Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Gelao-Nationalität (仡佬族 - Ge Lao Zu)
Laut Zensus von 2000 gab es 579400 Angehörige der Gelao-Nationalität, die hauptsächlich
im westlichen Teil der Provinz Guizhou und zum kleineren Teil in Guangxi
und Yunnan lebten.
Die Gelao betreiben vor allem Ackerbau. In den Ebenen wird hauptsächlich Wasserreis
gepflanzt, während in Gebirgsgebieten und auf unbewässerten Feldern alles
Getreide außer Weizen und Reis angebaut wird.
In alter Zeit waren die Gelao in Südwestchina dominierend. Aber nach
vielen verlustreichen kriegerischen Auseinandersetzungen mit benachbarten
Nationalitäten mussten sie sich in Gebirgsgebiete mit schlechteren Naturbedingungen
zurückziehen. Ihre Siedlungen liegen verstreut in den auch von anderen
Nationalitäten bewohnten Regionen. Daher sind Kleidung, putz, Sitten
und Gebräuche der Gelao inzwischen denen der benachbarten Nationalitäten
ähnlich geworden. In alter Zeit waren die Gelao für ihren Bronzeguss
berühmt, doch ist diese Technologie inzwischen verlorengegangen.
Die Gelao haben ihre eigene Sprache, aber keine eigene Schrift.
Heute beherrschen aber nur noch wenige Gelao die eigene Sprache; fast
alle gebrauchen heute die Sprache und Schrift der Han.
Im Volk gibt es viele mündlich überlieferte Lieder, die meist
in Han-Chinesisch gesungen werden. Die Gelao besitzen auch eine oper,
die "Dixi" heißt und in der die Schauspieler mit hölzernen Masken auftreten.
Die Gelao vergöttern ihre Vorfahren und bestimmte Naturerscheinungen.
Die Feste der Gelao sind im Großen und Ganzen die gleichen wie bei den
Han. Aber neben dem Frühlingsfest feiern die Gelao auch noch das Gelao-Neujahr
am 3. Tag des dritten Monats nach dem traditionellen chinesischen Kalender.
Die Gelao ehren alte Leute und sind gastfreundlich. Bei ihnen ist es
Brauch, Gäste mit alkoholischen Getränken zu bewirten.
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