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Chinas Nationalitäten (Minderheiten) 中国的少数民族 - Regionale Verteilung der BevölkerungDie 55 nationalen Minderheiten leben mehrheitlich in Westchina, also in Guangxi, Yunnan, Guizhou, Xinjiang, Innerer Mongolei, Sichuan, Tibet, Qinghai, Gansu und Ningxia. Die Bevölkerung der 12 westlichen Provinzen bzw. autonomen Gebiete machte im Jahre 2000 28 % der Gesamtbevölkerung Chinas aus. 72 % aller Angehörigen nationaler Minderheiten leben in Westchina. Die absolute Mehrheit der Angehörigen der nationalen Minderheiten, nämlich 17210000 Menschen, leben im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität. Den höchsten Prozentsatz nationaler Minderheiten findet man in Tibet, wo sie 94,1 % der Bevölkerung stellen. Obwohl die Angehörigen der nationalen Minderheiten im Jahre 2000 nur 8,4 % der gesamten Bevölkerung Chinas ausmachen, nehmen ihre Heimatgebiete eine relativ große Fläche des Landes ein. Vertreter nationaler Minderheiten leben aber nicht nur in ihren autonomen Gebieten, Bezirken und Kreisen, sondern auch in allen Provinzen und regierungsunmittelbaren Städten. In den meisten Kreisen leben Angehörige von mindestens zwei Minoritäten. Meist leben sie nicht in klar umgrenzten Gebieten, sondern zusammen mit Angehörigen anderer Nationalitäten. Im Autonomen Gebiet Tibet sind mehr als 94 % der gesamten Bevölkerung Angehörige nationaler Minderheiten. Im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang zählen rund 60 % der Bevölkerung zu nationalen Minderheiten, 40 % sind Han-Chinesen. Nach der uigurischen Bevölkerungsmehrheit in Xinjiang nehmen sie dort den zweiten Platz unter den Nationalitäten ein. In den drei Autonomen Gebieten Innere Mongolei, Guangxi und Ningxia ist die Zahl der dort lebenden Han-Chinesen größer als die aller ansässigen nationalen Minoritäten. Das ist ein Ergebnis des regen Verkehrs zwischen den Nationalitäten und der Bevölkerungsfluktuation in einer sehr langen gemeinsamen Entwicklung. Die von nationalen Minderheiten bewohnten Gebiete sind sehr groß und relativ dünn besiedelt. Deutlich wird dies bei einem Vergleich mit den Küstengebieten. In Tibet leben durchschnittlich zwei Einwohner auf jedem Quadratkilometer. In Qinghai und Xinjiang sind es weniger als zehn Personen pro Quadratkilometer. Dagegen werden in den ostchinesischen Provinzen Jiangsu und Shandong etwa 600 Menschen pro Quadratkilometer registriert. Aus historischen Gründen leben die nationalen Minderheiten Chinas zum größten Teil in den Grenzgebieten. Die meisten Einwohner, die an den 21000 Kilometer Festlandsgrenzen Chinas leben, gehören nationalen Minderheiten an. Angehörige von mehr als 30 nationalen Minderheiten leben auch jenseits der Grenzen Chinas in Nachbarländern. Auch deshalb spielen viele Grenzstädte und -häfen Chinas eine wichtige Rolle im Handelsverkehr mit den benachbarten Ländern. Die meisten nationalen Minderheiten leben zwar in abgelegenen Gebieten, doch sind diese oft reich an Naturressourcen. Die Weidegebiete machen etwa ein Drittel der Gesamtfläche des chinesischen Festlandes aus. In 94 % der Weidegebiete, die hauptsächlich in der Inneren Mongolei, Tibet, Xinjiang und Sichuan liegen, sind nationale Minderheiten zu Hause. Viele Flüsse Chinas entspringen in den von Minoritäten bewohnten Gebieten; ihre Wasserkraftressourcen machen etwa die Hälfte des ganzen Landes aus. Auch drei der vier großen Waldgebiete liegen in den Heimatgebieten nationaler Minderheiten. Das erklärt, weshalb so viele Angehörige der Minderheiten von Viehzucht, Fischfang oder Jagd leben. Die Gebiete der nationalen Minderheiten sind reich an Bodenschätzen. Beispielsweise machen die Erdöl- und Erdgasreserven in Xinjiang mehr als ein Drittel aller Vorräte des chinesischen Festlandes aus. Auch die Innere Mongolei ist reich an Natur- und Bodenschätzen. Im Osten dehnen sich weite Wälder, im Westen findet man Eisenerz, im Süden fruchtbaren Ackerboden und im Norden Weideland. Zu den wichtigsten Produkten der Inneren Mongolei gehören Schafwolle, Kohle, seltene Metalle und Erdgas. Als man in Westchina, in den Siedlungsgebieten nationaler Minderheiten, reiche Erdgas- und Wasservorräte erkundete, beschloss man, mit Beginn des 21. Jahrhunderts Erdgas und Energie von dort nach Ostchina zu leiten. Das sind zwei der wichtigsten bauprojekte im Landesmaßstab. Die nationalen Minoritäten leben mehrheitlich in Gebirgs- oder hochgelegenen Weide- und Waldgebieten in reizvollen Landschaften. Ihre Lebensgewohnheiten, Kultur, Religionen, Sitten und Gebräuche faszinieren viele Touristen. Das Minderheitengebiet zwischen Yunnan, Tibet und Sichuan wird oft als "Shangri-La" (Paradies auf Erden) gepriesen. Heute stehen die antike Stadt Lijiang der Provinz Yunnan, die Landschaft Osttibets, durch die der Nujiang-, der Lancangjiang- und der Goldsand-Fluss fließen, und der Potala-Palast auf der Liste des "Kultur- und Naturerbes der Welt", die vom Ausschuss für das "Erbe der Welt" der UNESCO aufgestellt wurde. Auch in anderen von Minderheiten besiedelten Gebieten sind Stätten des Natur- und Kulturerbes zu finden.
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