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Peking A-Z! Der Himmelstempel-Park

Der Himmelstempel-Park (Tiantan-Park) befindet sich im Süden Beijings. Er ist der größte Tempelkomplex Chinas. Mit einer Fläche von etwa 270 ha ist seine Ausdehnung dreimal so groß wie die des Kaiserpalastes. Die Bauzeit betrug 14 Jahre.

Zur Zeit der Ming- und der Qing-Dynastie beteten die Kaiser hier zum Himmel für eine reiche Ernte. Am Anfang der Ming-Dynastie gehörte der Himmelstempel noch zur südlichen Vorstadt. Später, als Beijing im Jahre 1554 ausgebaut wurde, lag er in der Außenstadt.

Der Himmelstempel ist von einer Mauer umgeben, und eine weitere Mauer teilt ihn in den inneren und den äußeren Himmelstempel. Beide Mauern verlaufen am oberen Teil in einer Rundung und am unteren Teil rechteckig - denn nach alter Vorstellung symbolisierte die Rundung den Himmel und das Quadrat die Erde.

In der Regierungsperiode Yongle (1420) der Ming-Dynastie begann der Bau des Himmelstempels. Damals veranstalteten die Kaiser dort Zeremonien, um den Himmel und die Erde gleichzeitig anbeten zu können. Nachdem dann aber der Erdtempel (Fangzetan) in der nördlichen Vorstadt gebaut worden war, war der Himmelstempel nur noch für die Anbetung des Himmels und für die Erflehung einer reichen Getreideernte.

Die Hauptgebäude des Tempels sind in zwei Gruppen eingeteilt: Die Qiniandian (Halle der Ernteopfer oder des Erntegebets), das Qinianmen (Tor der Ernteopfer oder des Erntegebets), die Huangqiandian (Halle des Kaiserlichen Himmels); die Huangqiongyu (Halle des Himmelsgewölbes) und der Huanqui (Himmelsaltar). Diese Gebäude sind durch eine 360 m lange, 2,5 m hohe und 28 m breite Terrasse, die Danbiqiao (Brücke der Roten Palaststufen) oder auch Shendao (Straße der Himmelsbewohner) genannt, miteinander verbunden.

Die Qiniandian (Halle der Ernteopfer) hieß ursprünglich, als sie vor mehr als 500 Jahren gebaut wurde, Dasidian (Halle der Feierlichen Anbetung). In der Regierungsperiode Jiajing (1522-1566) der Ming-Zeit wurde sie anlässlich einer Renovierung in Daxiangdian (Halle Allen Komforts) umgetauft. Erst während der Qing-Dynastie erhielt sie den Namen Qiniandian (Halle der Ernteopfer). 1889 (In der Qing-Dynastie) brannte sie durch einen Blitzschlag ab, wurde aber im Jahr danach originalgetreu wiederaufgebaut.

Die Qiniandian ist eine 38 m hohe, runde Halle mit einem Durchmesser von 30 m. Ihr dreistufiges Dach aus dunkelblau glasierten Ziegeln ist von einer vergoldeten Spitze gekrönt. Jede der drei Stufen des Unterbaus ist von einem Geländer aus weißem Marmor mit Basreliefs umgeben. In der Mitte eines jeden Treppenaufgangs rings um den Unterbau befindet sich ein großer Stein mit Drachen-, Phönix- und Wolkenmustern.

Die ganze Halle wurde ohne Stahlgestell und ohne Beton gebaut, sogar ohne einen einzigen Eisennagel. Sie besteht ausschließlich aus Holz. Es gibt weder große Dachsparren noch lange Querbalken. Das Dach wird nur von 28 riesigen zinnoberroten Holzsäulen und vielen miteinander verbundenen Querbalken und Bohlen getragen.

Die vier mittleren Säulen, die mit sich windenden Golddrachen auf buntem Hintergrund verziert sind, sind die größten. Sie symbolisieren die vier Jahreszeiten. Im Kreis aufgestellt folgen zwölf Säulen, die die zwölf Monate symbolisieren, und weitere, ebenfalls im Kreis angeordnet, zwölf Säulen, die für die zwölf Tageszeiten stehen. Alle 24 Säulen zusammen stehen für die 24 Einschnitte des Solarjahres im traditionellen chinesischen Bauernkalenders.

