Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Xibo-Nationalität
(锡伯族 - Xi Bo Zu)
Laut Volkszählung von 2000 gab es 188800 Angehörige der Xibo-Nationalität, die
hauptsächlich in Xinjiang und in den nordöstlichen Gebieten Chinas wohnten.

Der Nordosten Chinas ist die ursprüngliche Heimat der Xibo. Später siedelte ein
teil von ihnen nach Xinjiang um. Lange war Jagd und Fischfang Haupterwerb
der Xibo. Heute betreiben sie hauptsächlich Ackerbau. Die Xibo in Xinjiang
haben sich bis heute ihre eigene Sprache und Schrift erhalten. Als Verkehrssprachen
benutzen sie auch das Han-Chinesische, das Uigurische und das Kasachische.
Die in Nordostchina lebenden Xibo haben Sprache, Kleidung, Ess- und Wohngewohnheiten
der einheimischen Han- und Mandschu-Nationalität fast ganz übernommen.
Bei den Xibo lebt man großen Wert auf Bildungswesen. Die Xibo gelten
als sehr sprachbegabt. Viele beherrschen mehrere Fremdsprachen sehr gut
und sind darum überproportional als Dolmetscher und Übersetzer sowie
im Verlags- und Bildungswesen tätig. In der Literatur der Xibo gibt es
zahlreiche Übersetzungen bedeutender Werke.
Handel wurde früher bei den Xibo gering geschätzt. Das ist
heute nicht mehr so. Nach wie vor werden Pietät und Gehorsamkeit gegenüber
den älteren Generationen sowie Hilfsbereitschaft als wichtigste Tugenden
angesehen. Die Xibo singen und tanzen gern. Reiten, Ringen und insbesondere
Bogenschießen sind sehr beliebte Sportarten. Xibo-Bogenschützen haben
erfolgreich an zahlreichen nationalen und internationalen Wettkämpfen
teilgenommen.
Früher waren die Xibo Anhänger des Schamanismus, einige folgten auch
dem Lamaismus. Die Xibo legen allgemein großen Wert auf die Ahnenverehrung
und pflegen die Gräber ihrer Angehörigen sorgsam. Viele der traditionellen
Feste der Xibo ähneln denen der Han. Die Xibo in Xinjiang begehen alljährlich
den 18. Tag des vierten Monats nach dem traditonellen chinesischen Bauernkalender
als Gedenktag ihrer Wanderung nach Osten.
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