|
|
![]() |
|
Chinas Provinzen - ChongqingFläche: 82000 Quadratkilometer Chongqing befindet sich im Osten des Sichuan-Beckens am Yangtze und ist die vierte regierungsunmittelbare Stadt Chinas. Sie ist flächenmäßig 2,4 mal so groß wie Beijing, Tianjin und Shanghai zusammen und verwaltet 43 Städte, Bezirke und Kreise. In der Frühlings- und Herbstperiode (770 - 476 c. Chr.) gehörte Chongqing zum Königreich Ba und in der Sui-Dynastie (581 - 618) zur Präfektur Yu. Den Drei Schluchten des Yangtze, teilweise im Großraum der stadt, verdankt Chongqing sowohl spektakuläre landschaftliche Szenerien als auch wirtschaftliche Chancen, die sich mit der Umsiedlung großer Bevölkerungsteile aus den zu überflutenden Gebietn des entstehenden Drei-Schluchten-Stausees ergeben. Hier wurden vor kurzem Überreste von Homoerectus gefunden, der vor zwei Millionen Jahren hier lebte, genannt "Wushan-Mensch", der, wie die Funde belegen, bereits Werkzeuge aus Stein herstellte. Verwaltungsgliederung und wichtige Städte 13 Bezirke: Yuzhong, Dadukou, Jiangbei, Shapingba, Jiulongpo, Nan´an,
Beipei, Wansheng, Shuangqiao, Yubei, Banan, Wanzhou und Fuling
Topographie Die Stadt lässt sich topographisch in zwei Teile gliedern - das Bergland im Westen und das Bergland im Osten. 1. Das Bergland im Westen ist ein Teil des Sichuan-Beckens und besteht aus mehreren von Nordost nach Südwest parallel verlaufenden Bergzügen, die etwa 1000 - 1500 Meter hoch sind mit fruchtbaren Tälern dazwischen. Dies ist ein wichtiges landwirtschaftliches Gebiet der Stadt.
2. Das Verwaltungsgebiet Chongqings ist an drei Seiten von mehreren Gebirgen gesäumt. Die größten sind Daloushan, Fangdoushan, Wushan und Dabashan. Sie sind zwischen 1500 - 3000 Meter hoch und tragen, weil sie den Luftaustausch verhindern, wesentlich zur Sommerhitze im Sichuan-Becken bei. Der Yangtze durchfließt das ganze Gebiet und bahnt sich seinen Weg durch die Berge nach Osten. Dabei entstanden die bekannten Drei Schluchten. Die großen Nebenflüsse des Yangtze sind hier der Jialingjiang, der Wujiang und der Daninghe. Geographie und Klima Die neue regierungsunmittelbare Stadt Chongqing (seit 1994) liegt in der Übergangsregion zwischen dem Qinghai-Tibet-Hochland und den Ebenen am Mittel- und Unterlauf des Yangtze. Das ganze Stadtgebiet mißt 82 000 qkm. Die zahlreichen Gebirge und mehrere Flüsse bilden zusammen die wechselhafte Schluchtenlandschaft, von der die Drei-Schluchten zu den bekanntesten zählen. In Chongqing herrscht subtropisches Klima. Im Winter ist es durch starken Nebel und im Sommer durch große Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit gekennzeichnet. Der jährliche Niederschlag liegt bei 1000 bis 1400 mm. BevölkerungMit über 30 Mio. Einwohnern ist Chongqing die bevölkerungsreichste Stadt der Welt. 13 Mio. davon leben in der Kernstadt und den unmittelbaren Agglomerationen, während sich die restliche Bevölkerung von siebzehn Mio. vorwiegend dem Yangtze entlang auf die außenliegenden Gebiete verteilt. Nationale Minderheiten, vor allem die Tujia und Miao, entsprechen mit ca. 2 Mio. 6,37%. GeschichteChongqing gehört mit einer Geschichte von mehr als 3000 Jahren zu den kulturhistorisch bekanntesten Städten China's. Es ist die Wiege der Bayu-Kultur. Am Ende der Altsteinzeit wurde Chongqing schon von Menschen bewohnt und im 11. Jahrhundert v.u.Z. wurde es die Hauptstadt des Königreichs Ba. Dieses wurde von der Nation Ba in Südwestchina gegründet und war seit der Qin-Zeit (221v.u.Z. - 207 v.u.Z.) als eine Präfektur der zentralen Macht Chin's unterstellt. In 1891 wurde Chongqing als erster Handelshafen im Binnenland nach außen geöffnet. Im Japanisch-Chinesischem Krieg (1937-1945) wurde die Zentralregierung der Republik China nach Chongqing verlegt. Chongqing diente in dieser Zeit als die Nebenhauptstadt und als das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum im Hinterland. Nach dem Rückzug der KMT-Regierung nach Nanjing blieb Chongqing weiter eine regierungsunmittelbare Stadt. In 1954 nach der Gründung der Volksrepublik wurde Chongqing mit der Provinz Sichuan vereint. In 1983 stand Chongqing