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Peking A-Z! Der Rehe-Palast - die Sommerresidenz in Chengde

Chengde, eine landschaftlich schön gelegene Stadt im Norden Chinas, liegt ungefähr 250 km nordöstlich von Beijing. Bereits vor über 200 Jahren ließ sich Kaiser Kangxi aus der Qing-Dynastie (1644-1911) hier einen Palast, die weltbekannte Sommerresidenz, bauen.

Die Sommerresidenz

Der Bau der Residenz, die sich über eine Fläche von 560 ha erstreckt, dauerte 87 Jahre. Es ist die größte, im Originalzustand erhaltene kaiserliche Residenz in China.

Kaiser Kangxi hatte sich 400 km nordöstlich von Beijing das Mulan-Jagdrevier anlegen lassen. Hier wurden auch militärische Übungen abgehalten. Kaiser Kangxi und später auch sein Enkel, Kaiser Qianlong, empfingen hier örtliche Beamte und Offiziere, gingen mit ihnen auf die Jagd, hielten Picknicks ab und verteilten Belohnungen. Außerdem sahen sie sich hier mit mongolischen Fürsten zusammen Pferderennen und Ringkämpfe an und hörten mongolische Musik. Auf diese Weise wollten sie die Beziehungen zwischen der Zentralgewalt und den verschiedenen Gebieten und die Verbindung mit den mongolischen Stämmen und deren Verwaltung stärken, um so die Grenzgebiete besser zu schützen. Auf der Strecke zwischen Beijing und dem Mulan-Jagdrevier entstanden 19 Paläste.

Der größte ist der Rehe-Palast. Er war nicht nur eine schöne Sommerresidenz, sondern auch ein wichtiger Ort zur Regelung der Staatsgeschäfte. Über 150 Jahre lang verbrachten die Qing-Kaiser hier fast sechs Monate im Jahr. Das begünstigte die Entwicklung der örtlichen Industrie und des Handels, und nach und nach wurde aus dem kleinen Bergdorf Chengde eine Stadt mit rund hunderttausend Einwohnern.

Die wunderschöne und grandiose Sommerresidenz ist im Norden der Stadt gelegen. Sie besteht aus Palast- und Gartenanlagen.

Die Palastanlagen liegen im Südteil der Residenz und grenzen an einen Stadtteil von Chengde. Früher wohnten hier die Qing-Kaiser mit ihren Frauen und Konkubinen und erledigten die Staatsgeschäfte. Die Palastanlagen bestehen aus vier Baukomplexen, nämlich dem Mittelschloß, der Halle Songhezhai, dem Schloß Wanhesongfeng und dem Ostschloß.

Das Mittelschloß ist im traditonellen chinesischen Baustil gehalten. Es umfasst neun von Flachhäusern umgebene Höfe. Die Holztafel des Vordertors, des Lizhengmen, ist mit Inschriften in mandschurischer, mongolischer, chinesischer, uigurischer und tibetischer Sprache versehen.

Genau wie im Kaiserpalast in Beijing befinden sich auch hier vorn im Mittelschloß die Empfangshallen und hinten die Wohngemächer. In den Empfangshallen, nämlich den Hallen Danbojingcheng, Sizhishuwu usw., fanden wichtige Zeremonien statt. Beamte, Offiziere, Fürsten und Führer nationaler Minderheiten und ausländische Gesandte wurde hier empfangen, und zu den Geburtstagen nahmen die Kaiser hier die Glückwünsche ihrer hochrangigen Beamten entgegen. In den Wohngemächern waren die Kaiser, ihre Frauen und Konkubinen während ihres Aufenthalts untergebracht. Das Yanbozhishuang war die Haupthalle und für den Kaiser bestimmt. 1860, als die alliierten Truppen von England und Frankreich Beijing angriffen, flüchtete der Kaiser Xianfeng nach Rehe. Hier wies er einen Minister Yi Xin an, mit England, Frankreich und Russland den "Beijinger Vertrag" zu unterzeichnen, mit dem ein Teil der chinesischen Souveränität preisgegeben wurde. Der Vertrag mit der Aufschrift "Genehmigt", von Xianfeng mit roter Tinte geschrieben, liegt heute noch auf dem Schreibtisch in seinem Zimmer aus.

