Landeskunde - Inseln
In den weiten chinesischen Hoheitsgewässern liegen mehr als 5000 größere und
kleinere Inseln. Ihre Gesamtfläche beträgt etwa 80000 Quadratkilometer.
Jeweils über 30000 Quadratkilometer nehmen die Inseln Taiwan und Hainan
ein. Die Insel Chongming hat eine Fläche von ca. 1200 Quadratkilometern;
die übrigen Inseln hingegen sind ziemlich klein. Über 90 % der Inseln
haben eine Fläche von weniger als einen Quadratkilometer.
Die Mehrzahl der Inseln, etwa 60 %, liegt im Ostchinesischen
Meer; etwa 30 % der Inseln liegen im Südchinesischen Meer, die restlichen
10 % sind
Inseln im Bohai-Meer und im Gelben Meer. Ein großer Teil der Inseln
liegt an den Küsten der Provinzen Zhejiang, Fujian und Guangdong.
Entsprechend ihrer Entstehung lassen sich die chinesischen
Inseln im wesentlichen in drei Arten einteilen: 1) Die Inseln aus Grundgestein,
gebildet durch geologische Kräfte des Festlandes und des Festlandsockels.
Neben den zwei großen Inseln Taiwan und Hainan gibt es noch eine große
Menge von Grundgestein-Inseln. Sie machen über 90 % der Gesamtzahl
der
Inseln aus. 2) Die alluvialen Inseln wurden durch die ständige Anhäufung
von Schwemmstoffen gebildet, welche die ins Meer fließenden Flüsse
an ihren Mündungen ablagerten. Sie liegen an den Mündungen des Yangtse
und
des Zhujiang. 3) Die Koralleninseln in den Tropen. Solche Inseln sind
u.a. die Inselgruppen Dongsha, Xisha, Zongsha und Nansha. Die Insel Taiwan
die sich südöstlich des chinesischen Festlands befindet, grenzt im Osten
an den Stillen Ozean. Im Westen liegt sie durch die Taiwan-Straße von
der Provinz Fujian getrennt. Ihre Länge von Norden nach Süden beträgt
394 Kilometer, ihre Breite von Westen nach Osten 144 Kilometer. Taiwan
ist mit einer Fläche von 35788 Quadratkilometern die größte Insel Chinas.
Ein Drittel innerhalb ihrer Fläche ist Tiefebene, zwei Drittel sind
Bergland.
Die Insel Hainan
Befindet sich auf dem Festlandsockel nördlich des Südchinesischen Meeres.
Im Norden ist sie durch die Qiongzhou-Straße mit einer Breite von 15
bis 30 Kilometern von der Halbinsel Leizhou der Provinz Guangdong getrennt.
Die Insel Hainan ist mit einer Fläche von 34380 Quadratkilometern die
zweitgrößte Insel Chinas. Ihr Mittelteil ist hoch gelegen, die übrige
Fläche überwiegend tief, so dass der Wasserabfluß strahlenförmig erfolgt.
Das Bergland nimmt auf der Insel etwa 20 % der Fläche ein, das Hügelland
etwa 15 %, das Tafelland und die Tiefebene bilden zusammen etwa 65
%. Die Küstenlinie der Insel ist über 1440 Kilometer lang. Die wichtigsten
Häfen sind Haikou und Yulin. Das Klima ist das ganze Jahr über tropisch
warm, und die Insel ist reich an tropischen Pflanzen.
Die Insel Chongming
befindet sich an der Mündung des Yangtse in das Ostchinesische Meer.
Sie gehört verwaltungsmäßig zum Kreis Chongming im Stadtgebiet von
Shanghai und ist die drittgrößte Insel Chinas. Die Insel Chongming
entstand erst Anfang der Tang-Dynastie (618 - 907) durch Schlammablagerungen
der Yangtse. Ihre Form hat sich in der Geschichte mehrmals geändert,
während sie gleichzeitig immer größer wurde. In den vergangenen 50
Jahren hat die Insel Chongming von 608 Quadratkilometern bis zu ca.
1200 Quadratkilometern beträchtlich zugenommen. Die Insel ist von mehreren
Flüssen durchzogen und ihr Boden fruchtbar, so dass sich die Landwirtschaft,
Viehzucht und Fischerei gut entwickelt haben.
Die Inselgruppe Changshan
Liegt im Gelben Meer östlich der Halbinsel Liaodong der Provinz Liaoning.
Sie umfasst über 50 Inseln wie die Dachangshan, die Xiaochangshan,
die Guanglu und die Zhangzi, wovon die Dachangshan die größte ist.
Diese Inseln gehören verwaltungsmäßig zur Stadt Dalian in der Provinz
Liaoning und bilden den Kreis Changhai. Sie sind ein wichtiger Stützpunkt
für die Fischerei im nördlichen Teil des Gelben Meeres.
Die Inselgruppe Miaodao
liegt in der Bohai-Straße zwischen den Halbinseln Liaodong und Shandong
und bildet die Grenzlinie zwischen dem Bohai-Meer und dem Gelben Meer.
