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Chinas Nationalitäten (Minderheiten) 中国的少数民族 - Das moderne BildungswesenBis zu den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts war das Bildungswesen bei den nationalen Minderheiten relativ rückständig. Mehrere Nationalitäten lebten noch in urgesellschaftlichen Verhältnissen. Sie hatten weder Schulen noch ausgebildete Lehrer. Eltern oder Großeltern lehrten die jüngere Generation ihre Produktions- und Lebenserfahrungen sowie alles, was Sitte und Brauch ihrer Gemeinschaft war. Bei einigen Minoritäten lernten die Kinder etwas in den Klöstern. Obwohl bei mehr als 30 Minoritäten zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine sogenannte moderne Bildung eingeführt wurde, gab es doch nur wenige Schulen und Schüler. Vor einem halben Jahrhundert waren mehr als 90 % der Erwachsenen der nationalen Minderheiten Analphabeten; bei den Frauen lag die Quote bei nahezu 100 %. Als der Autor dieses Buchs im Jahre 2001 die Gemeinde Jiejinkou besuchte, eine überwiegend von Hezhe bewohnte Gegend, traf er einen älteren Mann. Er konnte weder lesen noch schreiben. Voller Stolz erzählte er aber: "Ich habe keine Schule besucht, bin dazu ja auch zu alt. Aber meine neun Enkel haben eine große Zukunft vor sich. Der jüngste besucht noch die Grundschule. Zwei ältere studieren bereits an der Universität." Zur Zeit der Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949 zählte die Hezhe-Nationalität nur 300 Menschen. Mehr als 90 % waren Analphabeten. 1950 wurde die erste Grundschule der Hezhe-Nationalität in der Gemeinde Jiejinkou eröffnet. Die ersten Funktionäre, Lehrer und Wissenschaftler der Hezhe-Nationalität sind aus dieser Schule hervorgegangen.
Heute gibt es mehr als 45000 Hezhe. Weniger als 20 % der bis zu 45 Jahre alten Erwachsenen sind Analphabeten. Die erste Grundschule hat sich inzwischen zu einer multifunktionalen Schule für Kleinkinder, Grund- und Mittelschüler der Unterstufe entwickelt. Sie hat zwei Gebäude und einen etwa 10000 Quadratmeter großen Garten. Hier gibt es ein Labor für den Unterricht in Physik und Chemie, eine Bibliothek und eine Sanitätsstelle. Computer stehen den Lehrern und Schülern auch zur Verfügung. Die Bildung der Kinder und Jugendlichen aller Nationalitäten Chinas erfolgt auf Basis der Gleichheit. Jeder weiß, dass die Entwicklung der modernen Bildung von der wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung des Landes abhängig ist. Da das Bildungswesen in den Minderheitengebieten ziemlich rückständig war, verfolgte die Zentralregierung bereits kurz nach Gründung der Volksrepublik China eine Politik der tatkräftigen Unterstützung des Bildungswesens der nationalen Minderheiten. Die Verwaltung des Bildungswesens Anfang der fünfziger Jahre bildeten das Bildungsministerium der zentralen Volksregierung und die für Bildungswesen verantwortlichen Ressorts der Lokalregierungen aller Ebenen Abteilungen für das Bildungswesen der nationalen Minderheiten. Dem Bildungsministerium und der staatlichen Kommission für Angelegenheiten der Nationalitäten unterstehen zwei Abteilungen, die gemeinsam für die Verwaltung und Leitung des Bildungswesens der nationalen Minderheiten verantwortlich sind. In allen Provinzen und autonomen Gebieten, in denen viele Angehörige von Minoritäten leben, wurden ebenfalls entsprechende Abteilungen gebildet. Im Geist der einheitlichen Bildungspolitik und der entsprechenden Richtlinie gewährt die Zentralregierung den Regionen mit nationaler Autonomie das Recht, über die Entwicklung des Bildungswesens zu entscheiden. Das garantiert die Verfassung der Volksrepublik China. Die autonomen Organe können selbständig über Aufbau und Art der Schulen, das Schulsystem, die Unterrichtsinhalte, die Unterrichtssprachen und die Zulassungsbestimmungen entscheiden.
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