|
|
![]() |
|
Chinas Nationalitäten (Minderheiten) 中国的少数民族 - Die BevölkerungsfluktuationIn den letzten Jahrzehnten, insbesondere seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts, ziehen Angehörige nationaler Minderheiten immer häufiger in andere Landesteile. Nach der fünften Volkszählung im Jahre 2000 waren Angehörige von Minoritäten in 31 Provinzen, autonomen Gebieten und regierungsunmittelbaren Städten beheimatet. In elf Regionen leben Angehörige von allen 56 Nationalitäten Chinas. Zur Zeit der vierten Volkszählung im Jahre 1990 war dies nur in der Hauptstadt Beijing der Fall. Die fünfte Volkszählung zeigt, dass immer mehr Angehörige nationaler Minderheiten in die großen Städte und in jene südostchinesischen Gebiete umsiedeln, deren bereits relativ weit entwickelte Wirtschaft dynamisch wächst. Im Zeitraum zwischen 1990 und 2000 wuchs die Bevölkerung der Minoritäten im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität, in dem die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung aus Angehörigen von Minoritäten besteht, nur um 3,82 %. Doch in der Nachbarprovinz Guangdong stieg die Zahl der Angehörigen von Minoritäten um 246 %! Der enorme Bevölkerungszuwachs ist fast ausschließlich auf Zuwanderung aus Siedlungsgebieten der Minderheiten zurückzuführen; man sucht hier Arbeit, besonders im Handels- oder Dienstleistungsbereich. In der gleichen Zeit nahm die Bevölkerungszahl der nationalen Minderheiten in Zhejiang, Jiangsu und Shanghai um mehr als 50 % zu. Da jedoch in Zahl der in den ostchinesischen Provinzen lebenden Angehörigen nationaler Minderheiten sehr klein ist, ist der Zuwachs in absoluter Größe nicht erheblich. Seit 1990 ist der Bevölkerungsanteil der Minoritäten in den Autonomen Gebieten Xinjiang, Tibet und Guangxi im Vergleich zum Anteil der gesamten Bevölkerung dieser Gebiete jeweils um 3 %, 2 % bzw. 0,9 % gesunken. Tibet ist ein überwiegend von Tibetern bewohntes Gebiet, das für ganz China große Bedeutung hat. In den letzten Jahren behaupteten ausländische Massenmedien immer wieder, die chinesische Regierung lasse ihre Bürger anderer Nationalitäten "in großer Zahl nach Tibet einwandern" und "Tibeter würden in der tibetischen Hauptstadt Lhasa nun in der Minderheit sein". Solche Berichte sind unwahr und völlig aus der Luft gegriffen.
Nach den Daten der fünften Volkszählung im Jahre 2000 lebten in Tibet insgesamt 2616300 Einwohner; davon waren 2411100 Tibeter, was 92,2 % der Bevölkerung in Tibet ausmacht. 155300 Einwohner waren Angehörige der Han-Nationalität (5,9 % der Gesamtbevölkerung) und 49900 Einwohner (1,9 % der Gesamtbevölkerung) waren anderen Minoritäten zuzurechnen. Als man in China 1953 die erste Volkszählung durchführte, hatte Tibet nach Angaben der damaligen Lokalregierung etwa eine Million Einwohner. 1964, 1982 und 1990 folgte dann die zweite, dritte bzw. vierte Volkszählung in China. Der Anteil der Tibeter betrug in diesen Jahren jeweils 96,6 %, 94,4 % bzw. 95,5 % der Gesamtbevölkerung des Autonomen Gebietes Tibet. In diesen Jahren lag der Anteil von Han-Chinesen an der Gesamtbevölkerung jeweils bei 2,93 %, 4,85 % bzw. 3,7 %. Der prozentuale Anteil der tibetischen Bevölkerung bei der Zählung des Jahres 2000 verringerte sich etwas im Vergleich zu den früheren Untersuchungen, weil die fünfte Volkszählung, die am 1. November 2000 um 0 Uhr begann, nicht die Zahl der Abwanderer, sondern nur die der Zuwanderer erfasste. Alle, die sich länger als ein halbes Jahr in Tibet aufhielten, wurden als ortsansässige Einwohner gezählt. Jedoch gingen Tibeter, die vorübergehend im Landesinneren studierten, arbeiteten oder Handel trieben, nicht in die Bevölkerungsstatistik für Tibet ein. Die meisten in Lhasa und anderen Städten Tibets lebenden Angehörigen der Han-Nationalität leben nicht dauernd dort. Zu Frühlingsbeginn reisen sie nach Tibet, um dort kleine Restaurants zu beiwirtschaften oder mit Textilien zu handeln. Mit Winterbeginn kehren viele wieder ins Landesinnere zurück, weil sie nicht an das kalte Klima des sauerstoffarmen Hochlandes gewöhnt sind. Beamte und Fachleute, die aus verschiedenen Regionen Chinas nach Tibet geschickt wurden, um die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen, müssen nach einer vertraglich vereinbarten Frist in ihre Heimat zurückkehren.
Lesezeichen, Weitersagen und Empfehlen
|
![]() |
|||||||||||||