Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Jing-Nationalität (京族 - Jing Zu)
Laut Zensus von 2000 betrug die Bevölkerungszahl der Jing-Nationalität 22500.
Sie leben hauptsächlich auf drei kleinen Inseln im Beipu-Golf in Guangxi.

Die von den Jing bewohnten Gebiete liegen in der Nachbarschaft Vietnams. Die
Vorfahren der Jing siedelten etwa im 16. Jahrhundert von dort nach China
um. Die Jing-Nationalität ist die einzige nationale Minderheit in China,
die am Meer lebt. Traditionell leben sie vom Fischfang, der aber nur
saisonal betrieben werden kann. In der übrigen Zeit gewinnen sie Salz
und treiben etwas Ackerbau. Heute stehen bei ihnen Grenzhandel, Tourismus,
Fischerei, Wasserkulturen und die Verarbeitung von Meeresprodukten wirtschaftlich
im Mittelpunkt.
Die Jing haben eine eigene Sprache, aber keine eigene Schrift.
Die meisten jing sprechen Guangzhou-Dialekt, der zur Sprache der Han
gehört, und benutzen auch die Schrift der Han. Die Jing singen gern,
und ihre Lieder sind sehr inhaltsreich. Es gibt Volks-, Liebes-, Hochzeits-,
Fischerlieder und Balladen. Die Ein-Saite-Gitarre ist ein einzigartiges
Musikinstrument der Jing. Die Gesänge, die bei den Jing sehr beliebt
sind, der Tanz mit Bambusstangen und die Ein-Saite-Gitarre werden als
die drei Perlen der Jing-Kultur bezeichnet.
Die Gesangsveranstaltungen finden meist in einem besonderen
Gebäude statt, das Hating heißt.
Die Jing sind überwiegend Anhänger des Taoismus und zu einem kleinen
Teil des Katholizismus. Sie feiern die gleichen traditionellen Feste
wie die Han. Ihr wichtigstes Fest heißt "Hajie",
was Gesangsfest bedeutet. Früher gehörten dazu die Begrüßung der Geister
und das Ahnenopfer. Heute ist dieses Fest vor allem eine unterhaltsame
Veranstaltung.
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