Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die mandschurische Nationalität (满族 - Man Zu)
Nach der Volkszählung von 2000 lebten in China 10,6823 Mio. Mandschu. Damit belegt
diese Nationalität unter den 55 nationalen Minderheiten Chinas den zweiten
Platz. Die meisten Mandschu leben in Nordostchina, insbesondere in der
Provinz Liaoning, aber auch in vielen anderen Landesteilen gibt es Mandschu.
Die Mandschu begründeten 1644 die Qing-Dynastie, die letzte feudale Dynastie
in der chinesischen Geschichte. Im Jahre 1911 wurde die Dynastie gestürzt.
In der Vergangenheit lebten die Mandschu hauptsächlich von der Landwirtschaft,
der Fischerei und der Jagd.
Sie waren gute Reiter und Bogenschützen,
aber das ist Geschichte. Erhalten hat sich bis heute ihre Sanges- und
Tanzfreude sowie ihr Lieblingssport:
Gewichtheben. Die Mandschu wurden stark von der Kultur der Han beeinflusst.
Sie haben viele bekannte Schriftsteller, Kalligrafen, Maler und darstellende
Künstler hervorgebracht. Dazu zählen auch Cao Xueqin, der Autor des
berühmten klassischen Romans Traum der Roten Kammer, und Lao She, ein
bedeutender Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Auch die Mandschu
besitzen eigene Sprache und Schrift. Doch infolge des generationenlangen
Zusammenlebens mit den Han benutzen fast alle Mandschu heute das Chinesische,
also die Sprache und Schrift der Han. Nur noch ganz wenige beherrschen
die eigene Sprache und Schrift.
Vor mehr als einem Jahrhundert mussten alle chinesischen Männer Zöpfe
tragen. Das war eine Anordnung der Qing-Dynastie der Mandschu, um bei
den Han ihre Sitten durchzusetzen. Bei der Kleidung glichen sich die
Han- und die mandschurischen Moden an. Die alte mandschurische Frauentracht,
Qipao genannt, wurde unter ständiger Veränderung die traditionelle
Bekleidung chinesischer Frauen. Früher waren die Mandschu Anhänger des Schamanismus. Sie glaubten,
alle Dinge in der Welt hätten eine Seele. Es wat Tabu, Hunde zu töten
und
ihr Fleisch zu essen. Später gewann der Buddhismus Einfluss auf das
Leben der Mandschu, bei denen auch die Ahnenverehrung eine dominierende
Rolle
spielte. Die Manschu begehen die gleichen Feste wie die Han-Chinesen,
darunter sind das Frühlingsfest, Laternenfest, Drachenbootfest und
Mondfest.
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