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Peking A-Z! Tempel und Kirchen - TanzhesiIn Beijing gibt es eine für das Alter des Tempels Tanzhesi bezeichnete Redensart: "Zuerst entstand der Tanzhesi, hernach die Stadt Beijing." Der Tanzhe-Tempel stammt aus der Jin-Dynastie (265-429). Ursprünglich hieß er Jiafu-Tempel. Der Name Tanzhe-Tempel kommt vom Longtan (Drachenteich), der sich hinter dem Tempel befindet, und von der in dieser Gegend wachsenden Baumart Zheshu (Cudrania tricuspidata). Zu verschiedenen Zeiten mehrmals umbenannt, blieb der Name "Tanzhe-Tempel" doch am gebräuchlichsten, während die anderen Bezeichnungen allmählich in Vergessenheit gerieten. Der Tanzhe-Tempel liegt in einer schönen Berggegend im Bezirk Mentougou. Kommt man an das Tor des Tempels, fallen einem zunächst mächtige Kiefern auf. Man sagt, dass diese eindrucksvollen Kiefern schon einige hundert Jahre alt seien. Die kompakt und streng geordnete Anlage des Tempels zeigt alle Merkmale der Tempelbauten aus der Ming- und der Qing-Zeit. Haupt- und Nebenhallen fügen sich zu zahlreichen symmetrisch angelegten Höfen. Die Tempelkomplex ist in drei parallele Achsen gegliedert. Entlang der mittleren Achse steht eine Reihe von erhaben wirkenden kleineren und größeren Bauten: der vordere Pailou (Torbogen), das Tempeltor, die Tianwang-Halle (Halle der Himmlischen Könige), die Mahavira-Halle (Schakjamuni-Halle), die Sansheng-Halle (Halle der Drei Weisen) und der hintere Vairocana-Pavillon. Im mittleren Hof, östlich der Mahavira-Halle, steht ein fast 40 m hoher Ginkgobaum, dessen Umfang so groß ist, dass es mehrerer Menschen bedarf, ihn zu umfassen. Obwohl der Überlieferung nach schon zur Zeit der Liao-Dynastie (916-1124) gepflanzt, hat er immer noch eine üppige dunkelgrüne Krone. Der Qing-Kaiser Qianlong verlieh ihm den Namen "Kaiserbaum". Westlich der Halle steht ein zweiter Ginkgo, der später als Gegenstück gepflanzt wurde. Vom Vairocana-Pavillon aus kann man die ganze Tempelanlage und die umliegenden Berge übersehen. Die Hofbauten der rechten Achse bestehen aus dem Abthof und dem Schloß für die Kaiser der Qing-Dynastie und deren Mütter. Ein Bambushain und ein sprudelnder Bergquell verleihen der Stätte eine angenehme Ruhe und Stille. In diesem Hof steht der Liubeiting (Pavillon des Schwimmenden Bechers), in dessen Steinsockel eine drachenförmig gewundene Rinne gehauen wurde, durch die das Quellwasser abfließt. In alter Zeit pflegte man einen mit einem Henkel versehenen Weinbecher ins Quellwasser zu setzen, der dann die ganze Rinne entlang getrieben wurde, bis er schließlich zum Trinken aufgenommen wurde. Mit diesem in alter Zeit geübten Brauch des "in der gewundenen Rinne schwimmenden Weinbechers" brachte man den Wunsch zum Ausdruck, von Katastrophen und Unheil verschont zu bleiben. Die linke Achse besteht aus dem Weihealtar und der Awalokiteschwara-Halle, in der der Ziegelstein "Baizhuan" aufbewahrt wird, auf dem die Tochter Kubilais, Prinzessin Miao Yan, während ihrer Gebete zu knien pflegte. Die Tochter Kubilais, des Gründers der Yuan-Dynastie, wurde in diesem Tempel zur buddhistischen Nonne geweiht. Außer den im Innern des Tempelkomplexes stehenden Bauten befinden sich vor dem Tempel noch der Anletang (Saal des Friedens und des Glücks) und ein Pagodenhof. Der Anletang ist der Ort, wo die in den Ruhestand getretenen Mönche wohnten. Im Pagodenhof, der auf einer kleinen Ebene vor dem Tempel steht, gibt es Dutzende von Mönchspagoden, die aus der Jin-, Yuan-, Ming- und Qing-Zeit (1115-1911) stammen. Die zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen Stilen gebauten Pagoden sind anschauliche Objekte für die Erforschung der geschichtlichen Entwicklung der Pagodenformen und -konstruktionen. Der Longtan-Teich, nach dem der Tempel benannt ist, war früher so klar, dass man bis auf den Grund sehen konnte. Die ursprüngliche Quelle ist inzwischen längst ausgetrocknet. In jüngster Zeit wurde wieder ein Teich an der Stelle des alten Longtan-Teiches angelegt. Zwar ist der Weg hinauf recht steil und beschwerlich, doch wird man durch eine wunderschöne Berglandschaft mit einer herrlichen Aussicht belohnt.
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