Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Wa-Nationalität
(佤族 - Wa Zu)
Nach dem Zensus von 2000 gab es 396600 Angehörige der Wa-Nationalität, die hauptsächlich
im südwestlichen Teil der Provinz Yunnan bzw. in den Autonomen Kreisen
Ximeng und Cangyuan dieser Nationalität lebten.

Die Wa nennen sich selbst "Awa", was "in Bergen wohnende Menschen" bedeutet. Traditionell betreiben sie Ackerbau. Sie jagen auch und sammeln Pflanzen
und Früchte. Noch in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts betrieben sie
Brandrodung. Sie wohnen meist in zweistöckigen Häusern aus Bambus. Die
Zimmer sind einfach eingerichtet. Normalerweise befindet sich in einem
davon ein Feuerbecken.
Die Wa haben eine eigene Sprache. Weil sie in der Vergangenheit
aber keine Schrift entwickelten, hielten sie die Abfolge bedeutsamer
Ereignisse mittels unterschiedlicher Einkerbungen in einem Baumstamm
fest. 1957 wurde für eine Wa-Schrift ein Entwurf nach dem lateinischen
Alphabet erarbeitet. Die Wa singen und tanzen gern. Im Volk kursieren
viele Geschichten, die mündlich von Generation zu Generation weitergegeben
werden. Früher waren sie Anhänger des Animismus. Jährlich fanden religiöse
Zeremonien für die Geister der Natur statt. Dabei galten Holztrommeln
als heilige Opfergeräte. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden
diese Holztrommeln als die typischen Musikinstrumente der Wa-Nationalität
bekannt, obwohl sie in vielen Veranstaltungen noch immer als Opfergeräte
gelten.
Die Wa trinken Alkohol und kauen gern Arekanüsse. Bei traditionellen
Festen, Hochzeits- oder Trauerfeiern und beim Empfang von Gästen wird
bei den Wa nach altem Brauch stets ein Toast ausgebracht. In manchen
Gebieten sind die Wa inzwischen Anhänger des Buddhismus oder des Christentums
geworden.
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