Landeskunde China - Wüsten
Die Wüstenfläche Chinas beträgt 1,095 Millionen Quadratkilometer, also etwa 11,4
% der Bodenfläche des ganzen Landes, wobei die Sandwüsten 637000 Quadratkilometer
und die Stein- und Felswüsten 458000 Quadratkilometer einnehmen. Die
Wüsten befinden sich hauptsächlich in Xinjiang, Qinghai, Gansu, der Inneren
Mongolei und Shaanxi im Nordwesten und Norden Chinas. Die Wüstenfläche
in Xinjiang ist die größte, hier bilden Sand und Steinwüste etwa 60 %
der Wüstenfläche des ganzen Landes.
Diese Gebiete sind tief im Binnenland gelegen und haben typisches Kontinentalklima:
Trockenheit, geringe Niederschläge, lange Sonneneinstrahlung, starke
Temperaturschwankungen und häufig heftige Winde.
Meistens in Inlandbecken gelegen, haben sich die weiten Wüstengebieten
in langen Jahren durch die Anhäufung ungeheurer Mengen losen Sand gebildet.
Die Wüsten wandern und weiten sich aus, so dass ihnen laufend Ackerland
zum Opfer fällt. Obwohl man in der letzten Zeit 34,25 Millionen Hektar
Wälder und 14,82 Millionen Hektar Wiesen gepflanzt hat, kann man im
allgemeinen dem Verödungsprozeß nicht Einhalt gebieten. Die Regionen,
die durch Erosion
bedroht sind, haben eine Fläche von 3,67 Millionen Quadratkilometern,
etwa 38 % des ganzen Landes, zu denen jedes Jahr Tausende von Quadratkilometern
hinzukommen. Das Ödland beträgt 2,62 Millionen Quadratkilometer und
vergrößert sich jährlich. Nur in begrenzten Gebieten können Erfolge erzielt
werden.
Der Grund liegt vor allem darin, dass man aus wirtschaftlichen Motiven,
zum Beispiel durch übermäßige Abholzung, nicht sachgerechte Urbarmachung
und Überweidung, den sowieso empfindlichen Bodenbewuchs zerstört. Die Wüste Taklimakan
befindet sich südlich des Tianshan-Gebirges in Xinjiang und in der Mitte
des Tarim-Beckens. Ihre Länge von Westen nach Osten beträgt 1000 Kilometer,
ihre Breite von Norden nach Süden 400 Kilometer, ihre Fläche 327000
Quadratkilometer. Sie ist nicht nur die größte Wüste Chinas, sondern
auch eine der größten der Welt. "Taklimakan" ist
Uigurisch und bedeutet "Hinein kann man, aber nicht heraus". Diese Wüste besitzt folgende Besonderheiten: 1) Sandgebiete mit Wanderdünen
nehmen 85 %, die Strauchwüste hingegen nur 15 % der Gesamtfläche ein,
wobei sich letztere hauptsächlich am Rand der Wüste sowie an den Flüssen
befindet. 2) Die Treibsanddünen sind relativ hoch und verschiedenartig
gestaltet. Ihre Höhe beträgt im allgemeinen 100 - 150 Meter, manchmal
200 - 300 Meter. 3) Im Gebiet der Flusstäler, die sich tief in die
Wüste ausdehnen, an den Wüstenrändern und im frontalen Teil des Alluvialgebietes
befinden sich Oasen mit fruchtbarem Boden.
Die Wüste Gurbantünggüt
befindet sich in der Mitte des Junggar-Beckens in Nord-Xinjiang und wird
auch Junggar-Wüste genannt. Mit ihrer Fläche von 47300 Quadratkilometern
ist sie die zweitgrößte Wüste Chinas. Ihre jährlich Niederschlagsmenge
erreicht 70 - 150 Millimeter, so dass es hier nicht so trocken ist
wie in der Wüste Taklimakan. Die Fläche des festen und halbfesten Wüstengebietes
mit gutem Pflanzenwuchs nimmt 97 % der Gesamtfläche ein, wodurch diese
Wüste die größte Chinas mit festen und halbfesten Dünen ist.
Die Wüste Badain Jaran
liegt im südwestlichen Teil des Alxa-Banners im Westen des Autonomen
Gebiets Innere Mongolei, in der Mitte des Alxa-Wüstengebiets. Mit einer
Fläche von 47100 Quadratkilometern ist sie die drittgrößte Wüste Chinas.
Wanderdünen bilden 83 % der Gesamtfläche. In der Mitte liegen große
Sandhügel dicht aneinander, die zumeist 200 - 300 Meter, höchstens
500 Meter hoch sind. 144 kleine Binnenseen liegen verstreut in den
Tiefebenen zwischen den großen Sandhügeln. Ihr Wasser ist sehr salzig
und ihr Mineralgehalt hoch. Aber am Rand mancher dieser Seebecken sowie
inmitten der Seen quillt trinkbares Süßwasser hervor.
Die Tengger-Wüste
liegt im südöstlichen Alxa-Gebiet der Inneren Mongolei. Mit ihrer Fläche
von 36700 Quadratkilometern ist sie die viertgrößte Wüste Chinas. In
ihr sind Seebecken mit Sümpfen verstreut, die 7 % ihrer Gesamtfläche
ausmachen, sowie Hügel, Mulden und Ebenen. Es gibt 422 große und kleine
Seebecken, davon 251 mit Wasser, die für die Umgestaltung dieser Wüste
nutzbar sind. Die Tengger-Wüste ist daher eine der Wüsten im Nordwesten
Chinas mit besseren Entwicklungsmöglichkeiten.
Das Mu-Us-Wüstengebiet
liegt im Nordteil der Provinz Shaanxi nördlich der Großen Mauer und im
Südteil des Ih-Ju-Bundes der Inneren Mongolei. Seine Fläche beträgt
25000 Quadratkilometer. Die jährliche Niederschlagsmenge erreicht hier
250 - 440 Millimeter, so dass dieses Gebiet reich an Oberflächenwasser
und Grundwasser ist, was für einen guten und vielfältigen Pflanzenwuchs
sorgt. Damit bedeckt sind 40 - 50 % der Gesamtfläche der Wüste mit
ihren festen und halbfesten Dünen. Aber durch nicht sachgerechte Urbarmachung
und Überweidung gerät diese Pflanzenwelt nach und nach aus dem Gleichgewicht,
so dass der Treibsand weitere Dünenketten bildet. Im Südostteil des
Mu-Us-Wüstengebietes gibt es eine große Menge von Sümpfen an Seebecken
und Terrassenland in den Flusstälern.
Andere größere Wüsten
Die Horqin-Wüste liegt im Ostteil der Inneren Mongolei, zum großen Teil
auf einer alluvialen Ebene am Unterlauf des Flusses West-Liaohe, und
besitzt eine Fläche von 24600 Quadratkilometern. Die festen und halbfesten
Dünen nehmen 90 % der Gesamtwüstenfläche ein. Die Kumutag-Wüste liegt
südöstlich von Lop Nur in Xinjiang mit einer Fläche von 19500 Quadratkilometern.
Die Ulanbuh-Wüste befindet sich im Ostteil der Alxa-Wüste in der Inneren
Mongolei und grenzt im Osten an den Gelben Fluß. Sie hat eine Fläche
von 10300 Quadratkilometern. Wüste und Erosionsland des Qaidam-Beckens
in der Provinz Qinghai nehmen eine Fläche von 33100 Quadratkilometern
ein.
Lesezeichen, Weitersagen und Empfehlen
(Worte, die häufiger genannt wurden, werden größer geschrieben als jene, die seltener genannt wurden.)
|