Die Songhezhai (Kiefern- und Kranich-Halle) befindet sich östlich des Mittelschlosses. Hier wohnte die Kaiserinmutter. Das Schloß mit dem Namen Wanhesongfeng (Zehntausend Kiefernschluchten im Wind) ist einer der frühesten Bauten, bestehend aus vier Baukomplexen, hinter der Songhezhai nordöstlich des Mittelschlosses gelegen. Es steht auf einem Hügel an einem See. Von hier aus bewunderten die Qing-Kaiser die schöne Landschaft, lasen Bücher, sahen Gesuche durch und empfingen Beamte. 1722, als Qianlong 12 Jahre alt war, brachte sein Großvater Kangxi ihm hier bei, wie man als Kaiser Gesuche behandelt. Später gab er diesem Saal den Namen Ji´entang (Saal zum Andenken an die Güte), um so seines Großvaters zu gedenken. Das Ostschloß befindet sich im Südostteil der Sommerresidenz. Dort stand früher ein dreistöckiges Theater. 1948 brannte es bis aufs Fundament nieder.

Die Gartenlandschaft besteht aus drei Teilen. In einem Teil befindet sich ein Seengebiet, das an die Landschaft südlich des Yangtse erinnert. Den zweiten Teil bildet eine Ebene, die die Steppen in der Mongolei symbolisiert, und ein weiterer Teil ist Hügelland. Der ganze Park ist stilvoll angelegt. Alle Bauwerke sind im traditionellen chinesischen Stil gehalten.

Die Wasserfläche im Park beträgt 55 ha. Acht Inseln mit Dämmen unterteilen den Chenghu (See Reinen Wassers) in acht kleinere Seen. Überall sind Pavillons, Terrassen und Häuschen anzutreffen.

Die Insel Zhiying hat die Form einer chinesischen Heilpflanze mit dem botanischen Namen Ganoderma lucidum, die wolkenförmige Umrisse hat. Der Hof auf der Insel wurde von Kaiser Kangxi "Rundmauer" (Huanbi) getauft. Im Ostteil der Insel befindet sich ein langer Damm im Stil des berühmten Su-Dongpo-Damms im Westsee bei Hangzhou in Südchina. An der Nordspitze der Insel steht eine Strohhütte, Cailingdu (Terrasse zum Sammeln der Wassernüsse) genannt. Von hier aus bestiegen die Qing-Kaiser, ihre Frauen und Konkubinen die Boote.

Die größte Insel trägt den Namen Ruyizhou (Nach Wunsch). Hier erholte sich Kaiser Kangxi im Sommer und regelte Staatsgeschäfte. Die meisten Gebäude sind um einen Hof herum stehende Flachhäuser im nordchinesischen Stil. Es gibt unter anderem eine Empfangshalle, ein Opernhaus und einen Pavillon zur Bewunderung der Lotosblumen.

Das wichtigste Gebäude auf der Insel Qinglian (Grünlotos) ist der Yanyulou (Nebel- und Regenturm). Es ist eine Nachbildung des Yanyu-Turms im Südsee bei Jiaxing in der Provinz Zhejiang. Von hier aus konnte man die Landschaft bei Regen betrachten. Im Ostteil des Turms befinden sich drei Zimmer, die Qingyang-Stuben genannt, die den Kaisern als Studierzimmer dienten.

Aus dem See erhebt sich der künstlich angelegte Jinshan (Goldener Berg) mit dem "Götter-Turm", auch Jinshan-Turm genannt. Berg und Turm sind genaue Nachbildungen des Jinshan mit dem Jinshan-Turm bei Zhenjiang in der Provinz Jiangsu. Hier brachten die Qing-Kaiser den Gottheiten und dem Himmelskaiser Opfer dar.

