Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die tibetische Nationalität
(藏族 - Zang Zu)
Laut Volkszählung lebten im Jahre 2000 5,146 Mio. Angehörige der tibetischen
Nationalität in China. Sie sind hauptsächlich im Autonomen Gebiet Tibet
und in den umliegenden Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan wohnhaft.

Die meisten Tibeter wohnen auf dem Qinghai-Tibet-Plateau, das im Durchschnitt
mehr als 4000 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Traditionell leben
sie in erster Linie von Viehzucht und Landwirtschaft.
Nahrung, Kleidung, Wohnung, Transportmittel, Feste aller Art
sowie die Umgangsformen der Tibeter weisen viele nationale Besonderheiten
auf, die sich größtenteils bis heute unverfälscht erhalten haben. Die
Grundnahrung der Tibeter sind Zanba, Rind- und Hammelfleisch. Sie trinken
gern mit Butter versetzten Tee und Schnaps aus Qingke-Gerste. Ihre Tracht
zeichnet sich durch lange ärmel, breite Hüftgürtel und das Dajin (Vorderteil
eines chinesischen, rechtsseitig geknöpften Gewandes) aus. Es ist üblich,
einem Gast einen Hada (Schal aus weißer Seide, Begrüßungsgeschenk in
der Inneren Mongolei und Tibet) zu überreichen. Die Tibeter sind gute
Sänger und Tänzer. Sie haben eine eigene Sprache und Schrift. Die alte
nationale Kultur der Tibeter kommt in ihrer Literatur, bei Gesängen und
Tänzen, im Theaterspiel, in der Malerei, Bildhauerei, Architektur und
Medizin zum Ausdruck.

Besonders hervorzuheben ist das Epos König Gesar, das zu den
drei bekanntesten Heldenepen Chinas zählt. Es ist das umfangreichste
Epos der Welt. Der Potala-Palast und das Jokhang-Kloster in Lhasa, der
Hauptstadt des Autonomen Gebiet Tibet, wurden in die "Liste des Weltkulturerbes" aufgenommen.
Die Tibeter sind Anhänger des tibetischen Buddhismus. Überall
in Tibet kann man Klöster sehen. Viele Feste der Tibeter stehen mit ihrer
Religion im Zusammenhang. Die wichtigsten traditionellen Feste der Tibeter
sind das Neujahr nach dem tibetischen Mondkalender, das Shoton-Fest und
das Wangkor-Fest. Besonders feierlich geht es beim Tibetischen Neujahr
zu. "Shoton" bedeutet im Tibetischen "Bankett der Sauermilch". Nach und nach wurde es ein Fest, bei dem Aufführungen der tibetischen Oper
im Zentrum stehen. Beim Wangkor-Fest wird eine reiche Ernte gefeiert,
weshalb man es vor allem in den Agrargebieten begeht.
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