Die 24 Einschnitte des Sonnenjahres im chinesischen Bauernkalender fallen im allgemeinen jedes Jahr auf einen anderen Tag am Anfang und Ende eines jeden Monats. Hier die Daten für 1994:

  • Xiaohan (Mäßige Kälte): 5. Januar
  • Dahan (Große Kälte): 20. Januar
  • Lichun (Frühlingsanfang): 4. Februar
  • Yushui (Regenwasser): 19. Februar
  • Jingzhe (Erwachen der Insekten): 6. März
  • Chunfen (Frühlingsäquinoktium): 21. März
  • Qingming (Helles Licht): 5. April
  • Guyu (Saatregen): 20. April
  • Lixia (Sommeranfang): 5. Mai
  • Xiaoman (Ährenbildung): 21. Mai
  • Mangzhong (Körner mit Grannen): 6. Juni
  • Xiazhi (Sommersonnenwende): 21. Juni
  • Xiaoshu (Mäßige Hitze): 7. Juli
  • Dashu (Große Hitze): 23. Juli
  • Liqui (Herbstanfang): 8. August
  • Chushu (Ende der Hitze): 23. August
  • Bailu (Weißer Tau): 8. September
  • Qiufen (Herbstäquinoktium): 23. September
  • Hanlu (Kalter Tau): 8. Oktober
  • Shuangjiang (Reiffall): 23. Oktober
  • Lidong (Winteranfang): 7. November
  • Xiaoxue (Wenig Schnee): 22. November
  • Daxue (Viel Schnee): 7. Dezember
  • Dongzhi (Wintersonnenwende): 22. Dezember

Die Decke ist mit bunten Malereien von Drachen und Phönixen verziert. In der Mitte des steinernen Fußbodens befindet sich ein großes Stück gemusterten Marmors, auf dem die Natur selbst einen Drachen und einen Phönix gezeichnet hat. Die Innenausstattung dieser Halle ist im Originalzustand erhalten geblieben: In der Mitte der Halle stehen ein langes Pult, ein kaiserlicher Stuhl und ein Wandschirm. Dort waren Gedenktäfelchen für den Himmels- und den Erdgott aufgestellt; im östlichen Teil der Halle gibt es zwei Wandschirme, einen Stuhl und einen langen Tisch. Hier wurden die Ahnen der Kaiser geehrt, und im westlichen Teil der Halle schließlich sind ein Wandschirm aus Birkenholz und ein kaiserlicher Stuhl aus Hartholz zu sehen, auf denen Menschenfiguren, Landschaften und Bauwerke eingeschnitzt sind - hier erholten sich die Kaiser nach der Zeremonie.

Das Qinianmen (Tor der Ernteopfer) steht südlich der Qiniandian, und die Huangqiandian (Halle des Kaiserlichen Himmels) befindet sich nördlich der Qiniandian. Sie wurden während der Ming-Dynastie gebaut. Die Malereien am Qianianmen aus dieser Zeit sind noch von außerordentlicher Frische.

Zur Zeit der Ming- und der Qing-Dynastie kamen die Kaiser in jedem Januar nach dem Mondkalender hierher, um den Himmel um eine reiche Ernte in den fünf Getreidearten anzuflehen.

Die Huangqiongyu (Halle des Himmelsgewölbes), das Hauptgebäude im Süden des Himmelstempels, ist eine runde Halle mit einem Dach aus dunkelblau glasierten Ziegeln. Aus der Ferne gesehen ähnelt sie einem großen geöffneten Schirm aus blauem Edelstein. Zur Zeit der Ming- und der Qing-Dynastie wurde hier das Gedenktäfelchen des Himmelsgottes aufbewahrt. Es wurde bei jeder Wintersonnenwende vom Kaiser zum Himmelsaltar begleitet, wo zum Gott des Himmels gebetet wurde, und nach der Zeremonie wieder zurückgebracht.