Der Chenghu (See Reinen Wassers) wird hauptsächlich von der Rehe-Quelle gespeist. Sie entspringt nordöstlich des Sees. Das Wasser ist im Sommer kühl, friert aber im Winter nicht zu. Im Sommer, wenn in der Morgensonne von der Oberfläche Nebel aufsteigt, bietet der See einen herrlichen Anblick. Früher legten hier die Drachenschiffe der Kaiser an.

Nördlich des Sees liegt eine Ebene, in deren Ostteil neben einigen Gartenanlagen ein buddhistischer Tempelkomplex steht. Im zweistöckigen Yuronglou (dem Kaiser-Antlitz-Gebäude) des Tempels sind Porträts von Kangxi, Yongzheng und Qianlong aufbewahrt. Hinter dem Tempel befindet sich ein Stupa, eine Kopie des Bao´en-Tempels in Nanjing, und im nordwestlichen Teil der Ebene schließlich liegt eine Gartenanlage mit Namen Chengguanzhai, wo kaiserliche Literaten, Gelehrte, Astronomen und Mathematiker während der Qing-Dynastie Werke redigierten und verfassten, wie z.B. "Yu Zhi Shi Ji" (Gedichte der Kaiser) von Kangxi und "Shu Li Jing Yun" (Das Beste der Mathematik und Astronomie).

In der Mitte der Ebene befindet sich der große Wanshuyuan (Zehntausend-Bäume-Garten). Hier stehen dicke, alte Kiefern, Akazien, Zypressen und Weiden. Vögel zwitschern, und früher traf man hier auch Elche und Hirsche. Kaiser Qianlong empfing hier Fürsten und Anführer von Adligen der nationalen Minderheiten sowie ausländische Gesandte. In Jurten wurden Bankette abgehalten. Es gab Lampion-Ausstellungen, Reiterkunststücke und Ringkämpfe zu sehen, begleitet von der Musik der nationalen Minderheiten.

Westlich des Zehntausend-Bäume-Gartens liegt ein großer Reitplatz, wo die Kaiser früher Pferde auswählten und zähmen ließen, wo Qing-Offiziere und mongolische Fürsten ritten und mit Pfeil und Bogen schossen.

Im Südwesten der Ebene steht eine der sieben berühmten Bibliotheken der Qing-Dynastie, die Wenjinge. Die früher hier aufbewahrte Enzyklopädie "Si Ku Quan Shu" wurde 1915 in die Beijing-Bibliothek gebracht.

Im nordwestlichen Teil der Sommerresidenz schließt sich eine Gebirgskette mit fünf Schluchten an. Diese heißen von Norden nach Süden Songyunxia (Kiefern- und Wolken-Schlucht), Lishuyu (Birnbäume-Tal), Songlinyu (Kiefernwald-Tal), Zhenziyu (Haselnuß-Tal) und Xiyu (West-Tal). Während der Regierungszeiten von Kangxi und Qianlong wurden hier 44 schöne Gärten angelegt. In der Zhuyuan-Tempelanlage im Birnbäume-Tal befand sich früher ein aus 200 t Kupfer gegossener Pavillon, Zongjingge genannt. Im Frühjahr 1945 wurde er von den Japanern abgerissen und wegtransportiert.

Einzig eine Kupfer-Tafel und zwei Kupfer-Platten mit einem Wörterpaar blieben übrig, die jetzt im Museum der Sommerresidenz ausgestellt sind. Im Haselnuß-Tal standen ehemals zwei Gruppen von Häusern, wo die Mutter des Kaisers Kangxi wohnte. Hier im Gebirge gab es früher viele schöne Bauten. Alle sind jedoch bis auf die Grundfesten zerstört worden. Die Pavillons auf den Gipfeln sind in den letzten Jahren restauriert worden.

