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Chinas Nationalitäten (Minderheiten) 中国的少数民族 - Achtung der nationalen Minderheiten

Achtung der Trink- und Essgewohnheiten der nationalen Minderheiten

Die nationalen Minderheiten Chinas haben eigene Trink- und Essgewohnheiten. Staatlicherseits wird dies bei der Herstellung besonderer Nahrungsmittel für die nationalen Minderheiten beachtet. Besonders wichtig ist das für die Nationalitäten, die sich zum Islam bekennen, also für Hui, Uiguren, Kasachen, Kirgisen, Tadschiken, Tataren, Dongxiang, Salar und Baoan.

In den Regierungsstellen, Schulen, Betrieben und Institutionen, in den viele Moslems tätig sind, werden moslemische Speisen angeboten. Wo nur wenige Moslems arbeiten, bewirtschaften mehrere Betriebe gemeinsam eine moslemische Kantine. In den Städten findet man zahlreiche moslemische Restaurants und Imbissstände. In Hotels, Krankenhäusern, Zügen und Flugzeugen kann man moslemische Speisen bekommen. Nach einer staatlichen Bestimmung sind alle moslemische Nahrungsmittel zu kennzeichnen, damit sie gesondert aufbewahrt, transportiert und verkauft werden können.

In mittleren und großen Städten, in denen viele Moslems leben, gibt es Groß- und Einzelhandelsgeschäfte für Rind- und Hammelfleisch. Der Staat gewährt den Betrieben, die moslemische Nahrungsmittel herstellen oder vertreiben, angemessene steuerliche Vorteile.

Bis zu den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts mangelte es in China oft an Produktionsmitteln und Bedarfsartikeln. Die Bewohner konnten nur mit Rationierungskarten Nahrungsmittel und andere wichtige Dinge kaufen. Der Staat garantierte die Versorgung der nationalen Minderheiten mit Rind- und Hammelfleisch, mit Reis und Zanbamehl (zermahlene und geröstete Qingke-Gerste, Hauptnahrung der Tibeter) zu Vorzugsbedingungen. Heute werden überall Waren in Hülle und Fülle angeboten. Das Rationierungs- und Güterzuteilungssystem wurde abgeschafft. Zwar gilt Rationierungspolitik nicht mehr, aber man erinnert sich ihrer stets, weil damals wie heute den besonderen Bedürfnissen der nationalen Minderheiten Rechnung zu tragen ist.

Achtung der Kleidungsangewohnheiten der nationalen Minderheiten

Die nationalen Minderheiten Chinas haben ihre traditionelle Kleidung. Gewöhnlich tragen die meisten Angehörigen der Minoritäten aber nicht ihre Nationaltracht. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die Minoritäten ihre traditionelle Kleidung nicht pflegen und bewahren. Je nach Lebensgebiet und Alter der Menschen sieht man im Alltag manchmal häufiger, meist aber selten oder gar nicht traditionelle Trachten. Doch wenn die Minoritäten ihre traditionelle Feste begehen, Hochzeiten oder Begräbnisse bevorstehen oder gar Touristen kommen, sind die malerischen Trachten der verschiedenen Nationalitäten überall zu bewundern.

Tibeter, Mongolen, Kasachen und andere Minoritäten bevorzugen Gewänder und Stiefel. Die Frauen der Miao-, der Yi- und der tibetischen Nationalität und die Frauen vieler anderer Minderheiten zeige eine besondere Vorliebe für Schmuck aus Gold und Silber. Viele Aoan, Tibeter und Mongolen tragen Jagdmesser. Die Regierung hat eine spezielle Verordnung erlassen, wodurch diese Bräuche geschützt werden. In vielen Orten des Landes gibt es Läden für die besonderen Bedürfnisse der nationalen Minderheiten. Seit langem hat sich auf dem chinesischen Gold- und Silbermarkt eine Politik des zentralen Aufkaufs und der zentralen Verteilung durchgesetzt. Der Staat stellt für die Schmuckproduktion für die nationalen Minderheiten regelmäßig Gold und Silber zur Verfügung, um deren Schmuckbedarf zu decken. Den privaten Gold- und Silberschmieden in den überwiegend von Minoritäten bewohnten Grenzgebieten wird erlaubt, Schmuck herzustellen und zu reparieren. Der Staat übt auch Kontrolle über bestimmte Arten von Messern aus, die ohne spezielle Erlaubnis nicht hergestellt werden dürfen.

So dürfen Messer, die zu den Bedarfsartikeln der nationalen Minderheiten gehören, nur in deren Siedlungsgebieten verkauft werden.