Dieses 19,5 m hohe Gebäude mit einem Durchmesser von 15,6 m hat keinen einzigen Querbalken. Das Dach ruht auf einem besonderen System stufenförmiger Konsolen.

Die Huangqiongyu ist von der berühmten Echomauer (Huiyinbi) umgeben. Steht man an einer beliebigen Stelle der Mauer mit dem Gesicht zur Wand und ein anderer an einer ganz entgegengesetzten Stelle, und der erste spricht leise ein paar Worte, so hört der zweite sie genauso deutlich wie durchs Telefon. Das kommt daher, dass die Tonwellen die bogenförmige Mauer entlanglaufen und viele Male zurückgeworfen werden.

Vor den Stufen, die zur Huangqiongyu führen, befinden sich die berühmten Steinplatten Sanyinshi (Steine mit dreifachem Echo). Stellt man sich auf die erste Platte vor den Stufen und klatscht in die Hände oder ruft laut, so ertönt ein einfaches Echo, auf der zweiten Platte hört man ein doppeltes Echo, auf der dritten ein dreifaches. Das kommt daher, dass die Steinplatten in unterschiedlicher Entfernung von der den Ton reflektierenden runden Mauer angebracht sind.

Südlich der Huangqiongyu befindet sich der Huanqui (Himmelsaltar), eine runde, in drei Stufen erbaute Terrasse aus schneeweißem Stein. Die Gesamthöhe dieses Altars beträgt über 5 m, der Durchmesser der obersten Terrasse 30 m, der mittleren 50 m, und der der unteren 70 m. Zu jeder Wintersonnenwende kamen die Kaiser der Ming- und der Qing-Dynastie hierher, um zum Himmel zu beten. In der Mitte der obersten Terrasse befindet sich eine runde, von neun ringförmig angeordneten Platten umgebene Steinplatte. Ein zweiter solcher Ring besteht aus 18, ein dritter aus 27 usw. und der neunte schließlich aus 81. Die Zahl der Steinplatten, aus denen sich die Plattform, die Stufen und die Balustraden zusammensetzen, ist immer neun oder eine durch neun teilbare Zahl, denn die Zahl neun galt als heilige Zahl.

Stellt man sich auf die runde Steinplatte im Zentrum der obersten Terrasse und spricht leise einige Worte, so kommt es einem vor, als habe man sehr laut gesprochen. Die Danebenstehenden aber haben nicht diesen Eindruck. Der Grund dafür besteht darin, dass die Summe des im Zentrum Stehenden durch das Echo verstärkt wird. Die Tonwelle erreicht die Steinbalustrade, wird von ihr im Kreis zurückgeworfen, und so wird der ursprüngliche Laut verstärkt.

Der Himmelsaltar wurde im Jahre 1530 erbaut. Obwohl er jetzt schon einige Jahrhunderte steht und mehrere Erdbeben erlebt hat, ist seine Oberfläche ganz glatt, die Steinplatten sind immer noch fest gefugt und haben sich nicht gesenkt, und es ist keinerlei Zwischenraum zwischen ihnen festzustellen.

Südwestlich der Qiniandian steht ein quadratisches Bauwerk, die Zhaigong (Halle des Fastens) genannt. Hier fasteten die Kaiser drei Tage lang, bevor sie zum Himmelsgott beteten. Heute beherbergt diese Halle die Verwaltung des Himmelstempels-Parks. Vor der Qiniandian stehen ein bronzenes Räuchergefäß und ein bronzener Dreifuß, die schon einige Jahrhunderte zählen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind etwa eine über 500 Jahre alte, aber noch smaragdgrüne Zypresse namens "Zypresse der Neun Drachen", der Sieben-Sterne-Stein und eine mit einer Zypresse verflochtene Akazie. Heute ist die Himmelstempelanlage ein für die Öffentlichkeit zugänglicher Park.

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(Worte, die häufiger genannt wurden, werden größer geschrieben als jene, die seltener genannt wurden.)


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