Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Jinuo-Nationalität
(基诺族 - Ji Nuo Zu)
Laut Zensus von 2000 hatte die Jinuo-Nationalität 20900 Angehörige. Sie leben
hauptsächlich in der Gemeinde der Jinuo-Nationalität und ihrer Umgebung,
die der Stadt Jinghong des Autonomen Bezirks Xishuangbanna der Dai-Nationalität,
Provinz Yunnan, untersteht.

Die Jinuo sind seit alter Zeit Bauern. Bis Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts
lebten sie noch in der Endphase der Urgesellschaft und betrieben Brandrodung.
Die Frauen sind als gute Spinnerinnen und Weberinnen bekannt, während
die Männer meisterhaft Flechtwaren aus Bambus herstellen können.

Das Gebiet des Jinuo-Gebirges, die Heimat der Jinuo, liegt
in der tropischen Zone. Dort wächst Tee, Holz und Bambus in Hülle und
Fülle. Die traditionellen Wohnhäuser der Jinuo sind zweistöckig. Im Obergeschoss
liegt die Wohnung, darunter sind die Ställe der Haustiere. Über die Vorlieben
beim Essen sagt man: "Die Han mögen Sautiertes, die Dai stippen ihre Speisen gern in Gewürze und die
Jinuo essen am liebsten alles zerkleinert und kalt".

Die Jinuo haben eine eigene Sprache, aber keine eigene Schrift
entwickelt. Im Volk haben sich zahlreiche Balladen, Geschichten und Legenden
erhalten. Die Jinuo sind gute Sänger und Tänzer und lernen schon als
Kinder die traditionellen Melodien.
Sie können schnell zu einer gegebenen Melodie ein Stegreifgedicht
verfassen oder lange Wechselgesänge improvisieren. Die Jinuo vergöttern
die Sonne. Die Sonnentrommel ist sowohl ein traditionelles Opfergefäß
als auch ein Musikinstrument; und der Tanz mit der Sonnentrommel ist
der typische Tanz der Jinuo.
Ihr wichtigstes traditionelles Fest ist die Neujahrsfeier. Der genaue
Termin wird von Dorf zu Dorf unterschiedlich festgelegt, meist ist es
im zwölften Monat des Mondkalenders. Außerdem begeht man fröhlich das "Xinmi" (neuer
Reis)-Fest, um eine reiche Ernte zu feiern.
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