auf der Liste der ersten Probestädte für Wirtschaftsreformationen und erhielt das Verwaltungsrecht für Wirtschaft auf der Provinzebene. In 1992 wurde es die erste offene Stadt entlang des Yangtze. In 1997 hat der nationale Volkskongre?die eigentliche Stadt Chongqing und die 43 stromabwärts in der Region des künftigen Drei-Schluchten-Stausees gelegenen ländlichen Gebiete und Kleinstädte, welche bis dahin zur Provinz Sichuan gehörten, zur "Stadtgemeinde Chongqing" zusammengefasst, aus der Provinz ausgegliedert und direkt der Zentralregierung unterstellt. VerkehrChongqing ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt am Oberlauf des Yangtze und in Südwestchina. Mit dem Ausbau des Hafens und dem Drei-Schluchten-Projekt wird Chongqing in den kommenden Jahren auch für Hochseeschiffe von 10 000 BRT erreichbar sein. Mit drei Bahnlinien ist Chongqing an das chinesische Eisenbahnnetz angeschlossen. An seinem internationalen Flughafen, der 20 km nördlich vom Stadtzentrum liegt, stehen mehr als 40 Inlandsfluglinien mit Flügen nach Hongkong, Macao, Japan, Singapur und anderen asiatischen Ländern zur Verfügung. Mit dem Aufbau mehrerer Autobahnen in den letzten Jahren verfügt Chongqing über ein effektives Straßennetz. Landwirtschaft Das feuchte subtropische Klima Chongqings und seine geographischen und geomorphologischen Verhältnisse sind günstig für die Landwirtschaft. Auf 1,84 Millionen Hektar Ackerland werden insbesondere Wasserreis, Mais, Weizen, Kartoffeln, Sojabohnen, Raps und Baumwolle angebaut. Chongqing ist die wichtigste Getreide- und Schweinefleischbasis in Südwestchina. Senfgemüse aus Fuling, das Tungöl aus Wanxian, Tabak aus Qianjiang und Citrusfrüchte aus Jiangjin und Liangping sind landesweit bekannt. Ferner haben Seidenkokons, Geflügel und Tee einen großen Marktanteil. Die Getreideproduktion in Chongqing erreichte 1997 die Rekordernte von 11,85 Millionen Tonnen. Die Fleischproduktion belief sich auf 1,419 Millionen Tonnen. Auch die ländlichen Gewerbebetriebe sind ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft Chongqings geworden. Ihr Produktionswert lag 1997 bei 51,7 Milliarden Yuan. Industrie In Chongqing gibt es über 40 Arten von Bodenschätzen, darunter Kohle, Erdgas, Strontium, Schwefeleisen, Steinsalz,Bauxit, Quecksilber, Mangan, Barium, Marmor, Kalkstein und Baryt. Hier befindet sich das landesweit größte Erdgasfeld mit einem Vorrat von 320 Milliarden Kubikmetern. Der Vorrat an Bauxit beträgt 74 Millionen Tonnen und der von Steinsalz ca. 300 Milliarden Tonnen. Der Vorrat von Strontium beträgt 1,85 Millionen Tonnen und steht damit in China an erster Stelle, während die Mangan- und Bariumreserven landesweit den zweiten und dritten Platz einnehmen. Chongqing zählt zu den alten Industriestädten Chinas. Mit der Schwerindustrie als Stütze verfügt die Stadt über vollständige Industriebranchen. Es gibt in Chongqing 360 große und mittelgroße Staatsunternehmen, die 1,7 Millionen Arbeiter und Angestellte beschäftigen. Chongqing ist seit langem eine bedeutende Basis für die Maschinenbau-, Rüstungs-, Chemie-, Pharmazie- und Instrumentenindustrie. Dabei sind vor allem der Auto- und Motorradbau, die Chemieindustrie und die Hüttenindustrie, insbesondere die Stahl- und Aluminiumverarbeitung, die Eckpfeiler der Wirtschaft. 1998 betrug das Bruttoinlandsprodukt 143 Milliarden Yuan. WirtschaftDas vielgestaltige Gelände und subtropische Klima ermöglicht Chongqing den Anbau von einer Vielzahl von Feldfrüchten. Es gehört zu den großen Getreideanbaugebieten China's. Viele landwirtschaftliche Produkte wie zum Beispiel Mandarinen, Pampelmusen, Aepfeln, Tee, Tsatsai-Binsenkohl und Tabak werden angebaut. Die Arzneikräuter aus diesem Gebiet sind besonders gefragt. In der Zeit der KMT (Kuomintang) war Chongqing schon eine der bedeutenden Industriestädte China's und entwickelte sich nach der Gründung des neuen China's in 1949 weiter zu einem industriellen Standpunkt, der besonders auf Maschinenbau, Chemie, Phamarzie, Meßgeräte, Eisen und Stahlindustrie aufgebaut ist. Nach der Reformation und Öffnung in den letzten zwanzig Jahren