Die Acht Äußeren Tempel

Nördlich und östlich der Sommerresidenz entstanden während der Regierungszeiten von Kangxi und Qianlong elf prächtige Tempel. Diese Tempel waren zur Erleichterung der Verwaltung in acht Gruppen eingeteilt worden. Daher der Name "Acht Äußere Tempel". Von den ehemals elf Tempeln stehen nur noch sieben. Das Puren-Kloster und das Pushan-Kloster wurden während der Regierungszeit von Kangxi gebaut. Die während der Regierungszeit von Qianlong gebauten Klöster Puning und Pule sowie die Tempel Putuozongcheng und Xumifushou sind groß angelegt und gut erhalten. Sie stehen heute unter Denkmalschutz. In zahlreichen von Kangxi und Qianlong abgefassten Inschriften in mandschurischer, chinesischer, mongolischer und tibetischer Sprache gibt es Hinweise zu jedem Tempel und zu wichtigen politischen und historischen Ereignissen. Der Baustil der Tempel, die Bildhauereien und Malereien sind durch die vier obengenannten Nationalitäten geprägt.

Als Qianlong an der Macht war, kam es zweimal zu Aufständen der Dsungaren-Stämme. (Diese mongolischen Nomandenstämme lebten nördlih des Tianshan-Gebirges.) Daraufhin kommandierte 1755 die Qing-Regierung Truppen nach Xinjiang ab, um die Aufstände niederzuwerfen. Zur Feier des Sieges wurde dann im selben Jahr bei Chengde ein Lama-Kloster namens "Puning" (Allgemeiner Frieden) gebaut. Auf Anweisung des Kaisers wurde der Tempel dem Samye-Tempel, einer heiligen Stätte des Lamaismus in Tibet, nachgebaut, denn damals bekannten sich alle Nationalitäten in der Mongolei zur Gelben Kirche (der Gelugpa-Sekte des Lamaismus).

Das Puning-Kloster ist ein großes Kloster im symmetrischen Baustil der Han und der Tibeter. Das Kloster, das sich über eine 33000 qm große Fläche erstreckt, ist in einen vorderen und einen hinteren Teil untergliedert. Die Gebäude im vorderen Teil sind im Baustil der Han-Nationalität (Jialanqitang gehalten: das Eingangstor, der Grabstein-Pavillon, der Glocken-Turm, der Himmelskönig-Palast, der Mahavira-Palast, das östliche Nebenpalais und das westliche Nebenpalais. Im Grabstein-Pavillon stehen drei Steintafeln mit Inschriften von Qianlong. Auf der mittleren Tafel wird ausgeführt, welchen Sinn und Zweck das Kloster hat, während auf den beiden anderen Tafeln die Unterdrückung der zwei Aufstände der Dsungaren-Stämme beschrieben wird. Die Mahavira-Halle ist das Hauptgebäude im vorderen Teil des Puning-Klosters. Dort stehen Kasyapa, der Buddha der Vergangenheit, Schakjamuni, der Buddha der Gegenwart, und Maitreja, der Buddha der Zukunft. Zu beiden Seiten befinden sich Figuren der 18 Arhats. An der östlichen, nördlichen und westlichen Wand wird das Leben der 18 Arhats und der acht Bodhisattwas in Episoden dargestellt. All diese eindrucksvollen Figuren und Wandgemälde sind vollständig erhalten.

