Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Tu-Nationalität
(土家族 - Tu Jia Zu)
Laut Zensus von 2000 gab es 241200 Tu, die hauptsächlich in der Provinz Qinghai
lebten.
Früher betrieben sie vorrangig Viehzucht, später spielte
zunehmend der Ackerbau eine wichtige Rolle. Die Tu sind Meister im Gartenbau,
im Spinnen,
Weben und Sticken.

Die Tu haben eine eigene Sprache, aber keine eigene Schrift entwickelt. Sie benutzen
seit langem die Han- und die tibetische Schrift. 1979 wurde eine Tu-Schrift
entworfen und versuchsweise eingesetzt.
Die Oberbekleidung der Tu-Männer und -Frauen kennzeichnet
ein hochstehender, bestickter Kragen. Für Frauen sind Kleider mit bunten
Ärmeln typisch. Hauptnahrungsmittel der Tu sind Qingke-Gerste, Weizen
und Kartoffeln. Manche Essgewohnheiten aus der Zeit der Viehwirtschaft
haben sich bis heute erhalten.
Beispielsweise trinken die Tu gern Tee mit Milch und essen
viel Fleisch und in Butter gebräuntes Mehl. Die Tu sind gastfreundlich.
Wenn sie Gäste begrüßen oder von ihnen Abschied nehmen, bringen sie dreimal
einen Toast auf die Gäste aus. Sie trinken auch Alkohol.
Die Tu sind gute Sänger und Tänzer. Ihre Volkslieder kann
man in zwei Gruppen teilen; es sind die "Familienlieder" und die "Wilden Lieder". Die "Familienlieder" sind natürlich stets auf die eigene Familie beschränkt. Dazu gehören z.B. Frage-Antwort-Lieder
und Lieder zur Hochzeit. Die "Wilden Lieder", auch "Huar" genannt, sind meist Liebeslieder.
Die Tu sind mehrheitlich Anhänger des tibetischen Buddhismus.
Sie feiern viele Feste, wobei die Feier für eine reiche Ernte, das "Nadun"-Fest eine besondere Rolle spielt. Es wird in allen Dörfern der Tu und vom Sommerende
an fast zwei Monate lang feierlich begangen. Während des Festes ist neben
traditionellen Veranstaltungen wie Pferderennen, Ringen und "Huar"-Singen auch ein reges Marktgeschehen zu beobachten.
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