wurde die Wirtschaftsstruktur in Chongqing vernünftig geregelt was zur Wiederbelebung der alten Industriebasis führte. Die Schlüsselbranchen sind zur Zeit Maschinenbau (mit der Vertretung von der Motorradindustrie), Naturgaschemie, Pharmazie, Eisen, Stahl, Informatik, Meßgeräte, Instrumente, Nahrungsmittel, Baumaterialien, Glas und Keramik für Alltagsbrauch, Automobile und Telekommunikationsanlagen. Dank seiner geographischen Lage ist Chongqing seit altersher das wichtigste Handelszentrum im Südwesten und spielt diese Rolle mit großer Leistung weiter. Drei-Schluchten ProjektDie Drei-Schluchten liegen am Mittellauf des Yangtze und haben eine Länge von 193 km. Diese Strecke verfügt aufgrund seiner großen Durchflußmenge und Fallhöhe über riesige Wasserkraftressourcen, verursacht aber auch Überschwemmungen und Gefahren für die Schifffahrt. Beim Drei-Schluchten-Projekt wird ein Stausee mit einer Fläche von 10 000 qkm, der vor allem dem Überflutungsschutz dient, und ein Wasserkraftwerk mit einer jährlichen Stromerzeugungskapazität von 84,68 Millarden kWh, gebaut. Chongqing wird nach der für das Jahr 2009 geplanten Fertigstellung des Projektes am oberen Ende des Stausees liegen und damit für bis zu 10 000 BRT große Frachtschiffe erreichbar sein, was seine Attraktivität als Industriestandort stark verbessern wird. Gleich wie das hochentwickelte Shanghai im Mündungsgebiet des Yangtze wird Chongqing zur wirtschaftlichen Modernisierung des chinesischen Hinterlandes beitragen. Vorerst aber wird Chongqing die Hauptlast der Nachteile aufgebürdet, die der Drei-Schluchten-Damm mit sich bringt. 80 % des vom Stausee zu überflutenden Geländes liegt im Gebiet der jetzt zu Gro?Chongqing zusammengeschlossenen Gebiete; gar 85 % der insgesamt 1,2 Mio. vor dem Aufstauen umzusiedelnden Menschen haben hier ihren Wohnsitz. Über tausend Fabriken müssen disloziert und Dutzende von Ortschaften abgerissen und an hoch über dem Yangtze liegenden Stellen neu aufgebaut werden. Sehenswürdigkeiten In den Bergen Jinyunshan und Nanshan gibt es schöne Sommerkurorte. In weiter entfernt liegenden Bezirken von Chongqing befinden sich noch Urwälder. Lohnende Ausflugsziele sind ferner der Steinwald in Wansheng in Süd-Chongqing, die Furong-Höhle in Wulong, das Steppenland auf der Hochebene Xianüshan, die Steinskulpturen in Dazu und der Waldpark Jinfoshan. Die faszinierende Landschaft in den Drei Schluchten des Yangtze zieht seit jeher viele Touristen an. Nach der Fertigstellung des Drei-Schluchten-Projekts dürfte der sich 600 Kilometer erstreckende und mehr als 1000 Quadratkilometer große Stausee mit den umgebenden Bergen zu einem Urlaubsparadies werden. Drei-Schluchten Die Drei-Schluchten bestehen aus den Qutang-, Wuxia- und Xiling-Schluchten und haben eine Gesamtlänge von mehr als 200 km. Sie sind bekannt für ihre faszinierende Landschaft, steilen Felswände, zahlreichen Sehenswürdigkeiten und gehören zu den beliebtesten Reisezielen China's. Die Wuxia-Schlucht ist die anmutigste der drei Schluchten. Ihre vielen Windungen bieten ein herrliches Panorama. Zu beiden Seiten ragen der Reihe nach die zwölf Gipfel des Wushan-Gebirges in die Höhe, darunter der bekannte Gottin-Gifel. Er wird auch "Feen-Gipfel" genannt und liegt an einer großen Flußbiegung am Nordufer des Yangtze. Auf seinem Gipfel steht eine steile Steinsäule. Von weitem sieht sie wie ein schönes Mädchen aus, das die Abend- und Morgendämmerung betrachtet. Dazu - SkulpturengrottenDie Dazu- Skulpturengrotten liegen in einem bergigen Gebiet, 16 km nordwestlich von der Stadt Chongqing. Ende des 9. Jahrhunderts war in Dazu damit begonnen worden, aus Felsen Skulpturen zu meißeln. Im 13. Jahrhundert gab es dort schließlich mehr als 40 Plätze mit über 50 000 Skulpturen. Die meisten, und auch die wertvollsten davon, befinden sich in den Grotten des Nord- und des "Schatzgipfel"-Berges. Der wichtigste Bestandteil am Nord-Berg ist die 250 m lange "Buddha-Schlucht" mit 290 Nischen, von denen jede verschiedene Figuren beherbergt.
Lesezeichen, Weitersagen und Empfehlen
|
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||