Landeskunde China - Eigenarten der Oberflächengestalt
Verschiedenartige Oberflächengestalt und großräumige Gebirgsgegenden
China weist eine mannigfaltige Topographie auf: Die Fläche der Ebenen ist verhältnismäßig
klein, sie nimmt nur etwa 12 % der Gesamtfläche des Landes ein. Ebenen
finden sich hauptsächlich im Osten des Landes. Hügelland liegt im wesentlichen
im Südosten mit einer Fläche von etwa 10 %. Das Gebirgsland fällt vom
hochgelegenen Westen zum Tiefland im Osten ab, und seine Fläche nimmt
etwa 33 % ein. Die Fläche der Hochebenen beträgt etwa 26 %, die der Becken
19 % der Gesamtoberfläche des Landes. Diese mannigfaltige Oberflächengestalt
schafft günstige Bedingungen für die Entwicklung einer vielseitigen Bewirtschaftung
von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Viehzucht sowie für den Bergbau.
Etwa zwei Drittel der Gesamtfläche des Landes sind gebirgig,
hügelig oder hochgelegene Plateaus. Hier lebt etwa ein Drittel der gesamten
Bevölkerung. Verhältnis bei der Verteilung der Fläche des chinesischen
Territoriums entsprechend der Höhe u.d.M.
Seit 1955 wird in China die Höhe ü.d.M einheitlich so gemessen,
dass als Nullpunkt die mittlere Höhe des Gelben Meeres bei Qingdao angenommen
wird. Dieser Punkt wird Qingdao-Nullpunkt genannt.
| Höhe |
< 500 |
500-1000 |
1000-2000 |
2000-5000 |
> 5000 |
Flächen-
anteil in % |
16 |
19 |
28 |
18 |
19 |
Drei-Stufen-Formation
Die Landfläche Chinas fällt vom hochgelegenen Westen allmählich zum Tiefland
im Osten ab und bildet einen großen Abhang mit verschiedenen Stufen,
die man hauptsächlich in drei Stufen einteilen kann.
Erste Stufe
Das Qinghai-Tibet-Plateau bildet die höchste Stufe der Landfläche Chinas.
Es ist durchschnittlich ca. 4000 Meter hoch gelegen. Diese Hochebene
grenzt an den Himalaya, das höchste Gebirge der Welt, und der höchste
Berg der Welt, der Qomolangma, befindet sich am südlichen Rand des
Qinghai-Tibet-Plateaus an der Grenze zu Nepal.
Zweite Stufe
Das Qinghai-Tibet-Plateau fällt im Norden über das Kunlun-Gebirge und
Qilian-Gebirge, im Osten über das Hengduan-Gebirge rapide zur zweiten
Stufe von 1000 bis 2000 Metern ab. Sie besteht aus dem Yunnan-Guizhou-Plateau,
dem Lößplateau, dem Plateau der Inneren Mongolei und dem Tarim-Becken.
Dritte Stufe
Die dritte Stufe erstreckt sich östlich der Linie des Großen Hinggan-Gebirges,
des Taihang-Gebirges und des Wushan-Gebirges sowie des öftlichen Rands
des sich daran anschließenden Yunnan-Guizhou-Plateaus. Diese Stufe
dehnt sich bis zur Meeresküste aus und ist die tiefstgelegene Stufe
Chinas. Sie wird von Hügelland unter 1000 Meter und der Tiefebene unter
200 Meter gebildet. Dort liegen von Norden nach Süden die Nordostchinesische
Ebene, die Nordchinesische Ebene, die Ebene am Mittel- und Unterlauf
des Yangtse und die niedrigen Berge und Hügel südlich des Yangtse.
Dieses Gebiet stellt das wichtigste landwirtschaftliche und industrielle
Gebiet Chinas dar. Hier liegen die meisten Großstädte und lebt der
Großteil der Bevölkerung des Landes.
Die Ausdehnung weiter ostwärts der dritten Stufe des Festlandes
bis ins Meer ist der Festlandsockel. Das empfindliche Ökosystem
Ein intaktes Ökosystem ist für das Leben der Menschen und für die kontinuierliche
Wirtschaftsentwicklung von großer Wichtigkeit. Seit etwa 50 Jahren
wurden in China eine von Erosion bedrohte Fläche von insgesamt 67 Millionen
Hektar reguliert, 10,67 Millionen Hektar Terrassenfelder gebaut und
Felder aus Sandwüsten gewonnen und 34,25 Millionen Hektar Wald aufgeforstet.
Die Waldflächen nehmen jetzt etwa 14 % des ganzen Landes ein. Allerdings
ist das Ziel, eine bessere Umwelt aufzubauen, bei weitem noch nicht
verwirklicht und die Bedrohung durch Wüsten noch nicht gebannt:
- Die Bodenerosion hat sich auf 3,67 Millionen Quadratkilometer
ausgeweitet.
- Das Ödland wird größer. Jedes Jahr kommen zu dem
Ödland mit einer Fläche von 2,62 Millionen Quadratkilometern ca. 2460
Quadratkilometer
hinzu.
- Große Waldflächen wurden zerstört, so dass ihre
Funktionen wie die Befestigung des Sandes und der Erde sowie die Wasserspeicherung
und
die Reinigung der Luft geschwächt sind. Die Brandrodung, die
Bewirtschaftung
auf Steilhängen und die Ackerlandgewinnung von Seen verschlimmerten
die
Naturkatastrophen.
- Die Degeneration, Versandung und Alkalisierung betreffen
immer mehr Weideland. 135 Millionen Hektar, also ein Drittel des
Weidelandes, sind
dadurch beeinträchtigt. Jedes Jahr kommen zwei Millionen Hektar
hinzu.
- Die Vielfalt von Lebewesen ist in Gefahr. In China
ist die Existenz von 15 % bis 20 % der Tiere und Pflanzen bedroht,
im Weltdurchschnitt
sind es 10 % bis 15 %.
Das ehrgeizige Vorhaben der Modernisierung Chinas droht, wenn
für den Umweltschutz nicht Entscheidendes getan wird, in ein ökologisches
Desaster zu münden. Die Pläne zum Schutz der Umwelt, Ende 1998 festgelegt
und verabschiedet, sehen folgendes vor:
* Bis 2010 neue Bodenerosionen vermeiden, um den Verödungsprozeß
zu stoppen. Dazu werden 60 Millionen Hektar von Bodenerosion und 22 Millionen
Hektar
von der Verödungsgefahr befreit und 39 Millionen Hektar aufgeforstet,
so dass die Wälder dann mehr als 19 % der Landesfläche bedecken; den
Lebensraum für die Tiere verbessern und 8 % der Landesfläche unter
Naturschutz stellen.
* Bis 2030 60 % der von Bodenerosion bedrohten Flächen und
40 Millionen Hektar verödetes Land sanieren sowie 46 Millionen Hektar
aufforsten,
so dass die Waldflächen 24 % der Landesfläche ausmachen. Außerdem sollen
80 Millionen Hektar Weideland neu geschaffen bzw. veredelt sowie die
Hälfte der regenerierten, versandeten und alkalisierten Weideflächen
wiederhergestellt werden. Bis 2050 ein gesundes Ökosystem aufbauen,
das den Anforderungen für eine kontinuierliche Entwicklung gerecht wird.
Lesezeichen, Weitersagen und Empfehlen
(Worte, die häufiger genannt wurden, werden größer geschrieben als jene, die seltener genannt wurden.)
|