Der hintere Teil des Puning-Klosters, der im Baustil des Samye-Tempels in Tibet gebaute Tempel Mantuoluo, ruht auf einem 9 m hohen Sockel aus Steinplatten. Das Hauptgebäude, der Mahajana-Pavillon, ist ein Symbol für den Sumeru-Berg - das Zentrum der buddhistischen Welt. Da den kanonischen Sutren zufolge sich zu beiden Seiten des Sumeru-Berges Sonne und Mond um Buddha drehen, steht an der einen Seite dieses Pavillons eine rechteckige Sonnenhalle und an der anderen eine rechteckige Mondhalle. Rings um den Pavillon stehen vier kleine Hallen und acht weiße, dreistöckige Terrassen in verschiedenen Formen. Nach buddhistischer Überlieferung repräsentieren sie die vier großen und acht kleinen Kontinente. An jeder Ecke des Pavillons steht eine Lama-Pagode. Diese symbolisieren die vier Entwicklungsstufen von Buddha. Die südöstliche Pagode ist rot bemalt und mit Lotosblumen aus glasierten Ziegeln versehen (Lotos steht für die Geburt des Buddha); die nordöstliche, schwarz bemalte, steht für seine Erkenntnis; die nordwestliche, weiße, symbolisiert seine erste Predigt und die südwestliche, grüne, schließlich sein Nirwana. Im Südosten der Tempelanlage liegt ein rechteckiger Hof, wo die Kaiser bei ihren Besuchen Rast machten. Im Südwesten befindet sich ein weiterer Hof. Hier hörten sie Predigten von "lebenden Buddhas".

Der dreistöckige Mahajana-Pavillon ist mit seinen 37 m einer der höchsten Holzpavillons in China. In dem von Wandelgängen umgebenen Hof stehen Holzskulpturen des Bodhisattwa Awalokiteschwara und seiner Schüler Sudhana und Naga. In Wandnischen stehen 10090 Buddhafiguren, jede etwa 10 cm groß, aus Ton und mit Gold überzogen. In den Wandelgängen und im hinteren Teil des Pavillons gibt es noch acht kleine hölzerne Lama-Pagoden und fünf Amitabha-Statuen aus Holz.

Es sind Figuren aus verschiedenen buddhistischen Geschichten und Legenden. Die Awalokiteschwara-Statue ist 22 m hoch, hat einen Hüftumfang von 15 m und ein Gewicht von mehr als 120 t. Sie hat 42 Arme und unzählige Augen, weshalb sie den Namen "Awalokiteschwara mit tausend Armen und Augen" trägt. Es ist eine der größten hölzernen Buddha-Statuen der Welt. In den Händen hält sie die Sonne, den Mond, eine Stola, eine Glocke und ein Stößel. Auf ihrem Kopf steht ein 1,20 m großer Buddha Amitabha, der Lehrer von Awalokiteschwara.

Nach der Unterdrückung der Aufstände der Dsungaren-Stämme waren die nordwestlichen Grenzgebiete gesichert, und die Anführer der Kasachen und der Khalkhas in Xinjiang kamen regelmäßig nach Chengde, um Kaiser Qianlong ihre Aufwartung zu machen. Als Zeichen der Achtung des religiösen Glaubens der Nationalitäten im Nordwesten und zur Stärkung der Verwaltung der Grenzgebiete durch die Zentralmacht ließ Kaiser Qianlong 1766 das Pulesi (Kloster der Allgemeinen Freude) bauen.

Genauso wie das Puning-Kloster untergliedert sich das Pule-Kloster in zwei Teile. Als ein typisches Han-Kloster besteht es aus einem Eingangstor, einem Glockenturm, einem Trommelturm, einer Himmelskönig-Halle, einer Zongyin-Halle, einer Huili-Nebenhalle und einer Shengyin-Nebenhalle. Im hinteren Teil befindet sich eine Terrasse mit dem Hauptgebäude, Mantuoluo genannt. Hier sollen sich die Buddhas und die Heiligen versammelt haben, und so stehen hier verschiedene Statuen von Buddhas und Heiligen. Auf der viereckigen zweistöckigen Terrasse steht ein runder Pavillon, der Xuguangge (Pavillon des Morgenlichts). Der runde Pavillon und die viereckige Terrasse symbolisieren den runden Himmel und die eckige Erde. Der Pavillon ist eine Kopie der Halle der Ernteopfer im Himmelstempel in Beijing. Auf einem Steinfundament im Xuguang-Pavillon steht ein aus 37 Holzstücken gefertigtes Modell des Mantuoluo-Gebäudes. Die 37 Holzstücke symbolisieren die 37 Wissensgebiete von Schakjamuni. Die künstlerisch wertvolle vergoldete, gewölbeartige Holzdecke ist fein geschnitzt und mit Drachen und Phönixen versehen.

