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Peking A-Z! Die Lugou-Brücke (Marco-Polo-Brücke)35 Kilometer von der Heimat des Peking-Menschen und 15 Kilometer südwestlich von Beijing befindet sich die weltbekannte Lugou-Brücke. Sie wurde schon vor über 700 Jahren von Marco Polo bewundert und wird seither besonders unter den Ausländern "Marco-Polo-Brücke" genannt. Die Brücke führt über den Yongding-Fluß, früher Lugou-Fluß genannt, daher ihr Name. Die Lugou-Brücke liegt an einer wichtigen Stelle. In alter Zeit war hier der einzige Weg, der vom Süden in die Hauptstadt führte. Als die Herrscher der Jin-Dynastie im Jahre 1153 ihre Hauptstadt im südwestlichen Teil der Stadt Beijing angelegt hatten, wurde der Verkehr in diesem Gebiet immer reger, die bestehenden kleinen Brücken und Pontonbrücken reichten nicht mehr aus. So wurde mit dem Bau der Lugou-Brücke begonnen. Diese Steinbrücke wurde zwischen 1189 und 1192 gebaut. Sie hat elf Brückenbogen, miß 266,5 m in der Länge und 7,5 m in der Breite und hat ein steinernes gemeißeltes Geländer. Auf jeder Seite befinden sich 140 Geländerpfosten, auf denen aus Stein gehauene Löwen hocken. Früher trat der Yongding-Fluß in der Regenzeit oft über die Ufer. Bei der Brückenlegung wurde dies in Betracht gezogen. Alle Bauteile der Brücke wie Brückenpfeiler, Brückenbogen usw. sind durch Eisenbänder oder -reifen befestigt bzw. verbunden. Die Brücke ist äußerst solide gebaut, und obwohl jetzt bereits über 700 Jahre alt, können, wie ein im Jahre 1975 gemachtes Experiment bewies, 429 t schwere Lastkraftwagen sie noch problemlos passieren. Alle Brückenpfeiler sind so konstruiert, dass mit ihnen die reißende Strömung bekämpft wird. Zur Strömung hin läuft jeder Pfeiler spitz zu, und an jeder Spitze befindet sich eine dreieckige Eisenspitze, deren spitzer Winkel sich wie ein scharfes Schwert gegen die Strömung richtet. Diese "Schwerter" erinnern an eine Legende: Es geschah vor einigen hundert Jahren. Eines Tages ballten sich plötzlich finstere Wolken in der Nähe der Lugou-Brücke zusammen. Es blitzte, donnerte und goß wie aus Eimern. Da kamen zehn böse Drachen vom Oberlauf des Lugou-Flusses mit der Flut zusammen stromabwärts geschwommen. Man fürchtete, dass die Lugou-Brücke zerstört würde und die Felder am Unterlauf überflutet würden. Als aber die bösen Drachen die Brücke erreicht hatten, waren sie auf einmal verschwunden, und die Flut passierte ruhig die Brücke. Man meinte dann, diese Schwerter hätten die bösen Drachen entzweigeschlagen und so die Brücke und die Felder vor dem Unglück bewahrt. Besonderes Interesse erregen immer wieder die Löwen auf der Brücke. Die größeren Löwenfiguren sind leicht zu zählen. Was schwer zu zählen ist, sind die kleinen Löwenfiguren in der Größe von einigen Zentimetern bis zu Dutzend Zentimetern, die auf und an den größeren Löwenfiguren sitzen. Insgesamt gibt es 485 Löwenfiguren, 287 größere und 198 kleinere. Sie wurden im Laufe der Zeit immer wieder renoviert und bestehen deshalb heute aus unterschiedlichen Arten von Gestein. Die meisten Steinlöwen wurden nach dem 14. Jahrhundert erneuert, so dass es heute nur noch wenige aus dem 12. und 13. Jahrhundert gibt. Die Löwenfiguren auf der Lugou-Brücke sind so faszinierend und lebensnah, dass sie immer wieder das Interesse der Passanten erwecken. An beiden Enden der Lugou-Brücke stehen vier dekorierte Säulen (Huabiao), 4,65 m hoch, mit fein ausgearbeiteten Reliefs auf Steinsockeln. Sie gleichen denen vor dem Tiananmen-Tor. " Der Mondschein vor Tagesanbruch über der Lugou-Brücke" zählte zu den acht Sehenswürdigkeiten der antiken Stadt Yanjing (heute Beijing). In alter Zeit standen Reisende in der Nacht auf und eilten zur Brücke, um diesen Anblick zu genießen. Die Lugou-Brücke ist aber nicht nur als großartige architektonische und künstlerische Leistung berühmt, sondern auch als die historische Stätte des Zwischenfalls vom 7. Juli 1937. Am 7. Juli 1937 gaben die Japaner hier den ersten Schuß gegen die im Wanping-Gebiet an der Lugou-Brücke stationierten chinesischen Truppen ab und begannen ihren großangelegten Angriff gegen China. Das chinesische Volk erhob sich zum Widerstand und bereitete nach achtjährigem hartem Kampf den Japanern eine Niederlage (1937-1945).
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