In China finden sich zahlreiche Becken von verschiedener Größe, die größten davon
bis zu einer halben Million Quadratkilometer, die kleinsten nur ein bis
zwei Quadratkilometer. Die großen und tiefgelegenen Becken liegen im
Westen, als wichtigste davon das Tarim-, Junggar-, Turpan-, Qaidam- und
Sichuan-Becken. Mittelgroße und kleine Becken befinden sich meistens
im Osten.
Das Tarim-Becken
In Süd-Xinjiang liegt das Tarim-Becken, von den Gebirgen Tianshan, Kunlun
und Altun umgeben. Es reicht vom Pamir-Plateau im Westen bis zur Grenze
zwischen Gansu und Xinjiang, hat die Form eines Rhombus und erstreckt
sich von Osten nach Westen über 1500 Kilometer, von Süden nach Norden
über 400 - 500 Kilometer. Mit seiner Bodenfläche von ca. 530000 Quadratkilometern
ist es das größte Becken im Binnenland Chinas. Es fällt vom Westen
zum Osten ab. Der mittlere Teil des Beckens liegt 800 - 1300 Meter
hoch, die umliegenden hohen Bergketten sind etwa 4000 - 6000 Meter
hoch.
Dieses mitten im Herzen des asiatischen Kontinents liegende
Becken weist ein trockenes, niederschlagsarmes Klima auf. Man sieht hier
in mehreren
ringförmigen Zonen verschiedene Landschaften. Die vier Zonen im Becken
sind in der Reihenfolge von den Gebirgszügen zum Zentrum hin: 1. Bergmassiv,
2. Kiesbedeckte Bergabhänge, 3. Wasserreiches Grasland, 4. Sandwüsten
und Salzseen. Die eis- und schneebedeckten Gipfel der hohen Berge sind
natürliche Wasserreservoire für das Becken. In den Oasen, wo sich von
Kanälen durchgezogene Felder aneinander reihen, wachsen üppig Weizen,
Mais, Baumwolle, Melonen und Obst. Im Zentrum des Beckens liegt die
ca. 327000 Quadratkilometer große Sandwüste Taklimakan - die größe Wüste
in China. Das Becken ist reich an Salz- und Buntmetallvorkommen. In
den
letzten Jahren hat man hier auch reiche Erölvorkommen entdeckt.
Die hohen Berge in der Umgebung des Tarim-Beckens sind mit
Schnee und Eis bedeckt. Dort gibt es zahlreiche Flüsse, die jedoch meistens
an den
Rändern der Sandwüste versickern. Nur die Flüsse Yarkant, Tarim und
Qarqan besitzen einen längeren Lauf. Der Tarim ist mit seiner Länge von
2179
Kilometern der längste Binnenfluß in China. Im Osten des Beckens befindet
sich der See Lop Nur, an dem Karawanen einst entlang der alten Seidenstraße
zogen.
Das Junggar-Becken
Das Junggar-Becken liegt zwischen dem Tianshan-Gebirge und dem Altay-Gebirge
in Nord-Xinjiang. Das dreieckige Becken erstreckt sich von Osten nach
Westen über 850 Kilometer, seine größte Breite von Süden nach Norden
beträgt ca. 450 Kilometer. Mit seiner Fläche von über 380000 Quadratkilometern
ist es das zweitgrößte Becken Chinas. Es liegt 500 - 1000 Meter hoch
und fällt von Osten nach Westen ab. Was die topographische Struktur
betrifft, ist das Junggar-Becken dem Tarim-Becken ähnlich. Im nordwestlichen
Gebirgsland des Junggar-Beckens finden sich einige Pässe, die feuchte
Luftströmungen in einen Teil des Beckens einfließen lassen. Deshalb
fallen hier mehr Niederschläge als im Tarim-Becken, das im Westen von
hohen Gebirgen abgeriegelt ist. Im Winter ist es kalt in diesem Gebiet.
Die Landschaft im Innern des Beckens ist mannigfaltig. An den Randgebieten
liegen Oasen, im Inneren gibt es weite Steppen und Sandwüsten. Die
Gurbantüngüt-Wüste liegt östlich des Manas He. Mit ihrer Fläche von
ca. 47300 Quadratkilometern
ist sie viel kleiner als die Wüste Taklimakan. Westlich des Flusses
Manas ist es niederschlagsreicher als östlich, und die meisten Gegenden
dort sind Steppen und Sümpfe. Seit den 50er Jahren wurden im Einzugsgebiet
des Manas große Gebiete urbar gemacht. Das Junggar-Becken ist das wirtschaftlich
am meisten entwickelte Gebiet in Xinjiang. Auf den ausgedehnten Weiden
im Becken grasen Rinder und Schafe. Es ist reich an Erzvorkommen, und
in seinem Westen liegt das Karamay-Ölfeld. Am südlichen Rand des Beckens
liegt die Stadt Ürümqi, die durch Landstraßen und Eisenbahnen mit verschiedenen
Oasen und Städten in Xinjiang und mit anderen Landesteilen verbunden
ist.
