Chinas Nationalitäten (Minderheiten) 中国的少数民族 - Nationale Gebietsautonomie
Nationale Gebietsautonomie ist die Grundlage der chinesischen Politik
zur Regelung der Angelegenheiten der Nationalitäten. Sie ist unverzichtbarer
Bestandteil des politischen Systems des Staates. Danach wurden in den überwiegend
von den nationalen Minderheiten bewohnten Gebieten autonome Regierungs-
und Verwaltungsorgane geschaffen.
Die Gründe für dieses System der nationalen Gebietsautonomie
in China sind vor allem in drei Faktoren zu sehen: Erstens ist China
seit langem ein zentralisierter und einheitlicher Staat. Die Einführung
des Systems der nationalen Gebietsautonomie entspricht der Lage des Landes
und der historischen Entwicklung. Zweitens leben die Nationalitäten
in China seit jeher zusammen. Manche Regionen sind überwiegend von
nationalen Minderheiten bewohnt, jedoch wohnen nicht wenige Angehörige
von Minoritäten auch in zahlreichen anderen Gebieten. Bekanntlich
machen Angehörige der Han-Nationalität die überwiegende
Mehrheit der Gesamtbevölkerung Chinas aus. Als die Volksrepublik
China 1949 ausgerufen wurde, machten die Angehörigen der nationalen
Minderheiten nur 6 % der gesamten Bevölkerung des Landes aus. Mit
Ausnahme von Tibet, Xinjiang und einigen anderen Regionen stellen Han-Chinesen
in den meisten Nationalitätengebieten die Mehrheit der Einwohner.
Durch einen langen wirtschaftlichen wie kulturellen Verkehr aller Minoritäten
mit den Han-Chinesen sind Beziehungen der Zusammenarbeit und gegenseitigen
Hilfe zwischen ihnen entstanden. Alle Nationalitäten lehnen mehrheitlich
Abspaltungen von China ab.

Hissen der Staatsflagge auf dem platz vor dem Potala-Palast
in Lhasa
Drittens standen alle Nationalitäten Chinas nach Beendigung des
Opiumkrieges von 1840 vor der gemeinsamen Aufgabe, sich gegen die ausländischen
Aggressoren zu erheben, die alte Qing-Herrschaft zu stürzen und
um die nationale Befreiung zu kämpfen. Die geschichtliche Entwicklung
ließ bei Angehörigen aller Nationalitäten die gemeinsame
Erkenntnis reifen, dass die Han-Nationalität nicht ohne nationale
Minderheiten auskommen kann, und umgekehrt die nationalen Minderheiten
nicht ohne die Han-Nationalität existieren können. Die gemeinsamen
Interessen aller Nationalitäten waren die politische und gesellschaftliche
Grundlage für die Gründung eines neuen, einheitlichen chinesischen
Staates und zugleich die Basis für die Autonomie in den Gebieten,
in denen nationale Minderheiten leben.
1984 wurde in China das "Gesetz zur nationalen Gebietsautonomie" ausgearbeitet
und verkündet. Darin sind die Rechte und Pflichten der autonomen
Regionen im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich verankert.
2001 wurde dieses Gesetz vom Ständigen Ausschuss des Nationalen
Volkskongresses revidiert, um es neuen Gegebenheiten anzupassen. Die
nationalen Minderheiten fordern nachdrücklich, die Entwicklung der
von ihnen bewohnten Gebiete zu beschleunigen. Das Gesetz wurde durch
neue Bestimmungen zur Intensivierung von Investitionen und zur Beschleunigung
der Entwicklung in den autonomen Gebieten ergänzt, um die Probleme
zu lösen, die bei der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung
der autonomen Gebiete aufgetreten waren. Die neuen Bestimmungen sollen
die autonomen Gebiete finanziell unterstützen und ihre Entwicklung
fördern. Die Änderungen im Gesetz zur nationalen Gebietsautonomie
beziehen sich auf drei Aspekte: Erstens soll die wirtschaftliche und
gesellschaftliche Entwicklung verstärkt werden; zweitens wurde die
Verpflichtung übergeordneter Behörden präzisiert, den
autonomen Gebieten zu helfen, ihre Entwicklung zu beschleunigen; drittens
wurde festgelegt, dass relativ entwickelte Regionen die autonomen Gebiete
zu unterstützen haben.
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