als Strafkolonie für Gefangene und Dissidenten. In den folgenden Jahrhunderten sah Fujian mehrere kleine Königreiche, die jedoch schnell wieder von ihren Nachbarn geschluckt wurden. Unter der Herrschaft der Tang-Dynastie (618-907) sowie der Mongolen (Yuan-Dynastie, 1271-1368) blühte die Küstenregion von Fujian auf. Quanzhou wurde damals zum größten Hafen der östlichen Welt und zum Ausgangspunkt für die chinesischen Expeditionen der frühen Ming-Dynastie (1368-1644). Gleichzeitig wanderten arabische Händler ein, deren Nachfahren noch heute in Fujian leben und Moscheen unterhalten. Der starke Aufschwung der Region führte zu einer Bevölkerungsexplosion und einer massiven Abwanderung. Fujianesen besiedelten in der Folge Taiwan, die Philippinen, Teile des heutigen Malaysia und Indonesiens. Die Entwicklung wurde jedoch durch das Verbot des Seehandels durch die Ming gestoppt. Auch nach der Abschaffung dieses Verbots erlangte Fujian nicht mehr seine frühere Bedeutung. In der späten Ming- und der frühen Qing-Dynastie (1644-1911) gab es wieder große Einwanderungswellen, gleichzeitig aber auch Abwanderungswellen in Richtung Guangdong. Kaiser Kangxi verbot wieder den Seehandel, um die nach Taiwan geflohene Ming-Regierung von Koxinga zu schwächen. Im Jahr 1689 wurde Taiwan an Fujian angegliedert und viele Bewohner von Fujian emigrierten nach Taiwan. 1885 wurde Taiwan wieder eine eigene Provinz. Durch den Vertrag von Shimonoseki wurde Fujian von 1895 bis zum Chinesisch-Japanischen Krieg bzw. dem Zweiten Weltkrieg stark von Japan beeinflusst. Nach der Errichtung der Volksrepublik China im Jahr 1949 war Fujian eine der abgeschiedensten Provinzen, vor allem wegen der Abwesenheit von Eisenbahnverbindungen und dem schlecht ausgebauten Straßennetz. Erst Mitte der fünfziger Jahre wurde die Stadt Xiamen an das nationale Eisenbahnnetz angeschlossen. Trotzdem setzte sich die starke akademische Tradition, die dort seit der Südlichen Song-Dynastie (1127-1279) geherrscht hat, auch im neuen China fort. So stammen viele Mitglieder der Chinesischen Akademie der Wissenschaften aus Fujian. Seit der Öffnung Chinas zur restlichen Welt hat reichlich eingeflossenes Kapital aus Taiwan dazu geführt, daß die Städte von Fujian zu den reichsten in China gehören. VerkehrSeit der Öffnung Chinas wurde das Verkehrsnetz Fujians wesentlich verbessert. Es hat bis jetzt vier Autobahnen die die wichtigsten Küstenstädte verbinden und vier Eisenbahnen, die an das nationale Eisenbahnnetz angeschlossen sind. Es gibt in Fujian zwei Hauptflughäfen, Fuzhou und Xiamen, sowie zwei Nebenflughäfen, die zusammen über mehr als 100 Fluglinien verfügen und inländische sowie ausländische Städte anfliegen. Mit seinen zahlreichen Seehäfen, 40 mit über 10 000 BRT und 126 mit über 1000 BRT, zählt Fujians Seeverkehr als gut entwickelt. Landwirtschaft Wegen der vielen Gebirgsketten hat die Provinz nur wenig Ackerland. Die gesamte Anbaufläche beträgt 1,204 Millionen Hektar, davon liegen 30 % in den Küstenebenen und 70 % im Hügelland. Angebaut werden hauptsächlich Wasserreis, Süßkartoffeln, Weizen, Tee, Zuckerrohr, Rapssamen, Tabak, Erdnüsse, Obst, Baumwolle und Jute. Mit mehr als 85 % der gesamten Getreide-Anbaufläche nimmt Wasserreis eine wichtige Position ein. Sein Wuyi-Tee erfreut sich eines besonders guten Namens. Mandarinen, Longane, Litschi, Bananen, Loquats und Ananas sind die Hauptobstsorten Fujians. Die Provinz besitzt 2 Millionen Hektar Weideland. Fischerei und Wasserpflanzenkulturen an der Küste sind gut entwickelt. Industrie Durch ihre reichen Bodenschätze an Kohle, Eisen, Wolfram, Kupfer, Graphit, Bauxit und Alaun besitzt die Industrie schon eine gewisse Basis. Die Industrie ist jedoch unterentwickelt, da Fujian lange Zeit wegen ihrer Lage gegenüber der Insel Taiwan, die immer noch von Kuomintang besetzt gehalten wird, als Front betrachtet wurde. Erst seit 20 Jahren nach Reform und Öffnung entwickelt sich die Industrie in raschem Tempo. Das Sanming-Stahlwerk ist ein mittelgroßes Unternehmen seiner Art. Über 2000 kleine