Von staatlichen Stellen wurde eine Liste besonderer Gebrauchsartikel der nationalen Minderheiten aufgestellt. Fabriken und Geschäfte wurden mit der Herstellung beauftragt; sie erhalten dafür Vorzugskredite und Subventionen.

Achtung der Festgebräuche

Jede Nationalität hat ihre eigene Geschichte, Kulturtradition, Religion sowie verschiedene traditionelle Feste. Hierfür einige Beispiele: Das Neujahr nach dem traditionellen tibetischen Kalender, das Wasserfest der Dai-Nationalität und das Fackelfest der Yi-Nationalität sowie das Bairam-Fest und das Kurban-Fest der Moslems. In der Vergangenheit sind bei jeder Minorität viele Feste entstanden. Bei der Naxi-Nationalität zum Beispiel fand jeden Monat mindestens ein Fest statt. Auch heute noch werden wichtige Feste feierlich begangen. Doch manche Feste, die mit der Naturreligion in engem Zusammenhang stehen, gerieten in Vergessenheit oder man gab ihnen neue Inhalte. Viele Feste der nationalen Minderheiten werden von der Regierung gefördert.

Es ist gesetzlich vorgesehen, dass die Volksregierungen der Minderheitengebiete je nach den Gewohnheiten der Nationalitäten die Feiertagstermine festzulegen haben. So fällt zum Beispiel das Kurban-Fest der Moslems auf das frühlingsfest. Die uigurische, die tadschikische und andere Nationalitäten in Xinjiang, die dem Islam folgen, begehen beide Feste zusammen. An Festtagen baden die Moslems und kleiden sich um. Anschließend gehen sie zum Beten in die Moschee und besuchen die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen. Beim Kurban-Fest haben die Moslems drei Feiertage. Man veranstaltet Feste und besucht Verwandte und Freunde.

Achtung der Begräbnissitten der nationalen Minderheiten

Die Begräbnissitten der Nationalitäten Chinas unterscheiden sich beträchtlich voneinander. Die Hui und die anderen moslemischen Nationalitäten treten für die Erdbestattung ein. Die Tibeter praktizieren meist die Himmelsbestattung. Bei manchen Nationalitäten sind Wasser- oder Feuerbestattungen üblich. Mit Ausnahme der Han-Nationalität, in der gemäß staatlicher Weisung die Feuerbestattung anzuwenden ist, dürfen andere Nationalitäten ihre Begräbnisstätten beibehalten. Wo moslemische Hui leben, gibt es Begräbnisstätten und einen Begräbnisservice. Entsprechend der Forderungen der Tibeter werden die Stellen für das Himmelsbegräbnis gesetzlich geschützt.

Verbot, gegen die Sitten und Gebräuche der nationalen Minderheiten zu verstoßen

Manchmal wird in den Massenmedien aus Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit gegen das Brauchtum der Minoritäten verstoßen. Die Regierung hat mehrfach in Rundschreiben an die Medien nachdrücklich die gewissenhafte Einhaltung der Nationalitätenpolitik gefordert und die vollständige Respektierung der Sitten und Gebräuche der nationalen Minderheiten verlangt. Die Journalisten haben bei den Organen der Minderheiten sachkundige Auskünfte einzuholen. Es ist untersagt, verantwortungslos Sensationen nachzujagen, sich in Vermutungen zu ergehen und einseitig auf Ansichten zu beharren, ohne andere Meinungen zu berücksichtigen. Es ist verwerflich, von den Minoritäten ein verzerrtes Bild zu zeichnen oder sie gar zu beleidigen.

Da manche Menschen keine klaren Vorstellungen von den tatsächlichen Verhältnissen bei den nationalen Minderheiten haben, können sie unbedacht und versehentlich durch Wort und Tat deren Sitten, Gebräuche und Gefühle verletzen. Durch Kritik und Aufklärung muss man diesen Menschen helfen, ihre Fehler einzusehen und, falls möglich, zu korrigieren. Wer gegen die Sitten und Gebräuche der nationalen Minderheiten schwerwiegend verstößt und ernste Folge verursacht, muss sich dafür strafrechtlich verantworten. Nach der Bestimmung über die Maßstäbe für die Untersuchung und Verfolgung von Delikten durch die oberste Volksstaatsanwaltschaft können Personen und Institutionen, die sich der Verletzungen der Sitten und Gebräuche der nationalen Minderheiten oder gesetzwidriger Einmischungen in die Ausübung derselben schuldig machen, unter Anklage gestellt werden. Führen solche Einmischungen zu Streitigkeiten oder gar zur Einschränkung der Religionsfreiheit der nationalen Minderheiten, kann es ebenfalls ernste Folgen für die Täter haben. Im Strafgesetz der Volksrepublik China heißt es: "Öffentliche Bedienstete, die Staatsbürger gesetzwidrig an der Ausübung ihrer Religion hindern und gegen die Sitten und Gebräuche der nationalen Minderheiten verstoßen, werden bei Vorliegen verwerflicher Umstände bis zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt oder mit Arrest belegt."

