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Landeskunde China - Seen

Die Seen Chinas haben eine Gesamtfläche von mehr als 80000 Quadratkilometern. Es gibt über 130 Seen im ganzen Land, die größer sind als 100 Quadratkilometer. Zusätzlich zu den natürlichen Seen wurden Tausende von künstlichen Seen angelegt - die Stauseen.

In zwei Gebieten Chinas liegen die Seen relativ dicht konzentriert. Das eine ist die Ebene am Mittel- und Unterlauf des Yangtse, das andere das Qinghai-Tibet-Plateau in Westchina. Die übrigen Seen liegen verstreut auf dem Yunnan-Guizhou-Plateau, dem Plateau der Inneren Mongolei sowie in Xinjiang und in Nordostchina.

Die Seen lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: Süßwasser-Seen und Salzwasser-Seen, die grob gesehen getrennt liegen durch die Linie vom Südteil des Großen Hinggan-Gebirges über das Yinshan und den Ostteil des Qilian bis zum Gangdise. Die Seen südöstlich dieser Linie sind Südwasser-Seen und zum größten Teil verbunden mit Flüssen, die ins Meer münden. Mit reicher Wassermenge und Abflussmöglichkeit sind sie nützlich für Schifffahrt, Bewässerung und Entwicklung der Fischzucht. Manche davon sind auch dank ihrer schönen Landschaft berühmte Reiseziele und Erholungsorte. Nordwestlich dieser Linie ist das Gebiet abflussloser Binnenseen mit geringerer Wassermenge. Infolge der dauernden Verdunstung des Wassers über lange Zeit hin hat sich ihr Salzgehalt erhöht, bis sie schließlich zu Salzseen geworden sind. Ihre Fläche macht 55 % der Gesamtfläche der Seen im ganzen Land aus.

Süßwasser-Seen

Die Gesamtfläche der Süßwasser-Seen Chinas beträgt über 36000 Quadratkilometer. Das Gebiet am Mittel- und Unterlauf des Yangtse ist niederschlagsreich, niedrig und flach, so dass es hier die meisten Seen gibt. Der Poyang-See in Nord-Jiangxi, der Dongting-See in Nord-Hunan, der Taihu-See in Süd-Jiangsu, der Hongze-See in West-Jiangsu und der Chaohu-See in Zentral-Anhui sind die fünf großen Südwasser-Seen Chinas. Außer dem Hongze-See, der in der Huanghuai-Ebene liegt, befinden sich die anderen vier Seen in der Ebene am Mittel- und Unterlauf des Yangtse. Die Provinz Hubei besitzt die meisten Seen und wird deshalb auch "Provinz der tausend Seen" genannt. Die meisten Seen auf dem Yunnan-Guizhou-Plateau entstanden durch Verwerfungen der Erdoberfläche. Die bekanntesten davon sind der Dian Chi im Ostteil und der Er Hai im Westteil der Provinz Yunnan. In der Nordchinesischen und Nordostchinesischen Ebene befinden sich weitere Süßwasser-Seen. Außerdem gibt es auf dem Qinghai-Tibet-Plateau und in Xinjiang relativ große Süßwasser-Seen.

Die meisten Süßwasser-Seen in Südchina, insbesondere am Yangtse, wurden in der letzten Zeit infolge zur Gewinnung von Ackerboden teilweise beträchtlich verkleinert. Die wichtige Funktion der Seen, Hochwasser abzuleiten und dadurch die Gefahr von Deichbrüchen zu verhindern, wurde dabei außer acht gelassen. Es ist vorgesehen, die künstlich gewonnenen Ackerflächen wieder in Seen zu verwandeln.

Zahlreiche Seen sind auch Opfer des Industrialisierungsprozesses geworden. Das zum Teil schwer verschmutzte Wasser eignet sich nicht mehr als Trinkwasser oder für die Fischzucht und verursacht große Schäden vor allem in der landwirtschaftlichen Produktion. Inzwischen wurde eine große Anzahl von Fabriken, die Abwässer ohne Behandlung in die Seen eingeleitet hatten, dichtgemacht.

