Peking A-Z! Tempel und Kirchen - Jueshengsi
Im Glockenturm des Jueshengsi (Juesheng-Tempel) im Weigongcun (Dorf des Würdenträgers
Wie), Bezirk Haidian, ist die Huayan-Glocke bis heute erhalten. Wegen
ihrer Größe und Schwere nennt man sie Dazhong (große Glocke) oder "Königin der Glocken" und den Tempel "Dazhongsi" (Tempel der Großen Glocke). Im Laufe der Zeit hat sich der Name Dazhongsi so
eingebürgert, dass er schließlich den ursprünglichen Namen ersetzte.
Die Huayan-Glocke wurde in der Regierungsperiode Yongle (1403-1425)
der Ming-Dynastie gegossen. Sie wurde nach dem 81bändigen Huayan-Sutra
(Avatamsaka-Sutra)
benannt, welches sich auf ihrem Glockenkörper befindet. Die Glocke besteht
aus zwei Teilen, dem 5,8 m hohen Glockenkörper und der Glockenkrone.
Ihr äußerer Durchmesser beträgt 3,3 m und der lichte 2,9 m. Die durchschnittliche
Dicke des Klöppels misst 222 mm. Die Glocke wiegt 42000 kg. Auf dem Klöppel
ist das Vajra-Sutra aufgetragen, an der Innenseite der Glocke das Huayan-Sutra
und das Sutra des Goldenen Lichtes (Suvarnaprabhasa-uttamaraja-Sutra),
und an der Außenwand stehen die Namen aller Buddhas und Bodhisattwas.
An der Innen- und Außenseite der Glocke befinden sich etwa 220000 Schriftzeichen
in kräftiger Standard-Schrift. Einer Überlieferung zufolge stammen diese
Schriftzeichen von dem Kalligraphen Shen Du aus der Ming-Zeit. Steht
man unter der Glocke und sieht nach oben, kann man alle Sutras lesen.
Über 500 Jahre hindurch ist die Glocke unbeschädigt geblieben.
Das zeigt, dass die Gießerei im altenChina hoch entwickelt war. Für die
Erforschung der Gießerei und der religiösen Sutras stellt die Glocke
einen kostbaren Kulturgegenstand dar.
Ursprünglich befand sich die Huayan-Glocke im Wanshousi (Tempel
der Langlebigkeit) und wurde dann in der Qing-Dynastie nach er Errichtung
des Juesheng-Tempels
hierher gebracht.
Um diese riesige Glocke zu transportieren und aufzuhängen,
waren damals große Anstrengungen nötig. Im eiskalten Winter goß man Wasser
auf die
Straße, so dass eine Eisbahn entstand, auf der die Glocke gleiten konnte.
Auf dem Fundament des Glockenturms wurde dann ein künstlicher Hügel
aus Erde aufgeschüttet, auf dem man ebenfalls eine Eisfläche entstehen
ließ.
So konnte man die Glocke hinauf ziehen und im Glockenstuhl aufhängen.
Der Glockenstuhl besteht aus dicken Holzbalken und vier steil nach
innen gerichteten Säulen. Als die Glocke aufgehängt war, wurde der Erdhügel
wieder abgetragen. Vom 8. Regierungsjahr des Qing-Kaisers Qianlong
(1743)
bis heute sind mehr als 200 Jahre vergangen, aber die große Glocke
hängt immer noch unverändert in ihrem Glockenstuhl. Sogar die Auswirkungen
des starken Erdbebens in Tangshan von 1976 hat sie unversehrt überstanden.
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