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Landeskunde China - HochebenenChina hat weitausgedehnte Hochlandgebiete, die sich im westlichen und mittleren Teil Chinas auf der ersten und zweiten topographischen Stufe befinden. Diese Gebiete nehmen ungefähr ein Viertel der Gesamtfläche des Landes ein und bestehen hauptsächlich aus den vier großen Hochebenen - dem Qinghai-Tibet-Plateau, dem Plateau der Inneren Mongolei, dem Lößplateau und dem Yunnan-Guizhou-Plateau. Diese Plateaus sind von verschiedener Höhe, und jedes besitzt seine besondere Eigenart. Das Qinghai-Tibet-Plateau Das Qinghai-Tibet-Plateau besteht in Wirklichkeit aus einer Reihe von großen und hochgelegenen Gebirgszügen, geographisch daher als "Plateau aus Gebirgsketten" bezeichnet. Riesige Gebirgszüge unrahmen dieses Plateau - der Himalaya im Süden, das Kunlun und das Qilian im Nordenm das Hengduan im Osten und Karakorum im Westen. Viele Gipfel sind über 6000 Meter hoch, im Himalaya sogar über 8000 Meter. Innerhalb des Plateaus gibt es noch viele Gebirge wie das Gangdise, das Nyainqentangglha, das Tanggula und das Bayan Har, die das Plateau in zahlreiche Becken, Täler und Seen aufteilen. Entsprechend den topographischen Unterschieden lässt sich das Qinghai-Tibet-Plateau wie folgt einteilen: in die Hochebene von Nord-Tibet, die Täler von Süd-Tibet, das Qaidam-Becken, das Qilian-Bergland, die Qinghai-Hochebene und die Sichuan-Tibet-Felsenschlucht. Auf dem Plateau reihen sich zahlreiche schneebedeckte Berge aneinander, und Eisgipfel ragen bis in die Wolken empor, so bilden Eis und Schnee auf dem Plateau ein riesiges Wasserreservoir. Im Sommer ist dieses große Plateau das Quellgebiet vieler Ströme von Ost-, Südost- und Südasien, wie des Yangtse, das Huanghe, das Nujiang, des Indus, des Yalung Zangbo und des Flusses Tarim. Diese Flüsse bergen enorme Wasserkräfte in sich. Infolge der starken Erosion entstand am Oberlauf des Yarlung Zangbo bei Medog die weltgrößte Talschlucht mit einer durchschnittlichen Tiefe von 5000 Metern und einer Länge von 496 Kilometern. In diesem Bereich gibt es vier Gruppen reißender Wasserfälle. Der Höhenunterschied zwischen dem 7756 Meter hohen Schneegipfel Namjagbarwa und der Kreisstadt Medog, etwa knapp 45 Kilometer in der Entfernung, beträgt mehr als 7000 Meter! Das Plateau ist außerdem reich an Seen. Besonders berühmt sind der Qinghai-See in der Provinz Qinghai und der Nam Co in Tibet, der mit einer Höhe von 4718 Metern der höchstgelegene große Salzsee der Welt ist. Der Nam Co wurde im September 2000 zum Naturschutzgebiet erklärt. Obwohl die Naturbedingungen den Lebewesen äußerst feindlich sind, leben hier über 230 Tierarten, die sich in Jahrtausenden den örtlichen Gegebenheiten angepasst haben. Die wichtigsten Spezies sind Tibetische Bergantilopen und Wildyaks. Die Tibetischen Bergantilopen leben in den Gebieten Hoh Xil, Qiangtang und Altun. Da man ihre feinen Haare zu teuren Halstüchern verarbeitet, werden sei seit Anfang der 90er Jahre skrupellos gejagt. In den letzten Jahren wurden jedes Jahr schätzungsweise 20000 Stück getötet, so dass es jetzt nur noch etwa 20000 Tibetische Bergantilopen gibt und dieses schöne Tier vom Aussterben bedroht ist. Die örtlichen Behörden setze alle Kraft ein, um den Wilderern das Handwerk zu legen. Ein Antiwilderer-Team Qinghais hat in den vergangenen drei Jahren 250 mutmaßliche Täter dingfest gemacht und 3307 Felle von Tibetischen Bergantilopen, 100000 Patronen und 54 Gewehre beschlagnahmt. Ausgedehntes Weideland findet sich sowohl in der Nähe von Seen als auch in den Tälern und an den sanft abfallenden sonnigen Hängen, so dass hier eines der wichtigen Viehzuchtgebiete Chinas liegt, neben solchen Gebieten in der Inneren Mongolei und in Xinjiang. Der Norden und der Süden des Plateaus haben ein sehr unterschiedliches Klima. Da der Monsun vom Meer durch die Flusstäler her weht, ist das Klima in den Tälern von Süd-Tibet warm und feucht, daher sind