Das Turpan-Becken
In der uigurischen Sprache bedeutet Turpan "Tiefland".
Das Turpan-Becken, das zwischen dem Bogda- und dem Qoltag-Gebirge in
Ost-Xinjiang liegt, ist von Bergketten mit Höhen von 1500 - 5400 Metern
umgeben. Es erstreckt sich von Westen nach Osten über 245 Kilometer,
von Norden nach Süden über 75 Kilometer und hat eine Fläche von mehr
als 50000 Quadratkilometern. Im Becken ist eine Sandwüste. Die Oberfläche
des Aydingkol-Sees in seinem westlichen Teil liegt 154 Meter unter dem
Meeresspiegel. Dies ist die tiefstgelegene Stelle in China und gehört
zu den wenigen derartig tiefen Senken der Welt. Die direkte Entfernung
zwischen dem Hauptgipfel des Bogda-Gebirges und dem Aydingkol-See beträgt
weniger als 200 Kilometer, der Höhenunterschied zwischen der Bergspitze
und dem Seegrund aber ca. 5600 Meter.
Da das Turpan-Becken unter dem Meeresspiegel liegt und rings
von hohen Bergen eingefasst ist, die die feuchte Luft fernhalten, weist
es ein
sehr trockenes Klima auf. Die jährliche Sonnenscheindauer im Turpan-Becken
beträgt über 3000 Stunden. Im Sommer liegt die durchschnittliche monatliche
Temperatur höher als 30 °C, die höchste Temperatur wurde mit 47,6 °C
gemessen. Deshalb wird das Turpan-Becken auch "Flammen-Oase" genannt.
Bei Gewitter fällt hier kein Regen zur Erde, weil das Wasser schon auf
halbem Wege verdampft. Der bekannte "Flammenberg" im Norden des Beckens hat kahle rote Sandsteinhänge, die bei glühender Sonne
wie brennend aussehen, und die Temperatur der Erdoberfläche erreicht
dort 75 °C. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind sehr
groß. Ein Sprichwort sagt: "Morgens Pelze, mittags Seidenhemden, abends Wassermelonen am Kamin." Die Temperaturen zwischen den vier Jahreszeiten sind ebenfalls sehr verschieden.
Im Sommer ist es äußerst heiß, im Winter kalt und stürmisch.
Die umliegenden Berge sind voll Schnee und Eis. Im Sommer
sickert von ihrem Schmelzwasser viel in den Boden, das sich unter der
Erdoberfläche
ansammelt. Die Bewohner graben an den Berghängen viele Brunnen und
verbinden sie mit unterirdischen Kanälen. Auf diese Weise nutzen sie
das Schmelzwasser
zur Bewässerung, bauen Weizen und Baumwolle an und machen das Becken
so zu einem wichtigen landwirtschaftlichen Gebiet im Nordwesten Chinas.
Die dortigen Hami-Melonen und kernlosen Trauben sind weltberühmt, denn
wegen des starken Sonnenscheins und der großen Temperaturunterschiede
zwischen Tag und Nacht sind das Obst und die Melonen besonders süß.
Das Qaidam-Becken
Das Qaidam-Becken, auf Mongolisch "Salzsumpf",
befindet sich im Nordwesten der Provinz Qinghai, vom Qilian-Gebirge im
Norden und Nordosten, vom Altun-Gebirge im Westen und vom Kunlun-Gebirge
im Süden eingefasst. Das Becken misst von Westen nach Osten über 800
Kilometer in der Länge, seine Breite von Norden nach Süden beträgt an
der breitesten Stelle 350 Kilometer. Das 220000 Quadratkilometer große
Becken, dessen Grund 2700 - 3000 Meter ü.d.M. liegt, ist eine Art Vertiefung
des Binnenland-Plateaus, rings von emporragenden Bergen und Hochebenen
mit Höhen von über 4000 Metern umschlossen. Das Becken fällt von Nordwesten
nach Südosten ab. Es befinden sich hier - von den Rändern ausgehend zum
Zentrum hin - die Wüste Gobi, Hügellandm Flachland und Seen. Schmelzwasser
macht die Oasen fruchtbar. Vor den Gebirgen befinden sich ausgedehnte
Wüsten, steinernes Ödland und vereinzelte Sandgebiete. Im Südosten liegen
große Sümpfe, Salzseen und salzhaltige Ebenen. Es gibt hier über 100
Salzseen, davon sind der Qarhan und Caka am bekanntesten. Allein mit
den 25 Milliarden Tonnen Salz im Qarhan könnte ganz China für eine Zeit von 7000 - 8000 Jahren
versorgt werden. Auf seiner Oberfläche liegt eine harte und bis 15 Meter
dicke Salzschicht, eine Landstraße von 31 Kilometern und eine Eisenbahnstrecke,
die später auch nach Tibet verlängert wird, führen über diese Salzschicht.