Wasserkraftwerke entstanden. Steinschnitzereien, Lackarbeiten und Porzellanwaren sind bekannt. Im Jahr 1998 betrug das Bruttoinlandsprodukt der Provinz 333 Milliarden Yuan. WirtschaftSeit seiner Öffnung in den achtziger Jahren erlebte die Wirtschaft der Provinz Fujian einen starken Aufschwung. Die Gründe dafür sind vor allem die großen Investitionen aus dem Ausland, vor allem von Überseechinesen und Taiwanesen. Das durchschnittliche Wachstum des BIP liegt seit 26 Jahren bei 12.9%, womit Fujian 2003 mit einem BIP von 524 Mrd. RMB auf die elfte Stelle unter den 34 Provinzen und Regionen Chinas sprang. Die drei Schlüsselbranchen sind Petrochemie, Elektronik und Maschinenbau, welche 47% des Industrieschöpfungswertes der ganzen Provinz erzeugen. Die traditionellen Branchen wie zum Beispiel Bekleidung, Textilien und Schuhe sind weiterhin Marktführer in China. Die exportorientierte Landwirtschaft wird auch ein neuer Anziehungspunkt. In 2003 betrugen die Anteile der Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistung jeweils 13.5, 47.6 und 38.9%. Als eine Künstenprovinz mit langer Handelsgeschichte ist Fujians Außenhandel sehr stark entwickelt. In 2003 stand es mit einem Import- und Exportvolumen von 35,3 Mrd. USD am siebten Platz in China. Sehenswürdigkeiten In Fuzhou gibt es Tempel Chongfusi, Hualinsi und Qigongci, die Steineingravuren an Stelen und Felswänden des Berges Yushan, in Xiamen den Tempel Nanputuosi und die Insel Gulangyu sowie im Kreis Putian den Tempel Mazumiao. Die Provinzhauptstadt Fuzhou liegt an der östlichen Küste, am Unterlauf des Minjiang, ihre Fläche beträgt 992 Quadratkilometer. Seit alter Zeit ist sie ein wichtiger Handelshafen Chinas. Die Stadt Xiamen ist ein wichtiger Hafen an der südöstlichen Küste Chinas. Die Xiamen-Insel ist durch einen großen Eisenbahndamm mit dem Festland verbunden. In der Stadt befindet sich die Xiamen-Universität. Gulangyu und Nanputuo sind dort zwei Sehenswürdigkeiten. 1980 bestätigte der Staatsrat die Gründung des Xiamen-Sonderwirtschaftbezirks. Die Stadt Quanzhou ist eine der alten Kulturstädte an der südöstlichen Küste. Viele alte historische Ruinen und Kulturdenkmäler, Erinnerungen an die frühen Verkehrsbeziehungen Chinas zum Ausland, wurde hinterlassen. Die Stadt ist der Heimatort zahlreicher Auslandschinesen. Wuyi-Gebirge An der westlichen Provinzgrenze erhebt sich das Wuyi-Gebirge. Mit ungestörten Berg- und Flußlandschaften steht es unter dem Schutz des UNESO-Weltkulturerbe bzw. Weltnaturerbe. Auf einer 1000 qkm großen Fläche ragen die Gipfel empor, graben sich tiefe Höhlen in die steilen Felsen, großartige Wasserfälle rauschen in die Tiefe, und in den engen Schluchten winden sich Flüsse und Seen. Die Landschaften verändern sich im Wechsel der Jahreszeiten dramatisch, und die Veränderungen von Licht und Schatten vom Morgengrauen bis zum abendlichen Sonnenuntergang sind ein sich täglich wiederholendes Naturschauspiel. Auf 29 000 Hektar erstrecken sich dichte Wälder. Hier in der Wuyi-Region existiert das größte zusammenhängende Waldgebiet im subtropischen Raum Südostchinas. Abgesehen von seiner ursprünglichen Naturlandschaft finden sich im Wuyi-Gebirge auch zahlreiche historische, religiöse und kulturelle Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören die Ruine eines ehemaligen Porzellanbrennofens aus der Song-Dynastie(960-1279), die Überreste einer Stadt in der Han-Dynastie sowie kulturelle Vermächtnisse der damaligen Bergbewohner, wie die an Felsen hängenden Särge. Die Siedlungen der Hakka In den Regionen Richtung Kanton finden sich große Ansammlungen von Erdwohnungen, die zu den traditionellen Erdrammwohnbauten Chinas gehören. Die Erdrammkultur entstand in der Urgesellschaft. Nach der Tang-Dynastie (618 - 907) geriet sie in den zentralen Gebieten Chinas schnell in Vergessenheit und wanderte in den S¨¹den Chinas. Die Erdwohnungen in Fujian zeigen eine vollkommene Verbindung der chinesischen traditionellen Baukunst mit der Erdrammbautechnik.
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