Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Hezhe-Nationalität (赫哲族 - He Zhe Zu)
Nach der Volkszählung von 2000 gab es 4600 Hezhe, die hauptsächlich an den Ufern
der Flüsse Heilongjiang, Ussuri und Songhuajiang in der nordöstlichen
Provinz Heilongjiang lebten.

Die Hezhe waren seit Generationen Fischer und Jäger. Doch heute gibt es nur noch
wenige Hezhe, die sich hauptberuflich mit dem Fischfang beschäftigen.
Ende der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts lebten kaum mehr als 300 Hezhe,
und ihre Nationalität schien auszusterben.
Weil die Hezhe geschickt Kleidungsstücke aus Fischhäuten und
Tierfell zu machen verstanden, nannte man sie die "Nationalität mit der Fischhaut". Heute allerdings wurde diese Bekleidung längst durch solche aus Textilfasern
verdrängt. Kleidungsstücke aus Fischhaut sind jetzt spezielle Produkte
des Kunsthandwerks und bei Touristen sehr begehrt.
Die Hezhe haben eine eigene Sprache, aber keine eigene Schrift;
die zahlreichen Volkserzählungen sind mündlich überliefert. Ihre Themen
sind die Entstehung der Nationalität, Heldengeschichten, Landschaftsschilderungen,
religiöse Vorstellungen usw. Vor allem die lange Ballade Yimakan ist
weitbekannt. Sie wurde jetzt kollationiert und hat mehr als 50 Teile.
Es ist ein bedeutendes Kunstdenkmal einer Ursprache Nordasiens. Beim
Yimakan ist das Erzählen wichtiger als der Gesang; wollte man die ganze
Ballade hören, müsste man ununterbrochen mehrere Tage dem Vortrag lauschen.
Das Frühlingsfest ist auch bei den Hezhe ein traditionelles
Fest. Das "Wurigong"-Fest dagegen ist ein neues, dreitägiges Fest, das es erst seit 1985 gibt. "Wurigong" bedeutet eine unterhaltsame Veranstaltung mit Kultur und Sport. Es findet alle
zwei Jahre statt, normalerweise zwischen Juni und Juli. Während dieses
Festes wird selbstverständlich auch aus dem Yimakan vorgetragen. Danach
trifft man sich bei einem Festessen.
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