Man kann das Qaidam-Becken eine Welt aus Salz nennen. Im Becken befinden
sich außerdem reiche Bodenschätze wie Erdöl, Erdgas, Salze, Kohle und
Metalle. In seinem Osten und Südosten sind neu erschlossene landwirtschaftliche
Gebiete zu finden.
Das Sichuan-Becken
Das Sichuan-Becken erstreckt sich am Oberlauf des Yangtse, im Osten der
Provinz Sichuan und im Westen der regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing.
Im Westen befindet sich das Qionglai-Gebirge (ein Teil des Qinghai-Tibet-Plateaus),
im Süden das Dalou-Gebirge (ein Teil des Yunnan-Guizhou-Plateaus),
im Norden das Daba-Gebirge und im Osten das Wushan-Gebirge. Die umliegenden
Berge und Plateaus sind 2000 - 3000 Meter hoch. Es ist ein typisches
Becken, in dem sich überall wellige Hügelgebiete verteilen. Das Becken,
dessen Grund 400 - 800 Meter hoch liegt, hat eine Fläche von ca. 200000
Quadratkilometern. Es besteht hauptsächlich aus purpurnem Schiefer
und purpurner Erde. Der Purpur der Erde und das Grün der Wälder bieten
einen herrlichen Anblick.
Im Becken fließen zahlreiche Flüsse zusammen. Der Yangtse durchzieht
den Süden, die Wasserläufe des Minjiang, Tuojiang und Jialingjiang
münden im Norden und der Wujiang im Süden in ihn hinein. Alle diese
Flüsse zerteilen das Becken in Hügelgebiete. Das Becken kann in drei
Teile eingeteilt werden: Im Osten liegen mehrere Bergreihen mit Flusstälern
dazwischen. Der mittlere Teil ist ein wichtiges Gebiet für die Landwirtschaft;
hier finden sich flachkupplige Hügel, die meistens niedriger als 400
Meter sind. Im Westen ist die Chengdu-Ebene; ihr von zahlreichen Flüssen
durchzogenes Flachland mit fruchtbarem Boden ist das reichste Gebiet
im Sichuan-Becken.
Das Sichuan-Becken gehört zu den Subtropen. Die Gebirge im
Norden wehren kalte Luftströmungen ab. Hier ist es im Winter warm, der
Sommer währt
lange und der Frühling kommt früh. Im Herbst regnet es fast unaufhörlich.
Überall wachsen üppig Bäume, und zu allen Jahreszeiten können landwirtschaftliche
Pflanzen angebaut werden. Das Becken zählt zu den wichtigsten Anbaugebieten
für Wasserreis in China und liefert außerdem noch Tong-Öl, Zuckerrohr,
Apfelsinen, Mandarinen, Seide, Tee, Rapssamen u.a. Es birgt auch reiche
Bodenschätze wie Erdgas, Kohle, Salze, Phosphor, Kupfer und Schwefel.
Daß Bergketten das Becken umgeben, war ungünstig für den Verkehr. Ein
klassischer Dichter schrieb: "Der
Weg nach Sichuan ist noch schwerer als der zum blauen Himmel!" Heute sind die Städte im Sichuan-Becken durch die Eisenbahnlinien Baoji-Chengdu,
Chengdu-Chongqing, Chengdu-Kunming, Sichuan-Guizhou und Xiangfan-Chongqing
mit der übrigen Welt verbunden. Der Land-, Wasser- und Luftverkehr hat
eine große Entwicklung erfahren. Das Sichuan-Becken ist heute eine wichtige
Basis für die Industrie im Südwesten Chinas.
Andere größere Becken
Neben den oben genannten fünf großen Becken befinden sich in China noch
andere größere Becken: Hami in Ost-Xinjiang, Yanqi in der Mitte von
Xinjiang, Hanzhong im Süden der Provinz Shaanxi, Nanyang im Südwesten
der Provinz Henan und im Nordwesten der Provinz Hubei, Sanggan im Norden
der Provinz Shanxi und im Nordwesten der Provinz Hebei, Datong im Norden
der Provinz Shanxi, Xuanhua im Nordwesten der Provinz Hebei, Fenhe
im mittleren und südlichen Teil der Provinz Shanxi sowie Taipei und
Taichung in der Trovinz Taiwan.
1913 Informationsseiten über China in deutscher Sprache sowie 1029 Seiten in englischer Sprache.
Diese Internetseite zum Thema China besteht seit 2658 Tagen
Der Inhalt dieser
Internetseite (Texte, Bilder und Grafiken) sowie deren Zusammenstellung
unterliegt dem Copyright. Jegliche Verwendung ohne eine schriftliche
Zustimmung ist untersagt. Davon ausgenommen sind nur Textepassagen
(keine Fotos oder Grafiken) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia, diese stehen unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation.
Thousands of candles can be lighted from a single candle, and the life of the candle will not be shortened. Happiness never decreases by being shared. Buddha
"一根蜡烛能点燃成千上万根蜡烛,但它的寿命并不就因此而缩短。分享幸福也不会使幸福减少。" 佛
Last Ping: 24 May 2012 14:36:36, Result: ++++----++++++++++++----