Salzwasser-Seen

Die Salzwasser-Seen liegen meistens im Binnenland, wie zum Beispiel auf dem Qinghai-Tibet-Plateau, in Xinjiang und in der Inneren Mongolei. Die meisten Seen auf dem Qinghai-Tibet-Plateau sind durch Gletscher gespeist. Der Qinghai-See ist der größte abflusslose Salzwasser-See in China. Der Nam Co auf dem Tibet Plateau, dessen Oberfläche 4718 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist der höchstgelegene große Salzwasser-See der Welt. Der Aydingkol-See im Turpan-Becken in Xinjiang, dessen Oberfläche 154 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, ist der am niedrigsten gelegene See in China.

Der Qinghai-See ist durch seine Vogelinsel bekannt, die unter Naturschutz gestellt wurde. Im See gibt es eine schuppenlose Fischart, die nur hier vorkommt. Wegen guten Geschmacks wurde dieser Fisch rücksichtslos gefangen, so dass auch das Futter für die Wasservögel, die jährlich hier ihre Küken aufziehen, knapp wurde. Ein anderes Problem ist, dass der See sich immer mehr verkleinert, weil der Fluß Buhhe immer weniger Wasser führt. Das Ergebnis ist, dass die Vogelinsel schon mit dem Festland zusammengewachsen ist. Ein ruhiges Brüten ist nun für die Vögel nicht mehr garantiert. Um Fischarten zu schützen, beschloß die Provinzregierung, diesen See ab 2001 für zehn Jahre dichtzumachen. China besitzt zahlreiche Salzseen. Viele von ihnen befinden sich im Qaidam-Becken. Es liegen hier mehr als 100 Salzseen, deren Gesamtfläche 8500 Quadratkilometer beträgt und deren Salzreserven man auf etwa 100 Milliarden Tonnen schätzt. Auf dem nördlichen Tibet-Plateau gibt es 420 Salzseen. Der Jartai Yanchi und Yabrai Yanchi auf dem Plateau der Inneren Mongolei und der Xie Chi bei Yuncheng, Shanxi, sind ihres Salzes wegen berühmt.

Der einst weltberühmte Lop Nur an der Seidenstraße wurde Mitte 70er Jahre trocken, weil der Tarim- und der Konqi-Fluß, die ihn gespeist hatten, kein Wasser mehr zu ihm führen. Zurückgeblieben ist nur ein ohrförmiges Gebilde. Hier überleben nur Tiere wie Wildkamele und Wildesel, die auch vom Salzwasser leben können, aufgrund einer einzigen Salzwasserquelle in diesem Gebiet.

Dieser Situation wird nun ein Ende gesetzt, indem die Regierung von Xinjiang vorsieht, zugunsten der Umwelt und der Tiere den Lop Nur wieder mit Wasser aufzufüllen.

Feuchtgebiete

Feuchtgebiete umfassen Seen, Sümpfe, Moore, Niederungen und Meeresstrände.

Um Ackerland zu gewinnen, wurden in den 50er Jahren Sümpfe in ganz China, insbesondere in Nordostchina, in großem Stil trockengelegt. Zahlreiche Seen wurden beträchtlich kleiner oder verschwanden, indem man sie zuschüttete. Die Folgen sind, dass Hochwasser immer unbändiger wurde und die Vielfalt der Tierwelt gefährdet war. Erst seit den 80er Jahren ist ihre Funktion als eine wichtige Kette im Biosystem allgemein bekannt. Es ist nun staatlich verordnet, dass alle Sümpfe in Nordostchina geschützt werden. Hier sind nun zahlreiche Naturschutzgebiete für Vögel entstanden. Und die Regierung sah das Hochwasser des Yangtse im Jahr 1998 als einen Anlaß, auf die Ackerflächen, aus den Seen durch den Bau von Deichen gewonnen, zu verzichten, damit die Seen ihre Pufferfunktion bei Hoch- und Niedrigwasser erfüllen können. Im Bereich der Strände sind Korallen und Mangrovenwälder unter strengsten Schutz gestellt. Mit diesen Maßnahmen hofft man, allmählich eine intakte Umwelt wiederherzustellen.

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(Worte, die häufiger genannt wurden, werden größer geschrieben als jene, die seltener genannt wurden.)



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