Achtung der Freiheit der nationalen Minderheiten, ihre Sitten und Gebräuche zu bewahren oder zu reformieren

Noch immer wird das Wesentliche der Sitten und Gebräuche der nationalen Minderheiten voll zur Geltung gebracht, um die gesellschaftliche Entwicklung voranzubringen. Zum Beispiel denke man an die guten Traditionen; Alte mit Respekt und Kinder mit Fürsorge zu behandeln, Gastfreundschaft zu gewähren und die Achtung vor der Natur zu bewahren. Das schließt nicht aus, überholte Bräuche zu überwinden zu überwinden, wenn sie dem gesellschaftlichen Fortschritt schaden.

Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass Unterschiede zwischen den Sitten und Gebräuchen der nationalen Minderheiten bestehen, hat sich der Staat für eine Politik der differenzierten Behandlung entschieden. Das heißt, man respektiert manche Sitten und Geräusche voll, lässt anderen ihren Lauf und versucht weitere allmählich abzuschaffen. Zur Feier des Fackelfestes der Yi-Nationalität und des Nadam-Festes der mongolischen Nationalität finden beispielsweise Gesangs- und Tanzaufführungen, Pferderennen, Stierkämpfe, Wettbewerbe im Ringen, Bogenschießen, Tauziehen und Schaukeln statt. Die Regierung gestattet die Fortführung all dieser Veranstaltungen und tut ihr Bestes, um die traditionelle Gesangs- und Tanzkunst der Minoritäten zu entwickeln und zu erneuern. Pferderennen, Ringen und Bogenschießen stehen heute auf dem Programm der Sportfeste aller Ebenen des Landes und werden finanziell von der Regierung unterstützt.

Viele Häuser der Dai-, der Zhuang- und der Buyi-Nationalität stehen auf Pfählen, zwischen denen sich die Ställe der Rinder, Schweine und anderer Haustiere befinden. Dies schadet der Umwelt und der Gesundheit der Menschen. Mit Hilfe des Staates wurden die Viehställe an anderen Orten neu errichtet, so dass nun Wohnungen und Ställe räumlich voneinander getrennt sind.

In der Region Yongning des Autonomen Kreises Ninglang der Yi-Nationalität der Provinz Yunnan herrscht seit jeher Polyandrie. Eine Frau hat viele Männer. Dieses Ehesystem stammt aus der matriarchalischen Gentilgesellschaft. Seit Gründung der Volksrepublik China befürwortet die Regierung die Monogamie (Einehe). Aber die Yi werden nicht gezwungen, ihre Eheform aufzugeben. Durch Aufklärung sollen die Yi dazu bewegt werden, die Polyandrie durch Monogamie zu ersetzen. Heute treten einige Yi für die Monogamie ein; die anderen bestehen auf der Polyandrie. Bei anderen Nationalitäten, zum Beispiel bei den Yi und Jingpo herrschte früher die Sitte des Brautraubes. Das war ein schlechtes System, weil es oft zu Streitigkeiten innerhalb der Minoritäten führte. Nach Gründung der Volksrepublik China wurde dieser Brauch untersagt. Alte Gewohnheiten und Bräuche wie frühe Heirat und frühe Geburten, Geldheiraten, Polygamie und andere rückständigen Sitten haben sich mehr oder weniger stark verändert bzw. beginnen zu verschwinden. Zum Beispiel pflanzten lange Zeit nach den Gewohnheiten mancher Minoritäten Männer keine Reissetzlinge um und Frauen pflügen keine Felder. Nach einer anderen Gewohnheit wurden Rinder geschlachtet, um den Teufeln zu opfern. Heute verzichten immer mehr Menschen freiwillig auf solche Bräuche.

