Chinas Nationalitäten (Minderheiten) 中国的少数民族 - Sitten, Gebräuche und Religionen
Bei allen Nationalitäten Chinas werden eigene Sitten und
Gebräuche in der Produktion, beim Essen, Wohnen und Kleiden, bei
Festen und feiern aller Art gepflegt. Für manches sind genaue Rituale
vorgeschrieben und man muss Tabus beachten. Doch Sitten und Gebräuche
verändern sich allmählich, denn in der Übergangsperiode
von einer rückständigen Agrargesellschaft zu einer modernen
Gesellschaft gibt es beachtliche Veränderungen. Die mongolischen
Hirten zum Beispiel führen seit langem ein nomadisches Leben. Sie
tragen traditionelle Gewänder und Stiefel, sind fast dauernd zu
Pferde und ernähren sich beinahe nur von Milchprodukten, Rind- und
Hammelfleisch. Sie wohnen in Jurten, die leicht aufzubauen und wieder
zu zerlegen sind. Aber immer mehr Mongolen verlassen ihre Grassteppen
und ziehen in die Städte, wo sie neue Berufe ausüben. Sie tragen
nicht mehr ihre traditonellen Gewänder und Stiefel, sondern kleiden
sich städtisch-modern. Selbst die Mongolen, die sich noch immer
mit Viehzucht beschäftigen, ziehen nicht mehr ständig von Ort
zu Ort, um nach Wasser und Gras zu suchen, sondern wohnen in warmen Häusern.
Sie heizen und kochen mit Kohle und Gas. Sie haben diverse elektrische
Haushaltsgeräte. Früher kannte man die Mongolen als "Volk,
das auf Pferderücken lebt". Heute sind Pferde für viele
Mongolen keine Verkehrsmittel mehr. Selbst die Hirten fahren mit Motorrädern
oder Autos, was durch die sprunghafte Mechanisierung des Ackerbaus, der
Viehzucht und des Transports notwendig geworden ist. Die Nachfrage nach
Pferden hat sich deshalb verringert und die Pferdezucht blüht nicht
mehr so lebhaft wie früher.

Wasserfest der Dai-Nationalität
Trotzdem pflegen die Mongolen nach wie vor ihre Sitten und Gebräuche.
Während ihrer Feste tragen sie die Nationaltracht und feiern wie
früher mit Tänzen und Gesängen. Gäste werden noch
immer herzlich bewirtet, besungen und in Toasten gewürdigt. Noch
immer feiern die mongolischen Hirten ihr Nadam-Fest, wenn Wasser und
Gras in der Steppe reichlich vorhanden sind. Sie begehen es mit Opferzeremonien
und sportlichen Wettbewerben. Früher wurde das Fest von den Stämmen
oder von der Regierung organisiert. Da sich inzwischen der Lebensstandard
der mongolischen Hirten beachtlich gestiegen ist, sind sie jetzt in der
Lage, selbständig ihr Fest auszurichten. Wenn ihre Kinder von der
Universität aufgenommen werden, wenn die Viehzucht floriert oder ältere
Leute Geburtstag haben - dann finden Nadam-Festlichkeiten statt.
Nach dem Gesetz besitzen die Nationalitäten Chinas das Recht, ihre
Sitten und Gebräuche beizubehalten oder zu reformieren.
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