Peking A-Z! Tempel und Kirchen - Biyunsi
Der Biyunsi (Tempel der Azurblauen Wolken), ein äußerst imposanter, alter Tempel,
liegt am östlichen Abhang des duftenden Berges.
Dieser Tempel wurde 1366, in der Yuan-Zeit, erbaut und damals
Biyun´an (Klause in den Azurblauen Wolken) genannt. In der Qing-Zeit
genossen
die Kaiser und ihre Kaiserinnen und Konkubinen gern die wunderschöne
Landschaft ringsum den Biyunsi und machten häufig Ausflüge hierher. 1748
wurden nach dem Muster des Tempels Jingcisi in Hangzhou der Pavillon
der 500 Arhats" und
hinter ihm die Jingangbaozuo-Pagode (Vajra-Stupa auf einem Sockel mit
buddhistischen Basreliefs) errichtet.
Der Aufbau der Tempelanlage ist durch hintereinanderliegende
Höfe gekennzeichnet. Vom Tempeltor bis zum äußersten Ende des Tempels
kommt man durch sechs
verschieden gestaltete Höfe.
Vor dem Tempeltor befindet sich eine weiße Steinbrücke, die
eine einige Meter tiefe, von einem Bächlein durchflossene Schlucht überspannt.
In
der Umgebung stehen hochgewachsene Akazien und mächtige Weiden, alte
Kiefern und Zypressen ragen gen Himmel. Vor der Steinbrücke kniet ein
Paar wild aussehender Steinlöwen. Geht man durch das Tempeltor und durch
die erste Halle, in der eine Bronzefigur des fröhlichen, offenherzigen
Buddha Meitreja steht, erreicht man die Bodhisattwa-Halle und die Sun-Yat-sen-Gedenkhalle.
Südlich davon liegt die "Halle
der 500 Arhats", in der sich 508 Statuen befinden: außer den 500 Arhats sind 7 Götterfiguren
im Korridor und eine kleine Statue des Mönches Ji Gong auf dem Dachbalken
des Saales zu sehen. Einer Überlieferung zufolge soll es für letzteren
keinen Platz mehr gegeben haben und er, weil er zu spät gekommen und
außerdem der jüngste war, nur noch dort untergekommen sein. Alle etwa
1,5 m großen Arhats sind, in mehrere Gruppen untergliedert, in der Halle
aufgestellt; keiner der vergoldeten Holz-Arhats gleicht dem anderen.
Im letzten Hof erhebt sich der berühmte Vajra-Stupa, umgeben
von einem alten Wäldchen. Er ist nach dem Muster des Vajra-Stupas in
Bodh-Gaya
in Indien gebaut, der zum Gedenken an die Buddhawerdung Schakjamunis
errichtet wurde. Der Vajra-Stupa ist 34,7 m hoch und vollständig aus
weißem Marmor. Er hat zwei Stockwerke, von denen das obere reichlich
mit Reliefarbeiten verziert ist: Dargestellt sind große und kleine
Buddhafiguren, Himmelskönige, kräftige Männer (Viras), Drachen, Phönixe,
Löwen, Elefanten
und Wolkenmuster im traditionell tibetischen Stil. Der Stupa, obwohl
in typisch indischer Form ausgeführt, zeigt bau- und bildhauertechnisch
doch deutlich die chinesische Richtung und ist ein gutes Beispiel für
den Entwicklungsstand von Architektur und Bildhauerkunst während der
Regierungsperiode Qianlong (1736-1795) der Qing-Dynastie.
Nach dem Tode von Dr. Sun Yat-sen 1925 wurde hier sein Sarg
aufgebahrt. Im Stupa sind seine Kleidung und seine Kopfbedeckung eingemauert.
Eine
Halle vor dem Stupa dient als Gedenksaal für diesen Vorkämpfer der
chinesischen Revolution.
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