sie ein wichtiges Agrargebiet. Auf dem Hochland on Mittel- und Nord-Tibet herrscht hingegen ein kaltes und trockenes Klima, sechs Monate im Jahr ist alles von Schnee und Eis bedeckt. Das Klima auf dem Hochland ist äußerst unbeständig. Die Sonnenscheindauer ist lang und die Sonneneinstrahlung stark. Die jährliche Sonnenscheindauer beträgt 2500 - 3200 Stunden. Das Qinghai-Tibet-Plateau war früher schwer zugänglich. Nach der Gründung der Volksrepublik wurden nacheinander wichtige Nationalstraßen angelegt: zwei Straßen von Sichuan nach Tibet (N318 und N317), eine Straße von Yunnan nach Tibet (N214), zwei Straßen von Qinghai nach Tibet (N109 und N214) und eine Straße von Xinjiang nach Tibet (N219). Der Bau dieser Straßen war äußerst schwierig. Heute gibt es auf dem Plateau Straßen mit einer Länge von mehr als 50000 Kilometern. Wissenschaftler im In- und Ausland sind der Meinung, das Qinghai-Tibet-Plateau sei dadurch entstanden, dass die indische Kontinentalplatte nordwärts driftete und auf den eurasischen Kontinent stieß. Heute steigt das Plateau immer noch an. Das Plateau der Inneren Mongolei Das Plateau der Inneren Mongolei ist im allgemeinen 1000 Meter bis 2000 Meter hoch. Auch das Große Hinggan-Gebirge in seinem Osten und das Yinshan-Gebirge in seiner Mitte sind nur rund 1500 Meter hoch. Topographisch gesehen weist das ganze Plateau keine großen Unterschiede auf, denn außer dem Yinshan-Gebirge und dem Helan-Gebirge dehnt sich meist nur eine grenzenlose Ebene aus. Im Winter ist es dort eiskalt, und es toben starke Stürme. Im Sommer gelangt der Monsum vom Pazifischen Ozean nur sehr schwer dorthin, bringt also nur geringe Niederschläge. Der Ostteil des Plateaus, hauptsächlich eine Grassteppe, hat ein halbtrockenes Klima und eine jährliche Niederschlagsmenge von rund 300 Millimetern. Im Westteil des Plateaus dagegen, wo die jährliche Niederschlagsmenge unter 200 Millimetern liegt, ist das Klima trocken, weite Gebiete dort sind Wüsten. Den Südteil des Plateaus bilden die schmale Hetao-Ebene und das Ordos-Hochland. Die Hetao-Ebene am Gelben Fluß ist das wichtigste Agrargebiet im Plateau der Inneren Mongolei und wurde seit je als "Land des Überflusses entlang der Großen Mauer" bezeichnet. Im Ostteil des Plateaus ist das Klima verhältnismäßig feucht.
Dort befinden sich das Weideland der Bünde Hulun Buir und Xilin Gol,
wo üppig Gras
wächst. Diese Gegend ist bekannt wegen der Sanhe-Pferde und -Rinder
sowie der Schafe der Inneren Mongolei. Sie zählt zu den wichtigsten Weidegebieten
und Viehzuchtzentren Chinas. Das Lößplateau Den topographischen Gegebenheiten entsprechend lässt sich das Lößplateau in das Hochland von Mittel-Gansu, das Hochland von Nord-Shaanxi, das Shanxi-Hochland und das Bergland von West-Henan unterteilen. Abgesehen von einigen wenigen Berggebieten und großen Tälern, ist das Lößplateau weit und breit von einer dicken Lößschicht bedeckt, die eine Stärke von mehr als 100 Metern erreicht, in einzelnen Gebieten in Nord-Shaanxi und Ost-Gansu sogar bis 150 Meter und in West-Gansu mehr als 200 meter. Es gibt verschiedene Erklärungen für die Entstehung des Lößplateaus. Infolge gründlicher Untersuchungen sind die meisten Wissenschaftler der Meinung, dass die Lößerde auf diesem Plateau über Hunderttausende von Jahren hin durch Winde aus dem Plateau der Inneren Mongolei und dem mongolischen Binnenland hierher geweht worden ist. Die Lößerde besteht aus feinen Sandkörnchen, ist reich an Nitrogen, Phosphor und Kalium, also geeignet für den Ackerbau. Jedoch weist der Boden eine lose Konsistenz und deshalb spärlichen Pflanzenwuchs auf. Dazu gibt es im Sommer oft starke Regengüsse, so dass das Plateau durch abfließendes Regenwasser kreuz und quer in verschiedene Parzellen mit immer weniger fruchtbarer Oberflächenerde zerteilt worden ist. Im Mittelteil des Plateaus gibt es weniger Flusstäler und deshalb viele Gebiete von verhältnismäßig wenig zerteiltem Hochland. In den Randgebieten, insbesondere entlang den beiden Ufern des Gelben Flusses, ist das Plateau stark zerrissen. In manchen Gegenden sind nur noch schmale Grate und einzelne Hügel erhalten, die 100 bis 200 Meter höher sind als der Boden der angrenzenden Schluchten. West-Shanxi, Nord-Shaanxi und Ost-Gansu besitzen typisches Hügelland mit Lößerde. 