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Peking A-Z! Tempel und Kirchen - Guangjisi

Der Guangjisi (Tempel der Allgemeinen Nächstenliebe) in der Yangshi-Straße stammt aus dem 11. Jahrhundert, der Zeit der Jin-Dynastie. Während der Regierungsperiode Chenghua (1465-1487) der Ming-Dynastie wurde er renoviert und erhielt den Namen "Hongciguangjisi" (Tempel der Großen Barmherzigkeit und der Allgemeinen Nächstenliebe). Seither nennt man ihn Guangjisi. Im Laufe der letzten fünf Jahrhunderte wurde er mehrmals ausgebaut und renoviert. Der heutige Tempel, wiederaufgebaut im Jahre 1935, wurde nach der Befreiung zweimal restauriert. Jetzt befindet sich in diesem berühmten buddhistischen Tempel der Sitz der Chinesischen Gesellschaft der Buddhisten.

Der Guangjisi besteht aus vier hintereinanderliegenden Innenhöfen mit Räumen zu allen vier Seiten. Die westlichen und östlichen Seitenbauten dienen der Chinesischen Gesellschaft der Buddhisten als Arbeitsbüros und Bibliothek. Betritt man den Tempel durch das Haupttor, stehen links und rechts je ein Glockenturm und ein Trommelturm. Geradeaus blickt man auf die Maitreja-Halle, die Mahavira-Halle (Schakjamuni-Halle), die Yuantong-Halle (Awalokiteschwara-Halle) und am Ende auf den Sarira-Pavillon (zur Aufbewahrung von Relikten), hinter dem sich die Duobao-Halle (Prabhutaratna-Halle) befindet. Die Tempelanlage nimmt ungefähr 2 ha ein.

Vor der Mahavira-Halle stehen drei Steintafeln aus der Ming-Zeit und zwei aus der Qing-Zeit, die letzteren mit Inschriften von Kaiser Kangxi und Kaiser Qianlong. Für die Erforschung der Geschichte dieses Tempels gelten sie als wichtiges historisches Material. In der Mitte dieser Halle befinden sich drei 500 Jahre alte Holz-Buddha-Skulpturen aus der Ming-Zeit. Rechts und links davon stehen achtzehn bronzene Arhat-Figuren, ebenfalls aus der Ming-Zeit. Hinter den Buddhafiguren ist ein von Qing-Maler Fu Wen mit den Fingern gemaltes Bild zu sehen mit dem Titel "Hervorragende Früchte und wunderbare Klänge". Das Bild ist 5 m hoch und 10 m breit. Es stellt Schakjamuni bei der Auslegung seiner Lehre auf dem Chridhrakuta-Berg dar. Auf diesem Gemälde sind hundert ausdrucksvoll und lebensnah gestaltete menschliche Figuren abgebildet: Schakjamuni, seine Lehre auslegend, Manjusri, auf einem schwarz-blauen Löwen reitend, Samantabhadra, auf einem weißen Elefanten sitzend, und Mönche, die der buddhistischen Lehre lauschen. Die Bronze-Statue des sich wohl fühlenden Awalokiteschwara aus der Yuan-Zeit (1271-1368), die Holz-Skulptur des Awalokiteschwara der Barmherzigkeit und die innen hohle Lack-Statue des Tara-Bodhisattwa aus der Ming-Zeit (1368-1644) mit barmherzigen und gnädigen Gebärden in der Yuantong-Halle sind seltene künstlerische Kostbarkeiten. In der Mitte des Ostflügels des Sarira-Pavillons hängt ein Rollbild, das Awalokiteschwara zeigt. Es wurde vor 800 Jahren, während der Regierungsperiode Mingchang (1190-1196) der Jin-Dynastie, gemalt. An der östlichen Wand hängen Fragmente des Sutras des Goldenen Lichtes (Suvarnaprabhasa-uttamaraja-Sutra) von vor 1000 Jahren, also aus der Zeit der Fünf Dynastien. Und an der westlichen Wand hängt das 900 Jahre alte Bild "Manjusri stattet Vimalakirti einen Krankenbesuch ab", ein Werk des Malers Ma Hezhi aus der Song-Dynastie.

Außer den handgeschriebenen buddhistischen Sutras aus der Tang-, Yuan-, Ming- und Qing-Zeit, verschiedenen Auflagen der kanonischen Schriften aus der Song-Zeit sowie dem Huayan-Sutra (Avatamsaka-Sutra) und dem Vajra-Sutra (Vajra-cchedika-prajna-paramita-Sutra), die alle von buddhistischen Gläubigen mit Blut sowie Goldpulver und Silberpulver geschrieben worden waren, gibt es in der Bibliothek noch mehr als 30000 Abreibungen von Sutras auf Steintafeln in den Höhlen des Yunju-Tempels im Kreis Fangshan bei Beijing. Im Jahre 615, zur Regierungsperiode Daye der Sui-Dynastie, begannen chinesische Mönche, über verschiedene Dynastien hinweg die buddhistischen Sutras in Stein einzugravieren, um sie so der Nachwelt zu erhalten. Diese Arbeit nahm mehr als 1000 Jahre in Anspruch. Sie dauerte bis 1631, bis zur Regierungsperiode Chongzhen der Ming-Dynastie. So entstanden insgesamt 15122 Steintafeln. Von 1956 bis 1959 wurden von der Chinesischen Gesellschaft der Buddhistischen Abreibungen von den Sutras auf den Steintafeln gemacht. Sie stellen ein wertvolles Material dar für die Erforschung der buddhistischen Sutras, der sozialen Struktur und der wirtschaftlichen Verhältnisse im Laufe der chinesischen Geschichte.

Der Guangji-Tempel ist eine der wichtigsten Stätten für die buddhistischen Gläubigen in Beijing. Am 1., 8., 15. und 23. jedes Monats nach dem chinesischen Mondkalender nehmen die buddhistischen Gläubigen in diesem Tempel am Gottesdienst teil.

Auch ausländische buddhistische Persönlichkeiten besuchen oft diesen Tempel, informieren sich über die Religionspolitik Chinas und pflegen den akademischen Austausch mit den buddhistischen Persönlichkeiten Chinas.

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