Respektierung und Schutz der Religionsfreiheit der nationalen Minderheiten

In China existieren verschiedene Religionen nebeneinander. Etwa 100 Millionen Gläubige sind Anhänger des Buddhismus, des Taoismus, des Islam, des Christentums, des Schamantums und der Dongba-Religion. Die meisten Angehörigen der Minoritäten folgen einer dieser Religionen. Zehn Minoritäten, nämlich Hui, Uiguren, Kasachen, Kirgisen, Tataren, Usbeken, Tadschiken, Dongxiang, Salar und Baoan bekennen sich zum Islam. Unter den Tibetern, Mongolen, Luoba, Moinba, Tu und Yugur ist der tibetische Buddhismus verbeitet. Bei den Dai, Bulang und De´ang herrscht das Hinayana (eine buddhistische Richtung) vor. Viele Miao, Yao und Yi sind Anhänger des Katholizismus oder des Protestantismus. Der tibetische Buddhismus und der Islam haben die meisten Anhänger unter den Minoritäten.

Chinas Politik basiert auf der Religionsfreiheit. Kein Staatsorgan, keine Organisation und keine Person darf einen Staatsbürger zwingen, sein religiöses Bekenntnis zu verleugnen. Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich, unabhängig davon, ob sie sich zu einer Religion bekennen oder nicht.

Sie alle genießen die gleichen gesetzlich festgelegten Rechte und haben die für alle gleichen gesetzlich festgelegten Pflichten zu erfüllen. Der Staat schützt jede legale religiöse Betätigung. Religiöse Organisationen und Gläubige dürfen in den dafür vorgesehenen Stätten oder auch in ihren Wohnungen religiöse Veranstaltungen durchführen. Das ist gesetzlich garantiert und niemand darf sich da einmischen. In China ist keine Religion privilegiert; alle Glaubensgemeinschaften werden vom Staat gleichberechtigt behandelt. Alle religiösen Gemeinschaften sind aufgefordert, die Anhänger aller anderen Religionen sowie die übergroße Mehrheit jener Bürger, die keiner Religion anhängen, zu achten und in Eintracht mit ihnen zu leben. Religion und Politik sowie Religionen und Erziehung sind voneinander zu trennen. Die Staatsmacht benutzt keine Religion für irgendwelche eigenen Interessen. Es ist auch untersagt, sich mit Hilfe der Religion in die Administration, in das Rechts- oder in das Bildungswesen einzumischen. Alle Religionsgemeinschaften müssen unabhängig sein und dürfen nur aus eigener Kraft ihre Lehren verbreiten.

Viele Berichte ausländischer Medien über religiöse Verhältnisse in China widersprechen offenkundig den Tatsachen. Die chinesische Regierung richtet ihr Augenmerk auf die Respektierung der Religionsfreiheit und den Schutz aller Religionen des Landes. In Tibet bekennen sich bekanntlich die meisten Menschen zum tibetischen Buddhismus. Es gibt dort mehr als 1700 Klöster mit 46000 Mönchen und Nonnen. Fast alle Gläubigen haben zu Hause kleine Gebetshallen oder Gebetsnischen. Jährlich pilgern mehr als eine Million Gläubige nach Lhasa. Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat die Zentralregierung den Tibetern über 200 Millionen Yuan zugewiesen, um die Klöster zu pflegen und zu rekonstruieren. Buddhistische Organisationen haben mit staatlichen Zuschüssen das Werk Tripitaka in tibetischer Sprache und andere buddhistische Schriften geordnet und herausgegeben. Ebenfalls mit staatlichen Mitteln wurde in Beijing die Hochschule für Tibetischen Buddhismus Chinas und in Lhasa die Tibetische Akademie für Buddhismus gegründet.

In Xinjiang gibt es mehr als 23000 Moscheen und 29000 Geistliche. Dort wurde eine islamische Akademie zur Ausbildung von Geistlichen auf hoher Stufe errichtet. Die islamischen Organisationen der Bezirke, autonomen Bezirke und Städte Xinjiangs halten nach den realen Bedürfnissen Kurse zum Studium des Korans ab und bilden Geistliche aus. Auf Initiative der Regierung wurden der Koran und andere islamischen Schriften ins Uigurische, Kasachische und Chinesische übersetzt, herausgegeben und vertrieben. Auch buddhistische und christliche Schriften wurden herausgegeben. In verschiedenen Orten gibt es Buchhandlungen für religiöse Publikationen. Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts haben mehr als 40000 chinesische Moslems Pilgerfahrten nach Mekka unternommen. Die zuständigen Behörden der Regierung bieten den Pilgern Service in verschiedenen Bereichen an.

In Tibet, Xinjiang und in allen anderen Gebieten Chinas wird die Religionsfreiheit aller Nationalitäten staatlich respektiert und geschützt.

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