Sie besteht aus mehr als 30 größeren und kleineren Inseln wie Changshan,
Daqin und Huangcheng und ist das Tor zum Bohai-Meer. Sie gehört verwaltungsmäßig
zum Kreis Changdao in der Provinz Shandong und ist ein wichtiger Stützpunkt
für die Fischerei in den nördlichen Gewässern.
Die Inselgruppe Zhoushan
ist im Ostchinesischen Meer außerhalb des Hangzhou-Golfs im Nordosten
der Provinz Zhejiang gelegen. Sie umfasst über 600 Inseln und ist die
größte Inselgruppe an der Küste Chinas. Die größte ihrer Inseln, die
Zhoushan, ist mit einer Fläche von 524 Quadratkilometern Chinas viertgrößte
Insel. Die übrigen größeren Inseln sind die Liuheng, die Taohua, die
Zhujiajian, die Jintangshan und die Daishan. Dazu kommt die Inselgruppe
Shengsi mit einigen kleineren Inseln. Die Inselgruppe Zhoushan gehört
verwaltungsmäßig zur Provinz Zhejiang und ist in die vier Kreise Dinghai,
Putuo, Daishan und Shengsi unterteilt. Die Gewässer um die Inselgruppe
Zhoushan befinden sich im Gebiet des Zusammenflusses von kalten und
warmen Meeresströmungen. Das relativ seichte Wasser bekommt außerdem
noch Zufluß durch die Flüsse Yangtse und Qiantangjiang, so dass die
Gewässer um die Inselgruppe Zhoushan günstige Bedingungen für die Entwicklung
der Fischerei besitzen. Sie bilden den größten Fischgrund Chinas. Die
vier bekannten hier gefangenen Fischarten
sind der Große und der Kleine Gelbfisch, der Tintenfisch und der Bandfisch.
Die Insel Putuoshan ist landschaftlich sehr schön. Auf ihrem Berg,
einem der vier berühmten Berge des chinesischen Buddhismus, befinden
sich neben Tempeln noch viele andere Sehenswürdigkeiten.
Die Inselgruppe Dawanshan
liegt vor der Mündung des Zhujiang in der Provinz Guangdong und besteht
aus etwa 150 Inseln. Sie war ursprünglich Teil einer Gebirgskette des
Festlandes und wurde erst später wegen des Absinkens der Gebirgskette
vom Festland getrennt.
Die Inselgruppe Penghu
befindet sich im Südosten der Taiwan-Straße. Sie umfasst 64 Inseln und
gehört verwaltungsmäßig zur Provinz Taiwan. Alle Inseln sind vulkanischen
Ursprungs. Die größten Inseln davon sind die Penghu Tao, die Yümeng
Tao und die Pachao Tao.
Inselgruppen im Südchinesischen Meer
China besitzt im Südchinesischen Meer über 200 Inseln, Klippen,
Riffe und Sandbänke, die überwiegend von Korallen gebildet wurden. Sie
gehören
verwaltungsmäßig zur Provinz Hainan. Der geographischen Lage nach
wurden sie in vier größere Inselgruppen, nämlich die Dongsha, die Xisha,
die
Zhongsha und die Nansha, sowie die Insel Huangyan eingeteilt.
Die Inselgruppe Dongsha ist dem Festland am nächsten gelegen.
Ihre Entfernung zu der nördlich gelegenen Stadt Shantou beträgt etwa
140 Seemeilen.
Die Xisha-Inselgruppe befindet sich am Rand des Festlandsockels
südöstlich der Insel Hainan. Ihre Entfernung bis zum südlichsten Punkt
der Insel
Hainan beträgt etwa 90 Seemeilen. Die aus über 30 Inseln und Klippen
bestehende Inselgruppe Xisha wurde in zwei Untergruppen eingeteilt:
die Inselgruppen Xuande und Yongle. Darunter ist die Insel Yongxing mit
einer
Fläche von 2,65 Quadratkilometern die größte. Die Regionalverwaltung
der Inseln Xisha, Zhongsha und Nansha befindet sich hier.
Die Inselgruppe Zhongsha liegt südöstlich der Inselgruppe
Xisha und umfasst über 20 Riffe und Sandbänke.
Die Inselgruppe Nansha liegt verstreut im Süden des Südchinesischen
Meeres. Sie ist die südlichste dieser vier Inselgruppen, besitzt die
meisten
Inseln und Klippen und ist über eine große Fläche verteilt. In dieser
Inselgruppe gibt es mehr als 100 Inseln, Klippen, Sandbänke und Riffe.
Hier liegen über zehn etwas größere Inseln, unter ihnen die Taiping,
die Zhongyue und die Nanwei. Das Zengmu-Riff ist der südlichste Punkt
des chinesischen Territoriums.
Die Inseln im Südchinesischen Meer haben das ganze Jahr hindurch
hohe Temperaturen und reichlich Regen, daher sind sie reich an tropischen
Produkten wie Vogelkot und Fischen.
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