70 % der gesamten Fläche ist von Erosion bedroht. Neben den natürlichen Ursachen liegt die Hauptursache für die starke Bodenerosion auf dem Lößplateau eher in den sozialen Faktoren. Historischen Aufzeichnungen zufolge war in alten Zeiten der größte Teil des Plateaus fruchtbarer Boden mit üppigen Wäldern und Grasbewuchs. Fas Plateau bildete die Ursprungsstätte der alten Zivilisation Chinas und wurde als Wiege der chinesischen Nation bezeichnet. Später wurde durch rücksichtslose Neulandgewinnung, wahllose Abholzung der Wälder und übermäßige Nutzung der Grassteppen sowie durch häufige Kriege die Landschaft so mitgenommen, dass bei starkem Regen im Sommer die fruchtbare Erdschicht in großer Menge ausgewaschen wurde. Der Gelbe Fluß hieß vor Jahrtausenden Da He, also Großer Fluß. Die Umänderung seines Namen spiegelt die Geschichte einer zerstörten Natur. Aus Untersuchungen geht hervor, dass jährlich 0,5 Zentimeter Bodenschicht durch Erosion verloren gehen. Sand und Erde, die im Gelben Fluß fortgespült werden, erreichen pro Jahr eine Milliarde Tonnen und mehr. Das Flussbett wurde im Unterlauf immer höher, wodurch immer öfter Überschwemmungen auftraten. Die Anpflanzung von Bäumen und Gräsern zur Erosionsbekämpfung und Erhaltung der Erdkrume ist eine entscheidende Maßnahme zur Umgestaltung des Lößplateaus und zur Regulierung des Gelben Flusses. Das Yunnan-Guizhou-Plateau Berge und Gewässer: Die Gebirge in Yunnan wie das Diancang-Gebirge und das Gaoligong-Gebirge verlaufen im allgemeinen von Norden nach Süden, während die in Guizhou sich meistens von Nordosten nach Südwesten erstrecken, z.B. das Dalou-Gebirge und das Wumeng-Gebirge. Diese beiden schieden verlaufenden Gebirgstypen kreuzen sich und machen das Yunnan-Guizhou-Plateau zu einer Wasserscheide zwischen Yangtse, Xijiang und Yuanjiang. Die Flüsse Pudu, Chishui, Wujiang und Hengjiang fließen nordwärts in den Yangtse, der Beipan und Nanpan ostwärts in den Xijiang und der Yuanjiang südwärts als Hong Ha nach Vietnam. Diese Flüsse zerteilen das Bergland des Plateaus in einzelne Stücke mit zahlreichen tiefen und zerklüfteten Schluchten. Beispielsweise ist die Hutiaoxia-Schlucht am Jinshajiang 3000 Meter tief und gehört zu den tiefsten Schluchten der Welt. Der Huangguoshu-Wasserfall am Oberlauf des Dabang He, ein Zulauf des Beipan, weist ein Gefälle von einigen Dutzend Metern auf und zählt zu den größten Wasserfällen Chinas. Das Plateau ist reich an Wasserkraftreserven. Becken: Inmitten der Gebirge finden sich zahlreiche Becken mit verhältnismäßig ebener Fläche und tiefer Bodenschicht, so dass dort die Landwirtschaft im allgemeinen gut entwickelt ist und die meisten größeren Städte liegen. Verwerfungen in der Erdrinde haben auf dem Plateau viele Seen entstehen lassen. Die bekannten davon sind der Dianchi und der Erhai, an denen sich die Städte Kunming und Dali befinden. Steinwälder, Stalagmiten und Stalaktiten, Höhlen, unterirdische Flüsse sowie merkwürdige Naturwunder wie eine über einer Schlucht liegende "natürliche Brücke" sind überall zu finden, was darauf zurückzuführen ist, dass dort ein typisches Karstgebiet ist. Das Yunnan-Guizhou-Plateau ist der Fläche nach nicht so groß wie das Qinghai-Tibet-Plateau, das der Inneren Mongolei oder das Lößplateau. Es befindet sich in der subtropischen Zone mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von rund 15 °C. Vielerorts weist es das ganze Jahr hindurch Frühlingswetter auf (Kunming ist als "Frühlingsstadt" berühmt), Wälder und Gräser wachsen üppig, und jährlich werden zwei bis drei Ernten eingebracht.
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