Der Tempel Putuozongcheng wurde 1771 zur Feier des 60. Geburtstags des Kaiser Qianlong und des 80. Geburtstags seiner Mutter gebaut. Zu dieser Zeit war der Volksstamm-Torgut der Oirat-Mongolen, der Ende der Ming-Dynastie ins Einzugsgebiet der Wolga übergesiedelt war, wieder auf chinesisches Territorium zurückgekehrt. Qianlong empfing im Putuozongcheng-Tempel Wobaxi, den Anführer des Stammes.

Der imponierende Putuozongcheng-Tempel ist dem Potala in Tibet sehr ähnlich. Er erstreckt sich über eine Fläche von 220000 qm, und ein 43 m hohes Hauptgebäude, die inzwischen niedergebrannte dreistöckige Rote Halle, war eine Kopie der Roten Halle des Potala-Palastes. In der Mitte der Frontseite der Roten Halle gab es von oben nach unten sechs gelb beziehungsweise grün glasierte Buddha-Nischen, die den 60. Geburtstag von Qianlong symbolisierten.

Im Putuozongcheng-Tempel gibt es einige weiße Terrassen, hölzerne Buddha-Hallen, Glockentürme, Stupas und Wohnhäuser für Mönche.

Der Tempel enthält auch einige Bauten im Han-Stil, z.B. Bogentore, Grabstein-Pavillons und Ehrenpforten. Zur Feier des 70. Geburtstags von Kaiser Qianlong im Jahre 1780 kam der VI. Panchen Erdeni, einer der beiden damaligen religiösen und politischen Führer von Tibet, nach Chengde, um seine Glückwünsche zu überbringen. Qianlong ließ für ihn den Xumifushou-Tempel bauen, eine Nachbildung des Tempels Tashilhunpo (tibetisch: Glücksberg) in Tibet. Der Tempel sollte dem Panchen Erdeni zur Unterkunft und Meditation dienen. Der Bau dieses Tempels war für die Festigung der Beziehungen zwischen dem Kaiserhof und Tibet und für die Erhaltung und Festigung der Einheit des Vielvölkerstaates von großer Bedeutung.

Der Tempel liegt an einem schwach ansteigenden Berghang. Den Hauptteil des Tempels bildet ein rechteckig angelegter Gebäudekomplex auf einer roten Terrasse, in dem sich die von der höchsten Gruppe von Bauten umgebene Miaogaozhuangyan-Halle befindet, wo Panchen Erdeni predigte, und die das Zentrum dieses Tempels darstellt. Das Dach besteht aus vergoldeten Kupferziegeln. Auf jedem der vier welligen Dachgrate liegen zwei vergoldete Drachen, die Körper in Bewegung und die Schwänze erhoben. Sie scheinen jeden Augenblick zum Himmel fliegen zu wollen. In der Halle sind tausend Buddha-Nischen und Wandgemälde mit religiösen Motiven zu sehen.

In einem Haus östlich der roten Terrasse steht ein Kaiser-Thron, wo Kaiser Qianlong Rast machte. Von hier aus vernahm Qianlong die Predigten des Panchen Erdeni, und nordwestlich der roten Terrasse steht eine Halle namens Jixiangfaxi mit einem Dach aus goldüberzogenen Kupferziegeln. Dies war die Wohnstätte des Panchen Erdeni.

Ferner gibt es außerhalb der Sommerresidenz noch den Anyuan-Tempel und das Shuxiang-Kloster.

Geboren aus dem Wunsch der Qing-Kaiser nach Festigung des Bündnisses der verschiedenen Nationalitäten, beeindrucken die Acht Äußeren Tempel gerade durch die Verbindung des Han-Stils mit den Kunststilen der anderen Nationalitäten insbesondere der tibetischen.

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