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Cuandixia im Westen PekingsCuandixia ist der Familiensitz der Han. Das Dorf Cuandixia (chinesisch: 爨底下村), auch "Mingqing" oder "Guji" genannt, liegt 90 Kilometer westlich von Peking (chinesisch: 北京). Es ist ein altes Dorf aus der Ming- und Qing-Zeit, liegt an einem Berghang und ist nach Süden ausgerichtet. Da die unterschiedlich hohen Häuser verstreut und wie übereinandergeschichtet daliegen, sagt man auch, es sei der "Potala im Westen Pekings". Das Dorfbild fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und besteht aus 70 nord-südlich ausgerichteten Hofhäusern um den Longtou-Berg, die sich vom Fuß des Berges fächerartig ausbreiten. Aus der Ferne ähnelt die gesamte Anlage in der Tat einem geöffneten Fächer. Am 27. November 2003 wurde das Dorf Cuandixia in die Liste der bedeutendsten Kulturdenkmäler Chinas aufgenommen.
Cuandixia ist der Familiensitz der Han. Die Vorfahren der Familie kamen während der Ming Dynastie, in der Regierungszeit von Kaiser Yongle (1403-1424), von Shanxi hierher. Und seit dieser Zeit besteht dieses Dorf. Es liegt unterhalb eines strategisch wichtigen Passes, dem Cuanli'ankou, dem es seinen Namen verdankt. Das Dorf Cuandixia nimmt eine Bodenfläche von 10 000 Quadratmetern ein. Es umfasst zurzeit 76 Hofhäuser mit insgesamt 656 Zimmern. Eine gewundene Straße teilt das Dorf in zwei Hälften, einen oberen und einen unteren Teil. Die feinen Verzierungen an Wänden, Toren und Geistermauern, die kunstvollen Schnitzarbeiten in Stein und Holz vermitteln einen südlich-heiteren Eindruck; doch die Majestät und die Ausmaße der Häuser erinnern an Nordchina. Das Dorf ist sehr gut erhalten, ein hervorragendes Beispiel für das Leben zur Zeit der Ming und Qing Dynastie. Die meisten Häuser in Cuandixia sind Hofhäuser und bestehen aus einem Haupthaus, einem rückwärtigen Haus und zwei Nebenhäusern, die einen Innenhof umschließen und nach Süden ausgerichtet sind. Von außen machen sie einen hermetischen Eindruck, doch innen sind sie geräumig und freundlich. Viele Hofhäuser haben zusätzliche Anbauten, wobei die Funktion jedes Hauses innerhalb der Anlage streng geregelt ist. In Cuandixia findet man drei Typen von Hofhäusern: solche, bei denen das Haupthaus mit Blick nach Süden fünf Räume enthält, solche, und das sind die meisten, bei denen die beiden Häuser, die nach Süden ausgerichtet sind, drei Räume enthalten, und solche, bei denen die Seitenhäuser jeweils zwei Räume aufweisen. Alle Häuser sind ebenerdig.
Die Häuser in Cuandixia sind schlicht, aber elegant, wie alle Bauwerke der traditionellen chinesischen Baukunst. Sie sind mit Schnitzereien (in Holz wie in Stein), mit Kalligraphien und Bildern geschmückt. Die Motive sind Blumen oder Tiere - Elstern, Fledermäuse, Lotus oder Pfingstrosen sind beliebt, da sie Glück und Reichtum verheißen. Ferner Schriftzeichen (Glück, Reichtum, Berg, Wasser, langes Leben, Besitz) als gute Wünsche für die Bewohner. Aller Bilderschmuck findet sich vorwiegend auf Dachfirsten, Torbögen, Laubengängen, den Fenstern und Geisterwänden. Dabei unterscheiden sich Motive und Reichtum der Bemalung je nach sozialem Stand der Familie. Doch die Anlage ist stets im Prinzip die gleiche: eine Geisterwand am Tor, ein überdachtes Eingangstor, eine weitere Geisterwand, einen Pfosten zum Anbinden der Pferde, eine Steinstufe zum Besteigen der Pferde, Pferdeställe und eine Hundetür. Cuandixia ist ein kleines Dorf, doch hat es drei Tempel, den Guandi-, Niangniang- und den Wudao-Tempel.
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